Forschung: Kooperation von Hödlmeyer und FH Steyr soll Trends erkennen helfen

Das „Hödlmayr Innovation Framework“ will technologische Trends frühzeitig in die Unternehmensstrategie integrieren.  

Die bislang vorliegenden Erkenntnisse aus dem Analyse-Prozess führten im Unternehmen bereits zu mehreren konkreten Projekten. Eines davon beschäftigt sich mit der KI-unterstützten Beladung von Fahrzeugtransportern. (Bild: Hödlmeyer)
Die bislang vorliegenden Erkenntnisse aus dem Analyse-Prozess führten im Unternehmen bereits zu mehreren konkreten Projekten. Eines davon beschäftigt sich mit der KI-unterstützten Beladung von Fahrzeugtransportern. (Bild: Hödlmeyer)
Therese Meitinger

Je volatiler das Umfeld, desto schwieriger gestaltet sich für ein Unternehmen die strategische Planung. Der kontinuierlichen Analyse und Bewertung von erkennbaren technologischen Trends kommt daher eine immer größere Bedeutung zu. Beim Logistikdienstleister Hödlmayr mit Sitz im österreichischen Schwertberg nutzt man dafür die Expertise und das Know-how der Fachhochschule Steyr, wie eine Pressemitteilung vom 5. April berichtet. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen demnach unmittelbar in die Unternehmensstrategie einfließen und in konkreten Projekten genutzt werden.

Unter dem Titel „Hödlmayr Innovation Framework“ wurde die Kooperation mit der Fachhochschule Steyr im vergangenen Jahr gestartet, so die Kooperationspartner.

„Wir haben uns als Ziel gesetzt, langfristige technologische Trends kontinuierlich in ihrer Entwicklung zu beobachten, zu analysieren und zu bewerten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir konsequent in der Strategiearbeit“, erklärt der für das Projekt zuständige CFO Robert Horvath.

Als Basis für die Analyse dient laut der Pressemitteilung das Trendradar des Beratungsunternehmens Trendone. Darin sind derzeit zwölf Megatrends definiert, die mit einem speziellen Scout-Programm stetig beobachtet und analysiert werden. Damit werde etwa bewertet, wie häufig eine technologische Entwicklung, zum Beispiel KI, im wissenschaftlichen Kontext als relevanter Trend erachtet werde, so Horvath. Daraus lasse sich die aktuelle Relevanz des Trends ableiten.

Ist das Know-how unternehmensintern vorhanden?

Durch die Kooperation mit der Fachhochschule Steyr ist Hödlmayr überzeugt, eine zusätzliche Expertise zu erhalten, um mögliche blinde Flecken zu vermeiden und zukünftige Innovationen in die Unternehmensstrategie miteinfließen zu lassen. „In intensiven Workshop-Sessions diskutieren wir etwa die Auswirkungen spezifischer Trends auf unseren Sales-Bereich, auf die Logistik oder auf unsere IT-Lösungen“, so der CFO. Dabei wird ihm zufolge unter anderem auch gecheckt, ob das für die Bewältigung der künftigen Herausforderungen nötige Know-how bereits unternehmensintern vorhanden ist oder erst aufgebaut werden muss. Dies habe wesentlichen Einfluss auf die Recruiting- und Ausbildungsaktivitäten des Unternehmens, erläutert Horvath.

Die bislang vorliegenden Erkenntnisse aus dem Analyse-Prozess führten nach Firmenangaben im Unternehmen bereits zu mehreren konkreten Projekten. Eines davon beschäftigt sich mit der KI-unterstützten Beladung von Fahrzeugtransportern. „Dies ist eine durchaus komplexe Entscheidung, weil die Beladung von vielen Komponenten abhängig ist. So spielen etwa die Lieferroute, die Fahrzeugdimensionen oder die Fahrzeugeigenschaften eine wesentliche Rolle“, erläutert Horvath. Dank KI-gestützter Simulationen werden ihm zufolge die Disponenten nun konkrete Vorschläge für die Beladung der Fahrzeuge erhalten. Künftig sollen 70 bis 80 Prozent aller Ladungen so erfolgen.

Auch an der FH in Steyr zeigt man sich über die Ergebnisse der bisherigen Zusammenarbeit mit Hödlmayr sehr zufrieden. „Hödlmayr ist ein sehr innovatives Unternehmen, das die wissenschaftlich-theoretischen Ansätze im Bereich Trendmonitoring und Trendanalyse wirkungsvoll in die Praxis transferiert“, betont Prof. Patrick Brandtner, der das Projekt betreut. Insgesamt kooperiert die FH Steyr in diesem speziellen Segment seit 2018 mit 10 bis 15 Unternehmen.