Forschung: VDE stellt Studie „Logistik, Mobilität und Energie 2030“ vor

Es wird untersucht, welche Entwicklungen bis 2030 möglich sind.

Bis 2030 wird die Brennstoffzelle auch im Schwerlast- und Fernverkehr eine flexible und technisch ausgereifte Antriebsenergie darstellen – so eine Studie des VDE. (Symbolbild: Fotolia/Petair)
Bis 2030 wird die Brennstoffzelle auch im Schwerlast- und Fernverkehr eine flexible und technisch ausgereifte Antriebsenergie darstellen – so eine Studie des VDE. (Symbolbild: Fotolia/Petair)
Melanie Wack

Der Wandel hin zur Elektromobilität in der Mobilitäts- und Logistik-Branche betrifft nicht nur die zugrunde liegende Antriebstechnik, sondern auch die Energiewirtschaft. Welche Entwicklungen bis 2030 möglich sind, untersucht die Technologieorganisation VDE in ihrer neuen Metastudie „Logistik, Energie und Mobilität 2030“. Wie die Technologie-Organisationen am 14. Januar bekannt gegeben hat, untersuchten die Experten Brennstoffzellenanwendungen als Alternative im Fernverkehr sowie das Potenzial weiterer alternativer Kraftstoffe.

„Die bisherigen teilweise anderweitig etablierten Akteure wie Mineralölkonzerne und Stromerzeuger müssen sich auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen. Eine Anpassung bisheriger Konzepte wird nicht zu vermeiden sein, um dem veränderten Bedarf an Antriebsenergie gerecht zu werden und gegenüber neuen Akteuren auf dem Markt zu bestehen können. Die Logistik und Mobilität der Zukunft wird von erneuerbarer Energie angetrieben. In der Studie beschreiben wir deshalb auch unterschiedliche, teils konkurrierende Logistikszenarien für den urbanen Raum, um zu zeigen, wie die Zukunft ganz praktisch für den Nutzer gestaltet werden kann“, erklärt Nora Dörr, Projektleiterin der Metastudie.

Aus dem Bereich Energie

Der Studie zufolge wird die Elektromobilität bis 2030 weiter steigen und die Brennstoffzellen werden vor allem für den Schwerlast- und Fernverkehr bis 2030 eine flexible und technisch ausgereifte Antriebsenergie darstellen. Ein weiteres zentrales Ergebnis ist der Mitteilung zufolge, dass der Energiemarkt in Zukunft heterogener wird. Auf die veränderten Rahmenbedingungen hin müsse auch die Infrastruktur ausgerichtet werden. So werden Ladetechnologien und -infrastruktur sowohl für batterieelektrische Fahrzeuge als auch für Brennstoffzellenfahrzeuge ausgebaut werden müssen, um den steigenden Bedarf gerecht zu werden.

Steigende Transportleistung

Bis 2030 wird die Verkehrsleistung stetig zunehmen, so die Studie weiter. Angesichts der steigenden Transportleistung sei unabhängig vom Verkehrsträger eine bessere Auslastung anzustreben. So werden die wichtigsten Straßen- und Schienenwege, insbesondere rund um Ballungsräume, zunehmend überbelegt. Da kein unbegrenzter Ausbau möglich ist, müsse an einer Optimierung der Auslastung bestehender Netze gearbeitet werden. Konzepte und Technologien zur dichteren Belegung sind der Studie zufolge erforderlich. Andernfalls werde das Transportvolumen aufgrund von Staus auf Autobahnen, stehender Güterzüge und festsitzender Binnenschiffe nicht mehr wachsen können. Um bei gleichbleibenden Verteilnetzen und infrastrukturellen Voraussetzung Mobilität und Logistik zu ermöglichen, müssen die vorhandenen Verkehrsträger besser ausgelastet werden.

Vielfältige Logistikakteure

Die Anzahl und Gestalt von Logistikakteuren und Mobilitätsdienstleistern werde 2030 vielfältiger. Die Angebote werden zukünftig maßgeblich von der Digitalisierung bestimmt, so die Studie. Insgesamt ermögliche diese eine noch bessere Abstimmung von Angebot und Nachfrage des Personenverkehrs. Angesichts der zu erwartenden Bevölkerungszunahme insbesondere in den deutschen Metropolregionen von aktuell rund 16 Prozent auf 19 Prozent der Gesamtbevölkerung bis 2030 müssen daher innovative Lösungen für die weiter steigende Verkehrsnachfrage gefunden werden, so das Ergebnis der Studie.

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