Forschung: Wasserstoff sicher ans Ziel bringen

Das BMBF will in den nächsten vier Jahren 139 Millionen Euro in die Erforschung von Wasserstoff-Transportlösungen investieren.

Wie Wasserstoff über kurze, mittlere und lange Distanzen transportieren? Dieser Frage geht das Leitprojekt TransHyDE nach. (Visualisierung: Projektträger Jülich im Auftrag der BMBF)
Wie Wasserstoff über kurze, mittlere und lange Distanzen transportieren? Dieser Frage geht das Leitprojekt TransHyDE nach. (Visualisierung: Projektträger Jülich im Auftrag der BMBF)
Therese Meitinger

Das Leitprojekt „TransHyDE“ hat sich auf die Fahnen geschrieben, in fünf begleitenden Forschungs- und vier Demonstrations-Projekten Wasserstoff-Transporttechnologien voranzubringen. Es soll laut einer Mitteilung vom 18. August in den kommenden vier Jahren mit rund 139 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden. Demnach soll unter anderem untersucht werden, welche Transportlösungen am geeignetsten sind, um kurze, mittlere und lange Strecken zu überwinden.

„Unser Ziel ist die Beantwortung aller Fragen, die sich Deutschland noch stellen muss, um eine nationale Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen“, erklären die drei Koordinatoren von TransHyDE, Mario Ragwitz der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG, Robert Schlögl vom Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion und Jimmie Langham vom AquaVentus Koordinationsbüro.

„Als eine der zentralen Maßnahmen des Bundesforschungsministeriums zur Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie müssen wir diese Fragen wissenschaftlich und technisch so belastbar beantworten, dass die Grundlagen für die reale Ausführung der Wasserstoffwende gelegt sind.“

Bestehende Infrastruktur nutzbar machen

Das Leitprojekt TransHyDE bewertet und testet nach Angaben der Organisatoren Wasserstoff-Transportlösungen. Es soll in vier Demonstrations-Projekten Transporttechnologien weiter vorantreiben: den Wasserstofftransport in Hochdruckbehältern, den Wasserstoff-Flüssig-Transport, den Wasserstoff-Transport in bestehenden und neuen Gasleitungen sowie den Transport von in Ammoniak oder dem Trägermedium LOHC gebundenem Wasserstoff.

Zusätzlich dazu widme sich das Leitprojekt dem Wasserstofftransport in fünf wissenschaftlichen Projekten und schaffe damit den systemischen Rahmen, heißt es in der Mitteilung. Die Projekte befassten sich mit der Erstellung einer Roadmap zur Wasserstoff-Infrastruktur, mit der Erarbeitung möglicher Standards, Normen und Sicherheitsvorschriften von Wasserstoff-Transporttechnologien sowie den notwendigen Materialien, Werkstoffen und Sensoren. Außerdem beschäftigen sich die wissenschaftlichen TransHyDE-Projekte den Organisatoren zufolge mit der effizienten Herauslösung von Wasserstoff aus Ammoniak und dem Betanken von Behältern mit flüssigem, tiefkaltem Wasserstoff.

Im Leitprojekt TransHyDE haben sich nach Eigenangaben aktuell rund 85 Partner aus Industrie, Verbänden, Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie weitere 20 assoziierte Partner zusammengeschlossen. Die Arbeiten der TransHyDE-Projekte sind größtenteils zum 1. April 2021 gestartet.

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