Forschung: PTV koordiniert „Clusters 2.0“

Der Werkzeugkasten für Logistik-Cluster soll Schadstoffemissionen und Transportkosten reduzieren.

Die Verbesserungspotenziale kooperativ vernetzter Logistik-Cluster sind erheblich, das ist ein Ergebnis des Projektteams des „Clusters 2.0“. (Symbolbild: Adobe Stock/ sdecoret)
Die Verbesserungspotenziale kooperativ vernetzter Logistik-Cluster sind erheblich, das ist ein Ergebnis des Projektteams des „Clusters 2.0“. (Symbolbild: Adobe Stock/ sdecoret)
Melanie Endres

Im EU-Forschungsprojekt „Clusters 2.0“, das die PTV Group koordiniert hat, haben die Partner eine ganze Werkzeugkiste mit hilfreichen Tools für Akteure der Supply Chain erarbeitet. Das gab das Unternehmen am 10. August in einer Pressemitteilung bekannt. Logistikunternehmen, die in Logistik-Clustern kooperieren, profitieren laut Mitteilung von Vorteilen wie geringeren Transportkosten oder reduzierten Schadstoffemissionen.

Potenzial durch Vernetzung

Noch mehr Potenzial zur Verbesserung ihrer Effizienz und Nachhaltigkeit soll ihnen die Vernetzung untereinander bieten – mit der passenden Unterstützung. Die Lösungen wurden den Angaben zufolge zudem in Living Labs verbessert und validiert. Die Verbesserungspotenziale kooperativ vernetzter Logistik-Cluster seien erheblich: So fand das Projektteam heraus, dass sich zum Beispiel durch einen intermodalen Transportplaner Verlagerungspotenziale bei kooperierenden Verladern von bis zu 60 Prozent der Fracht nachweisen lassen.

Logistik-Netzwerk aus Logistik-Clustern

Im Mittelpunkt der Forschung stand ein multimodales logistisches Netzwerk aus mehreren Logistik-Clustern (Bologna, Dourges, Trelleborg, Piräus, Duisburg, Saragossa). Dort wurden drei Themen adressiert: die Bündelung der Sendungen auf intermodale Verkehrsträger, den Frachtraum optimal zu nutzen (und damit die Frachtkosten reduzieren) sowie die Transportprozesse so zu beschleunigen und zu synchronisieren, dass Wartezeiten und operative Umschlagkosten minimiert werden.

„Unser Ziel war es, den verschiedenen Akteuren Kooperation, Sichtbarkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer Frachtabläufe zu ermöglichen und so die komplette Supply Chain zu verbessern“, sagt Projektkoordinator Marcel Huschebeck von der PTV Group.

Dabei wurden sieben Lösungen entwickelt und in Reallabors getestet:

  1. Ein Community-Ansatz für Verlader, um Versandmengen zu bündeln und intermodale Transportsysteme zu nutzen.
  2. Ein Softwaretool, um entlang europäischer Transportkorridore zu analysieren, wo Frachten zusammengefasst und eigene hinzugeladen werden können (Quick-Check-Tool).
  3. Ein intermodaler Routenplaner (PTV X-Intermodal), um Transportaufträge zu verplanen und dabei verschiedene Transportmittel zu nutzen.
  4. Das Clusters Community System (CLuCS), über das sich alle Akteure vernetzen können, um ihre Services anzubieten oder zu nutzen.
  5. Eine vereinheitlichte logistische Ladeeinheit, die den schnellen Umschlag und maximale Nutzung des Laderaums ermöglicht (New Modular Loading Unit).
  6. Die Automatisierung des intermodalen Umschlags der Fracht von einem Verkehrsträger auf einen anderen (Innovatrain).
  7. Eine App zur Synchronisierung von Transport und Be-/Entladeprozessen an Flughäfen mit verlässlichen Ankunftszeiten in Echtzeit (Slotbooking App).

Verschiedene Softwareprodukte im Einsatz

„Für das Projekt kamen auch verschiedene unserer Softwareprodukte zum Einsatz, zum Beispiel zur Tourenplanung sowie zur intermodalen Planung mit einem eigens entwickelten Algorithmus für Transhipment, also der Umschlagsplanung“, so Huschebeck. „Mit dem Baukasten aus dem Forschungsprojekt Clusters 2.0 haben wir marktnahe Lösungen geschaffen, die Kooperation, Vernetzung und Modularisierung für die Logistik ermöglichen und das Physical Internet für aktuelle Anforderungen greifbar machen.“

Projektdetails zu Clusters 2.0

Mit Clusters 2.0 soll das Potenzial europäischer Logistikcluster voll ausgeschöpft werden, um ein effizientes und voll integriertes Transportsystem in Europa zu schaffen, so die Angaben in der Pressemeldung. Ein offenes Netzwerk von hyper-verbundenen Logistikclustern auf dem Weg zum „Physical Internet“, in dem Waren so einfach versendet werden können, wie Informationen durch offene Kanäle im Web. Das Physical Internet soll Trends wie Digitalisierung, Automatisierung und Sharing Economy in ein umfassendes Logistikkonzept kombinieren. Das Ziel: die Transportlogistik effizienter, flexibler und umweltfreundlicher gestalten. Die Konsortialpartner sind PTV (Projektkoordinator), Procter&Gamble, Jan De Rijk, DHL, WFS, Air Cargo Belgium, Hearthrow Airport, Nallian, IBI Bologna, Duisport, Zaragossa Logistics Center, BlueGreen, Enide, Mosaic, Innovatrain, Fraunhofer IML, Eurologistics, UIC, CITYDEPOT, Port Trieste, Port Pireus, Port Trelleborg. Die Laufzeit des Projekts war von Mai 2017 bis Juli 2020.

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