Forschung: TU Chemnitz testet nachhaltigen Werkstoff für die Intralogistik

Die Werkstückträger aus Wood-Plastic-Composites können Aluminumprofile für Hängefördersysteme teilweise ersetzen.

Die TU Chemnitz hat Werkstückträger aus Wood-Plastic-Composites für die Intralogistik getestet. (Foto: Christine Schubert, Professur Förder- und Materialflusstechnik der TU Chemnitz)
Die TU Chemnitz hat Werkstückträger aus Wood-Plastic-Composites für die Intralogistik getestet. (Foto: Christine Schubert, Professur Förder- und Materialflusstechnik der TU Chemnitz)
Sandra Lehmann

Die TU Chemnitz und die Novo-Tech Trading GmbH & Co. KG haben einer Pressemeldung zufolge gemeinsam Werkstückträger aus dem nachhaltigen Material Wood-Plastic-Composites (WPC) entwickelt, die herkömmliche Aluminiumprofile in Hängefördersystemen im niedrigen Lastbereich ersetzen können. Getestet wurde der neue Werkstoff in mechanischen Laborversuchen und an einem Funktionsprototypen im fördertechnischen Umfeld von Forschenden an der TU Chemnitz. Im Rahmen des Dauerlauftests mit mehr als 10.000 Betriebsstunden, entsprechend rund 50 Jahren Betriebseinsatz, kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Trag- und Gleitelemente dauerhaft mit bis 50 Kilogramm pro Meter Förderstrecke belastet werden können, ohne Ermüdungserscheinungen aufzuweisen.

Damit ist der Werkstoff der Hochschule zufolge beispielsweise für den Stückguttransport in der Bekleidungs- und Textilindustrie interessant. Unter Berücksichtigung der ökologischen und ökonomischen Vorteile bei vergleichbarer technischer Leistung bringe das WPC-Profil Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Aluminiumprofil mit. Der eingesetzte Holz-Polymer-Werkstoff „megawood“ besteht anteilig aus Holzmehl, das in Sägewerken als Nebenprodukt entsteht. Damit weise WPC eine bessere Klimabilanz als Aluminium auf.

Individuelle Anwendungen testen lassen

WPC reagiert jedoch anders und teilweise stärker auf Umgebungseinflüsse als Metallwerkstoffe. Ob sein Einsatz auch im höheren Lastbereich möglich ist, gilt es jeweils individuell zu bewerten, heißt es vonseiten der TU Chemnitz. Interessierte können ihren Anwendungsfall nach Angaben der Hochschule im Rahmen des Forschungstransfers „Holz im Maschinenbau“ an der TU Chemnitz untersuchen lassen.

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