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Forschung: Logistikdienstleister halten sich zurück

BVL fordert mehr Innovationen in der Logistik
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Thilo Jörgl

Deutschland gilt als eines der innovationsstärksten Länder Europas. Aber Logistikdienstleister hierzulande könnten deutlich mehr Geld in Forschung und Entwicklung stecken. Das betont die Bundesvereinigung Logistik (BVL). Deshalb hat die Vereinigung den Deutschen Logistik Kongress 2013 unter das Leitmotiv „Impulse, Ideen, Innovationen“ gestellt. Die Veranstaltung findet vom 23. bis 25. Oktober in Berlin statt. Hintergrund: Im Durchschnitt investieren deutsche Unternehmen rund zwei Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. „In der Logistik liegt dieser Anteil meist deutlich darunter. Dabei könnte die gesamte Wirtschaft wegen ihrer globalen Arbeitsteilung stärker von logistischen Innovationen profitieren“, sagt Prof. Dr. Raimund Klinkner, Vorstandschef der BVL.

In der Intralogistik hingegen sieht die Lage besser aus. Der Staplerhersteller Kion, bekannt durch Marken wie Linde oder Still, investierte beispielsweise 2012 mehr als 86 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung. Der Wert entspricht dem Wiesbadener Konzern zufolge 4,2 Prozent der Umsatzerlöse aus dem Neugeschäft. Die BVL will sich Klinkner zufolge für ein wachsendes Engagement der Logistikdienstleister in Forschung und Entwicklung einsetzen. „Um das Potenzial voll auszuschöpfen, das die Logistikforschung dem Wirtschaftsbereich eröffnet, brauchen wir ein strukturiertes Innovationsmanagement“, betont Klinkner. „Ziel muss es sein, dass Unternehmen wenigstens ein Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren. Bei einem Jahresumsatz des Wirtschaftsbereichs Logistik von mehr als 220 Milliarden Euro sind das 2,2 Milliarden Euro. Das wäre ein guter Anfang, um zu anderen Wirtschaftsbereichen aufzuschließen.“

Der BVL-Vorstandschef knüpft mit dem Ein-Prozent-Ziel an ähnliche Forderungen an, die Prof. Michael ten Hompel, Chef des Dortmunder Fraunhofer IML, auf dem Zukunftskongress Logistik im September 2011 äußerte. Viel bewegt hat sich seither jedoch nicht – mit einer Ausnahme. Wie LOGISTIK HEUTE in der Ausgabe September 2012 berichtete, gab es vergangenen Sommer Vier-Augen-Gespräche zwischen Prof. ten Hompel und Dr. Hansjörg Rodi, Vorstandschef der Schenker Deutschland AG. Kurz danach hat der Dienstleister den Beschluss gefasst, einen Prozent des wertschöpfenden Umsatzes pro Jahr in die Entwicklung zu investieren. Derzeit macht das etwa eine Summe von zehn Mio. Euro aus. Spätestens 2020 will sich das Unternehmen an der Größenordnung messen lassen.

Seit der Verkündung der Entwicklungs-Offensive von Schenker Deutschland sei er mit anderen Logistikdienstleistern in Gesprächen gewesen, betonte Prof. ten Hompel gegenüber LOGISTIKHEUTE. Bis dato verkündete aber noch kein weiteres Großunternehmen eine ähnliche Initiative. Best-Practice-Beispiele zum Thema Innovationen hat die BVL auf ihrer Website veröffentlicht unter http://www.bvl.de/thema/innovation-in-der-logistik

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