Flurförderzeuge: Still stellt Elektrostapler RX 60-35/50 vor

Einen weiteren Fokus legte der Intralogistik-Spezialist dabei auf intelligentes Energiemanagement.

Der RX 60-35/60 eignet sich auch für den Outdoor-Einsatz. (Foto: Still)
Der RX 60-35/60 eignet sich auch für den Outdoor-Einsatz. (Foto: Still)
Therese Meitinger

„Der kann alles, außer Abgase“ – unter dieses Motto stellte der Hamburger Intralogistiker Still am 12. Oktober die Premiere des elektrischen Gegengewichtsstaplers „RX 60-35/60“. Zu Beginn der dazugehörigen Pressekonferenz beschäftigten sich Kai von Berg, Leiter Produktmanagement Lagertechnik und Energie, und Björn Grünke, Produktmanager Energiesysteme, jedoch zunächst mit Grundsätzlichem. Sie warfen die Frage auf, wie ein intelligentes Energiemanagement in der Intralogistik künftig aussehen muss.

Der Druck in Sachen Nachhaltigkeit wächst und CO2-Emissionen werden zunehmend zum negativen Wettbewerbsfaktor“, schilderte Kai von Berg einen entscheidenden Hintergrund.

Doch in die Entscheidung für einen bestimmten Energieträger müssen ihrer Ansicht nach auch Kostenfaktoren und die Art des Intralogistik-Einsatz einlaufen. Wo eignen sich Verbrenner, wo Blei-Säure- und wo Lithium-Ionen-Batterien? Dabei gelte es, sich von alten Glaubenssätzen zu verabschieden. „Verbrenner findet man zum Beispiel im Außenbereich und da, wo es robuste Fahrzeuge oder eine hohe Leistung braucht“, erläuterte von Berg. „Außerdem sind sie in der Anschaffung etwas günstiger als Elektrostapler.“ Gehe man jedoch von den Gesamtbetriebskosten aus, schnitten E-Stapler deutlich besser ab – und viele Elektrovarianten eigneten sich mit ihrer gekapselten Technik bereits für den Heavy-Duty-Bereich. Als Gesamtsieger machten Grünke und von Berg Lithium-Ionen-Batterien aus, auch weil sie im Vergleich zu Blei-Säure-Batterien eine bessere Verfügbarkeit aufweisen.

Dass Still großes Potenzial bei Lithium-Ionen-Batterien sieht, bestätigte später auch Geschäftsführer Thomas A. Fischer. Aktuell liegt ihr Anteil bei den E-Staplern jedoch erst bei 15 bis 20 Prozent, während das Gros noch auf Blei-Säure-Batterien entfällt. Brennstoffzellen bieten Still zufolge viele Möglichkeiten mit Blick auf Nachhaltigkeit, sind wirtschaftlich aber aktuell noch selten darstellbar. Hier sprach sich die Führungsriege des Intralogistikers für mehr Engagement vonseiten der Politik aus.

Der RX 60-35/60 im Überblick

Der Gegengewichtsstapler RX 60-35/60, der die RX-Reihe um eine Variante für den Bereich von 3,5 Tonnen bis 5 Tonnen Tragkraft weiterschreibt, ist noch nicht mit Brennstoffzellen, dafür aber mit Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Batterieantrieb verfügbar. Innerhalb der Baureihe stehen den Kunden Still zufolge sieben verschiedene Fahrzeugvarianten zur Verfügung – mit einem Lastschwerpunkt von standardmäßig 500 Millimetern oder auf Wunsch auch 600 Millimetern. In allen Gewichtsklassen sei eine High-Performance-Variante verfügbar, die in anspruchsvollen Einsatzprofilen eine ausgeprägte Kraft und Beschleunigung sowie Umschlagleistung aufweise, heißt es. Mit dem Gegengewichtsstapler wendet sich Still an Anwender, die mit schweren Traglasten arbeiten, wie etwa die Getränke-, Gestein- oder Keramikindustrie.

Das Antriebskonzept des „kleinen Bruders“ mit 2,5 Tonnen Tragfähigkeit wurde nach Firmenangaben auf den neuen RX 60 bis 5,0 Tonnen übertragen. Möglich machen das Still zufolge zwei leistungsstarke gekapselte Drehstrom-Fahrmotoren mit aktiver Kühlung in der Vorderachse. Die beiden 11-Kilowatt-Motoren erhöhen demnach in der High-Performance-Variante die Fahrmotorleistung im Vergleich zum Vorgänger um 46 Prozent. Weil beide Motoren selbst bei vollem Lenkeinschlag angetrieben werden, ist der Stapler nach Firmenangaben besonders wendig. Die bedarfsgerechte aktive Kühlung ermögliche eine hohe thermische Stabilität auch bei höchster Umschlagleistung, heißt es. Robuste und wartungsfreie Lüfter kühlen demnach temperaturgesteuert die gekapselten Komponenten der Leistungselektronik sowie Hub- und Antriebsmotoren – und das ganz ohne Filter.

Der RX 60 ist laut Still bis zu 20 km/h schnell und weist eine hohe Verfügbarkeit auf. Schnellstart-Modus und automatische Federspeicher-Feststellbremse zahlten auf diesen Aspekt ein, heißt es. Der intuitive Bordcomputer „Still Easy Control“ ermögliche es, dass der Stapler in Sekundenschnelle einsatzbereit sei und der Fahrer sofort alle relevanten Performancefunktionen und Fahrzeuginformationen übersichtlich und komfortabel im Überblick habe.

Dank seines geringen Verbrauchs sowie der Batteriekapazität von 930 Amperestunden (59,5 Kilowattstunden) beziehungsweise in der Lithium-Ionen-Ausstattung von bis zu 118,4 Kilowattstunden beim RX 60-50 soll der Gegengewichtsstapler in der Lage sein, zwei Schichten am Stück ohne Zwischenladen zu meistern. Den Batteriewechsel soll eine seitliche Batterietür erleichtern. Die vier Millimeter dicke Stahltür lässt sich Still zufolge nun auch beim RX 60-35/50 kurzerhand um 180 Grad nach hinten öffnen, die Batterie kann mithilfe eines Elektro-Hubwagens von nur einer Person gewechselt werden – das spart Platz, Zeit, Kraft und Ressourcen. Optional sorge ein integriertes Einbauladegerät zum einfachen und schnellen Zwischenladen während der Arbeit für noch mehr Flexibilität, heißt es.

 

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