Forschungscampus: Arena2036 startet in dritte Förderphase

Die thematischen Eckpfeiler sollen in den nächsten fünf Jahren auf Produktion, Mobilität, Nachhaltigkeit und Konnektivität liegen.

Der Forschungscampus Arena2036 hat sich auf die Fahnen geschrieben, Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzubringen. (Bild: Arena2036)
Der Forschungscampus Arena2036 hat sich auf die Fahnen geschrieben, Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzubringen. (Bild: Arena2036)
Therese Meitinger

Der Stuttgarter Forschungscampus Arena2036 hat zum Jahresende 2023 die Information über die Förderempfehlung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten. Das Leuchtturmprojekt am Universitätscampus Stuttgart-Vaihingen ist damit zu Jahresbeginn 2024 in die letzte Phase als Teil der „Förderinitiative Forschungscampus“ eingetreten, die für Arena2036 ganz im Zeichen der Verstetigung und Verselbstständigung stehen soll. In den kommenden fünf Jahren habe der Forschungscampus nun Zeit zu beweisen, dass er die Fähigkeit und das Potenzial habe, sich zu einem selbsttragenden Forschungs- und Innovationszentrum zu entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Finanzierung der dritten Förderphase umfasst demnach die vier neuen Verbundprojekte, die die thematischen Schwerpunkte Produktion, Mobilität, Nachhaltigkeit und Konnektivität abdecken. Mit der klaren thematische Ausrichtung soll den Anspruch untermauert werden, sich als wichtiger Forschungsstandort in Deutschland und zentraler Akteur in der Forschungs- und Industrielandschaft Stuttgarts zu behaupten.

Zukunftsweisende Technologien entwickeln

Die „Förderinitiative Forschungscampus“ wurde vom BMBF initiiert und hat langfristige Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie zum Ziel. Arena2036 („Active Research Environment for the Next Generation of Automobiles“) ist einer von neun bundesweit geförderten Forschungscampi und hat sich der Erforschung und Entwicklung zukunftsweisender Technologien in den Bereichen Produktion, Mobilität, Nachhaltigkeit und Konnektivität verschrieben. Am Standort auf dem Universitätscampus Stuttgart hat sich Arena2036 auf die Fahnen geschrieben, in der hochmodernen Forschungsfabrik Experten aus Wissenschaft und Industrie in zahlreichen Technologieprojekten zusammenzubringen.

Prof. Dr. Peter Middendorf, Vorsitzender des Forschungsdirektoriums, kommentiert:

„Die Genehmigung der dritten Förderphase ist ein entscheidender Schritt für Arena2036, um unsere ambitionierten Forschungsziele zu realisieren. Die Projekte Well-defined, CARpulse, EcoFrame und Connect4HCA sind Ausdruck unserer interdisziplinären Stärke und Innovationskraft.“

Diese Projekte sind laut der Pressemitteilung zentral für die strategischen Ziele der dritten Förderphase von Arena2036 und decken die vier thematischen Eckpfeiler ab:

1. Produktion: Im Projekt „Well-defined“ wird die Wandlungsfähigkeit und Flexibilität in der Produktion dahingehend ausgeweitet, dass dynamisch auf Veränderungen reagiert werden kann und beispielsweise Microfactories dezentral gesteuert werden können. Zudem sollen Prozesse und Arbeitsplätze so gestaltet werden, dass kein Expertenwissen vorausgesetzt ist, um als Mensch an verschiedenen Stellen zu arbeiten.

2. Mobilität: Das Projekt „CARpulse“ erforscht eine sichere und nachhaltige Fahrzeugarchitektur, speziell für autonome Fahrzeugplattformen. Ziel ist es, sicheren Individualverkehr zu ermöglichen und eine nutzerzentrierte Insassenumgebung zu entwickeln, die Technologien wie Virtual Reality und Mixed Reality integriert.

3. Nachhaltigkeit: Das Projekt „EcoFrame“ befasst sich mit der Entwicklung eines Frameworks für nachhaltiges Design und Produktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu wird die Kreislaufwirtschaft in nachhaltige, resiliente Produktionsnetzwerke integriert.

4. Konnektivität: „Connect4HCA“ fokussiert sich auf die menschenzentrierte Automatisierung in der Produktion. Dafür sollen Produktionsprozesse so gestaltet werden, dass sie sich an den Menschen anpassen, um eine effiziente und produktive Umgebung zu schaffen. Die dafür notwendige dezentrale Intelligenz in verschiedenen Anlagen und Maschinen soll als vernetztes, selbstlernendes System dem Menschen zuarbeiten und nicht, wie bislang, umgekehrt.