Forschung: 6,8 Millionen Euro zusätzliche Förderung für Digitales Testfeld Air Cargo

Mit der zusätzlichen Förderung wird das groß angelegte Forschungsvorhaben bis August 2026 verlängert.   

Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr (links), übergibt den Förderbescheid an Dr. Harald Sieke, Abteilungsleiter Luftverkehrslogistik am Fraunhofer IML und Gesamtprojektleiter von DTAC. (Bild: Fraunhofer IML)
Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr (links), übergibt den Förderbescheid an Dr. Harald Sieke, Abteilungsleiter Luftverkehrslogistik am Fraunhofer IML und Gesamtprojektleiter von DTAC. (Bild: Fraunhofer IML)
Therese Meitinger

Um die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Transportkette in der Luftfracht signifikant zu steigern, ist eine umfassende Digitalisierung und Prozessautonomisierung unabdingbar. Dieser Aufgabe widmet sich seit 2021 das Projekt „Digitales Testfeld Air Cargo“ unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik zusammen mit neun Akteuren der Luftfrachtbranche. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) stockt nun laut einer Pressemitteilung vom 16. Mai die Förderung um 6,8 Millionen Euro auf, was die Fortsetzung der Arbeiten bis August 2026 erlauben soll. Damit summiert sich die Förderung auf 13,7 Millionen Euro und ein Gesamtvolumen von 18 Millionen Euro.

Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr:

„Wir brauchen Künstliche Intelligenz in der Luftfahrt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur so können wir knapp werdendes Personal gezielt einsetzen, begrenzte Infrastruktur optimal nutzen und damit langfristig Kosten senken. Wir haben gerade in der Logistik einen starken Arbeitskräftemangel. Digitale Technologien sind ein Schlüssel, um diesem zu begegnen und auch in Zukunft Waren zuverlässig, schnell und effizient per Luft transportieren zu können.“

Dr. Harald Sieke, Abteilungsleiter Luftverkehrslogistik am Fraunhofer IML und Gesamtprojektleiter von DTAC:

„Mit der Aufstockung des Digitalen Testfelds Air Cargo treiben wir den technologischen und den Wissensvorsprung in der Luftfracht voran. So präsentieren wir den Wirtschaftsstandort Deutschland weltweit als attraktiven und zukunftsweisenden Hub der Digitalisierung von Luftfrachtprozessen.“

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Digitale Lösungen open source zur Verfügung stellen

Im Projekt arbeiten laut den Projektpartnern die deutschen Luftfrachtstandorte gemeinsam mit weiteren Akteuren des Marktes an übertragbaren digitalen Lösungen, die open source der internationalen Community zur Verfügung gestellt werden. Im Fokus des Vorhabens steht demnach die Weiterentwicklung und Vertiefung der bisherigen Entwicklungen und Konzepte. Hierzu zähle insbesondere die Nutzung des internationalen ONE.record-Datenstandards und die Anwendung von KI-Methoden, um eine synergetische Verknüpfung von Prozessen zu gewährleisten, so die Pressemitteilung.

Beispielsweise können den Kooperationspartnern zufolge anhand KI-gestützter Prognose der Frachtraumauslastung durch Passagiergepäck freie Laderaumkapazitäten ermittelt und für den Gütertransport genutzt werden. Zudem untersucht das Vorhaben die Anwendung und Anpassung automatisierter und autonomer Laderoboter für den Einsatz im Luftfrachtbereich an Flughäfen.

Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern sei zentraler Bestandteil des Projekts, um globale Best Practices zu integrieren und den technologischen Vorsprung sowie den Industriestandort Deutschland zu stärken, heißt es. Die erwarteten Ergebnisse sollen nicht nur die Luftfrachtindustrie revolutionieren, sondern auch als Blaupause für andere Branchen dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Die Umsetzung des Projektes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den bestehenden Konsortialpartnern aus der Luftfrachtbranche, darunter die Flughäfen Frankfurt, Köln, Leipzig und München, sowie Unternehmen wie CHI Deutschland Cargo Handling GmbH, DB Schenker, Lufthansa Cargo AG, Sovereign Speed GmbH. Zudem sind Airbus und die International Air Transport Association (IATA) neben der LUG aircargo als assoziierte Partner für das Projekt vorgesehen und werden das Team nach Bedarf verstärken.