Forschung: Projekt Pal2Rec geht an den Start

Das Fraunhofer IML möchte gemeinsam mit Partnern herausfinden, ob die Bewegungsdaten von Paletten durch Sensoren ermittelt und interpretiert werden können.

Mehr als Ladungsträger? Pal2Rec will das ermöglichen. (Bild: Fraunhofer IML)
Mehr als Ladungsträger? Pal2Rec will das ermöglichen. (Bild: Fraunhofer IML)
Sandra Lehmann
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Paletten erfüllen bisher vor allem eine Aufgabe: Als Ladungsträger bewegen sie Dinge von A nach B. Was wäre aber, wenn sie mehr als nur Ladungsträger sein könnten? Das im Februar 2024 gestartete Forschungsprojekt "Pal2Rec", koordiniert vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, untersucht, wie sich (Euro-)Paletten eigenständig in logistische Prozesse mittels sensorbasierter Aktivitätserkennung einbeziehen lassen.

Paletten erzeugen auch Bewegungs- beziehungsweise Mobilitätsdaten (etwa durch QR-Codes). Diese mussten bislang aber stets durch Begleitinformationen wie Kamerabilder eingeordnet werden. Im Rahmen von "Pal2Rec" (Sensorbasierte logistische Aktivitätskennung von (Euro-)Paletten) überprüft man nun, ob sich die Bewegungsdaten von Paletten durch den Einsatz von Sensoren erkennen und interpretieren lassen. Das würde nicht nur eine komplett neue Datengrundlage für logistische Prozesse liefern, sondern auch ganz neue Analysemöglichkeiten zur Verfügung stellen, teilt das Fraunhofer IML mit.

Förderung durch den Bund

Das Projekt wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit rund 181.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Das Fraunhofer IML forscht als Verbundkoordinator gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen (FLW) der Technischen Universität Dortmund bis Oktober 2024 an dem Projekt. Ziel sei ein Machbarkeitsnachweis, dass logistische Prozesse durch die zusätzlichen Sensordaten interpretierbar und reproduzierbar sind.

Um diesen Nachweis zu erbringen, statten die Wissenschaftler eine Demonstrator-Palette mit den nötigen Sensoren aus. In einem experimentellen Rahmen wollen sie herausfinden, welche Sensoren besonders geeignet sind und welche Daten gesammelt werden sollen. In Kooperation mit Industriepartnern werden die Prozessschritte identifiziert, die im Mittelpunkt der Datenerhebung stehen sollen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Forscher ein Skript, das die Aufbereitung der Daten und eine manuelle Aktivitätserkennung ermöglicht. Schließlich sollen die Erkenntnisse großflächig unter Realbedingungen getestet werden.