Forschung: Optimierungspotenzial für Textillieferketten gesucht

Wissenschaftler der Hochschule Flensburg untersuchen, welche Faktoren in Schwellenländern die Nachhaltigkeit beeinflussen.

Wie können faire Textillieferketten in Schwellenländern aussehen? Dieser Frage widmet sich ein Forschungsprojekt der Hochschule Flensburg. (Symbolbild: Malp/Adobe Stock)
Wie können faire Textillieferketten in Schwellenländern aussehen? Dieser Frage widmet sich ein Forschungsprojekt der Hochschule Flensburg. (Symbolbild: Malp/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

An der Hochschule Flensburg ist ein Forschungsprojekt an den Start gegangen, das die Nachhaltigkeit von Textillieferketten in Schwellenländern untersucht. Das gab die Hochschule Anfang Juli in einer Pressemeldung bekannt. Ziel sei es demnach am Beispiel Deutschland und Äthiopien Optimierungspotenzial für Supply Chains im Bereich Fashionlogistik zu finden und zu eruieren, welche Faktoren die Nachhaltigkeitspraxis in den Produktionsländern beeinflussen.

Rückschlüsse für die Praxis

Mit dem Fokus auf Äthiopien als afrikanischem Schwellenland und Deutschland als situiertem Markt in Mitteleuropa hofft das Team aus Wissenschaftlern äthiopischer und deutscher Hochschulen Rückschlüsse für Forschung und Praxis zu ziehen. Wo herrschen Optimierungspotenziale, wo liegen Schwachstellen und wo drohen Fehler?

„Die Textil- und Bekleidungsindustrie gewinnt für Äthiopien enorm an Bedeutung“, sagt Marcus Brandenburg, Professor für Logistik und Supply Chain Management an der Hochschule Flensburg. „Umgekehrt steigt auch die Relevanz Äthiopiens als Standort in globalen Textillieferketten.“

Der Leiter des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Projekts „Sustainable Textile Supply Chains in Ethiopia and Germany“ sieht die Fortsetzung eines Offshoring, nun von ehemaligen in neue Schwellenländer. Wurde die Produktion zunächst aufgrund des steigenden Lohnniveaus von Zentral- und Osteuropa nach Fernost verlagert, so befördere der ökonomische Aufschwung von China, Indien und Co. nun die Verlagerung der Fabrikation nach Afrika.

Weiterführende Inhalte

Bis Ende 2022 untersuchen Brandenburg und sein Team, wie Nachhaltigkeitsstrategien in Textilproduktionsländern umgesetzt werden können. Orientiert man sich an bestehenden Arbeitsschutzstandards oder geht man gar einen Schritt weiter? Welche Anreize haben Firmen in Äthiopien, ihre Produktion nachhaltig zu gestalten? Drohen ihnen gar Sanktion in Form von Kundenverlusten wegen steigender Preise? „Letztlich wollen wir der Wissenschaft weitere Denkanstöße geben und dem Management konkrete Verbesserungspotenziale aufzeigen“, so Brandenburg.

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