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Forschung: Firmen im Agrarbereich könnten massiv Energie sparen

Projekt entwickelt grüne Logistikkonzepte für Unternehmen.
Das Projekt bestätigt unter anderem der Verlagerung von Gütern von der Straße auf Schiene oder Binnenschiff großes Potenzial. (Foto: DB AG/Heiner Müller-Elsner)
Das Projekt bestätigt unter anderem der Verlagerung von Gütern von der Straße auf Schiene oder Binnenschiff großes Potenzial. (Foto: DB AG/Heiner Müller-Elsner)
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Nadine Bradl

Die Potenziale, Energie einzusparen und Kohlenstoffdioxid-Emissionen zu reduzieren, sind bei Unternehmen aus dem Bereich Logistik und Agrar noch lange nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt „Green²: Green Logistics im Agrobusiness“ der Hochschule Niederrhein, dessen Ergebnisse am 12. März 2015 nach zweijähriger Laufzeit präsentiert wurden.

Im Projekt ging es um die grenzüberschreitende Betrachtung der Lieferketten im Agrobusiness. Ziel war es, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß sowie die Energiekosten für die Unternehmen substanziell zu vermindern. Laut Prof. Dr. Holger Beckmann, Leiter des Forschungsprojekts, könnten sich Firmen so „Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern“ sichern.

Im Rahmen des Projekts gab es vier Themenfelder:

  • 1. Nachhaltiger Güterverkehr: Aus Sicht der Wissenschaftler besteht weiterhin großes Potenzial, Güter von der Straße auf Schiene oder Binnenschiff zu verlagern. Und das nicht nur, um Kohlenstoffdioxid-Emissionen zu sparen, sondern auch Transportkosten. Auch aufgrund des immer stärkeren Stauaufkommens im Grenzgebiet und des zunehmenden Lkw-Fahrermangels sei es wichtig, dass jedes Unternehmen die eigenen Transportaktivitäten beleuchtet.
  • 2. Nachhaltige Gestaltung der innerbetrieblichen Transport- und Lagerprozesse: Hier gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, um Energie zu sparen – wie etwa die Umrüstung auf LED-Lampen. Das Projektteam erstellte daher einen Leitfaden, der die nachhaltige Gestaltung der Intralogistik in Unternehmen fokussiert.
  • 3. Erhöhung der Energieeffizienz in der Lager- und Kühltechnik: Bei der energetischen Unternehmensanalyse zeigte sich, dass Einsparpotenziale schnell identifiziert werden können, wenn ein Energiemonitoring installiert ist. Große Kühl- und Lagerhäuser benötigen oft mehr als 50 Prozent ihres gesamten Energiebedarfs für die Kühlung. Mit Absorptionskältemaschinen lassen sich Waren mit in Kälte verwandelter Abwärme kühlen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Unternehmen so einen Großteil ihrer Energiekosten einsparen können.
  • 4. Elektronischer Marktplatz für Kühlkapazitäten: Die Lagerung temperaturgeführter Produkte unterliegt oft saisonalen Schwankungen – ungenutzte Flächen müssen aber trotzdem gekühlt werden. Hier wäre eine europaweit agierende Börse interessant. In Phasen geringer Auslastung können Unternehmen dort ihre freien Kapazitäten vermieten.

Ziel des INTERREG-IV-A-Projekts „Green²: Green Logistics im Agrobusiness“ war es, grüne Logistikkonzepte für Unternehmen im Agrarbereich zu entwickeln. Über das Institut GEMIT (Geschäftsprozessmanagement und IT) und das SWK-Energiezentrum E² ist die Hochschule Niederrhein Leadpartner des mit einem Finanzvolumen von 1,6 Millionen Euro ausgestatteten Projekts.

Beteiligt waren 21 Partner, darunter 18 Unternehmen und drei Hochschulen aus Deutschland und den Niederlanden. Die Hochschule Niederrhein erhielt rund 725.000 Euro Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen (MWEIMH NRW) sowie der Provinz Limburg.

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