Forschungsprojekt: Wenn die Drohne mit Wasserstoffantrieb fliegt

„LiquiDrone“ verfolgt das Ziel, Flüssigwasserstoff als nachhaltigen Energieträger in der unbemannten Luftfahrt einzusetzen.

Flüssiger Wasserstoff als Energieträger soll Drohnen-Flugzeiten von bis zu zehn Stunden erlauben. (Bild: Ferchau Aviation)
Flüssiger Wasserstoff als Energieträger soll Drohnen-Flugzeiten von bis zu zehn Stunden erlauben. (Bild: Ferchau Aviation)
Therese Meitinger

Mit der Übergabe der Förderurkunden durch Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr in Berlin, wurde es am 30. September offiziell: Die RST Rostock System-Technik GmbH, Teil der Ferchau Aviation Group, leitet das geförderte Verbundforschungsprojekt „LiquiDrone“. Beteiligt sind darüber hinaus das Hamburger Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL), die Universität Rostock und die Hohen Luckower BaltiCo GmbH. Das Vorhaben verfolgt laut einer Pressemitteilung das Ziel, Flüssigwasserstoff („LH2“) als nachhaltigen Energieträger in der unbemannten Luftfahrt einzusetzen.

Um dies zu realisieren, soll Flüssigwasserstoff demnach als Energieträger für Drohnen gespeichert und unter Anwendung innovativer Technologien zur Verlängerung der Flugzeit genutzt werden. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit einer Zuwendung in Höhe von bis zu 892.000 Euro.

Auf der Suche nach einem intelligenten Tanksystem

Im Fokus des Projekts stehen laut den Forschungspartnern die Entwicklung eines intelligenten Flüssigwasserstoff-Tanksystems und sein erster Funktionsnachweis. Zwölf Liter Flüssigwasserstoff (umgerechnet circa 850 Gramm) sollen sicher für die Missionsdauer gespeichert und dem Drohnenantrieb bereitgestellt werden.

Martin Sauerschnig, CEO der Ferchau Aviation Group und Geschäftsführer von RST Rostock System-Technik GmbH, erklärt:

„Die so erhöhte Energieeffizienz gegenüber herkömmlichen H2-Tanks mit gasförmigem Wasserstoff eröffnet völlig neue Anwendungsfelder für den Einsatz von Drohnen. Mit angestrebten Flugzeiten von bis zu zehn Stunden könnte beispielsweise der Aktionsradius für Transporte gegenüber heute verfügbarer Technik wesentlich vergrößert werden – und dies mit nachhaltig gewonnener Energie.“

Auch aufwendige Inspektionen ließen sich so deutlich günstiger und sicherer unbemannt aus größeren Entfernungen realisieren, so Sauerschnig weiter.

Das Technologieprojekt läuft der Mitteilung zufolge bis Dezember 2023. In seinem Rahmen kümmere sich ein siebenköpfiges Team von RST neben der Verbundführung und Koordination aller Entwicklungsaktivitäten um das Systems Engineering, heißt es.

Dr. Holger Topp, Gesamtprojektleiter bei RST, erläutert das Aufgabenfeld:

„Im Fokus von RST stehen neben der Verbundkoordination die Entwicklung einer Anbindung des Tanks an die Forschungsplattform-Drohne ,ZALbatros‘ des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung ZAL mit integrierter Sensorik sowie einer Elektronik für komplexe Mess- und Regelungszwecke.“

Drei Verbundpartner mit besonderer Expertise, die allesamt aus dem Norden Deutschlands stammen, unterstützen nach Unternehmensangaben das Forschungsvorhaben. Die Forschungsbasis „ZALbatros“ wird demnach vom Hamburger Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) zur Verfügung gestellt, das zudem das Energiemanagement für die optimierte Nutzung des Tankinhalts entwickelt. Außerdem übernehme es das Handling des Flüssigwasserstoffs und die Durchführung der Systemtests, so die Projektpartner.

Mit der Entwicklung und Fertigung eines leichten und thermisch optimierten Tankbehälters sei die in Hohen Luckow nahe Rostock ansässige BaltiCo GmbH betraut, während an der Universität Rostock der Lehrstuhl für Technische Mechanik / Dynamik einen Algorithmus zur exakten Bestimmung des Flüssigwasserstoff-Füllstands im Tank entwickelt.