Flurförderzeuge: Sicher im explosiven Umfeld bewegen

Die Linde „EX-Monitoring“-App soll Fahrern und Flottenmanagern in den ATEX-Zonen 1/21 oder 2/22 ein umfassendes Zustands-Monitoring liefern.

Heute bereits für fünf Baureihen verfügbar, soll die Ex-Monitoring-App Bestandteil aller zukünftigen ex-geschützten Linde-Modelle sein. (Foto: Linde MH)
Heute bereits für fünf Baureihen verfügbar, soll die Ex-Monitoring-App Bestandteil aller zukünftigen ex-geschützten Linde-Modelle sein. (Foto: Linde MH)
Therese Meitinger

Linde Material Handling (MH) hat Ende November eine „EX-Monitoring“-App vorgestellt. Sie soll Fahrer explosionsgeschützter Stapler über den Zustand sicherheitsrelevanter Parameter informieren und Servicetechniker bei Diagnose und Reparatur unterstützen, so der Aschaffenburger Hersteller.

Um Zündquellen zu vermeiden, die bei Vorliegen einer explosionsfähigen Atmosphäre zu Detonationen führen könnten, sind gemäß ATEX-Verordnung beim Betrieb von Flurförderzeugen konsequent definierte, sicherheitsrelevante Parameter zu überwachen. Linde MH hat mit Blick auf das fortlaufende Monitoring dieser Werte die EX-Monitoring-App entwickelt: Sie soll dem Unternehmen zufolge die Fahrzeugverfügbarkeit sicherstellen, indem sie sicherheitsrelevante Werte und Fehler anzeigt und konkrete Handlungsempfehlungen gibt.

„Der Betrieb von ex-geschützten Fahrzeugen in sensiblen Bereichen wird damit noch produktiver“, fasst Elke Karnarski, verantwortliche Produktmanagerin für ex-geschützte Linde-Flurförderzeuge und Lösungen zusammen.

Viele Bereiche der Logistik sind explosionsgefährdet, weil entzündliche Gefahrstoffe hergestellt, verarbeitet, transportiert und gelagert werden. Hier sind jegliche Zündquellen, die eine Explosion mit verheerenden Folgen verursachen könnten, unbedingt auszuschließen. Flurförderzeuge sind in den ATEX-Zonen 1/21 und 2/22 zu finden – dazu gehören beispielsweise Bereiche der Produktion, in denen Gefahrstoffe offen vermischt oder umgefüllt werden, sowie Bereiche, in denen Gefahrstoffe in geschlossenen Behältern gelagert und transportiert werden und sich im Falle einer Havarie oder eines Unfalls freisetzen können.

Blinkcodes unmissverständlich machen

Wenn Gase oder Stäube sich mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft verbinden, kann eine explosive Atmosphäre entstehen. Zündherde an Fahrzeugen werden einerseits durch eine entsprechende ex-geschützte Ausstattung vermieden, zum anderen durch die konsequente Überwachung sicherheitsrelevanter Parameter – bis zu 50 Werte in einem explosionsgeschützten Fahrzeug, vor allem temperaturrelevante Parameter, Widerstände, Spannungen und Abnutzung. Bislang sei es übliche Praxis, den Fahrer mittels Blinkcode am Fahrzeugdisplay über sicherheitskritische Fehler zu informieren, doch dies sei fehleranfällig, so Linde MH.

Die Linde EX-Monitoring-App adressiert dieses Problem. Sie soll Fahrern und Flottenmanagern in den ATEX-Zonen 1/21 oder 2/22 ein umfassendes Zustands-Monitoring liefern. Die App checke das ex-geschützte Fahrzeug an Ort und Stelle und zeige auf, was konkret zu tun sei, heißt es. Sie informiere über die Bedeutung des Blinkcodes und benenne den vorliegenden Fehler. Das integrierte zweistufige Ampelsystem weist laut Linde MH unmissverständlich die nächsten Schritte an: Mit der gelben Anzeige ist das Fahrzeug abzukühlen und ein Wartungstermin zu vereinbaren. Bei roter Lampe heißt es: Stopp und Servicetechniker anfordern! Hilfestellung soll die detaillierte Diagnose mit allen Werten der überwachten Komponenten und Parameter zeigen. Außerdem zeigt die App die Fehlerhistorie an und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Heute bereits für fünf Baureihen verfügbar, soll die Ex-Monitoring-App Bestandteil aller zukünftigen ex-geschützten Linde-Modelle sein.

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