Flughäfen: Ver.di-Streik beeinträchtigt auch Luftfracht

Nach Ansicht von VACAD kommen die Abläufe von Luftfrachtabfertigern im Zuge des Streiks aus dem Takt, da ungewöhnlich hohe Tonnagespitzen bewältigt werden müssen.

Luftfracht-Lieferketten werden laut VACAD durch den Streik an den Flughäfen beeinträchtigt. (Symbolbild: Thatsarpars / AdobeStock)
Luftfracht-Lieferketten werden laut VACAD durch den Streik an den Flughäfen beeinträchtigt. (Symbolbild: Thatsarpars / AdobeStock)
Therese Meitinger

Kurz nach Beginn des Sommerflugplans bestreikt die Gewerkschaft ver.di am 27. März ganztägig einen Großteil der Flughäfen in der Bundesrepublik. Direkte Auswirkungen habe diese Aktion auch auf die Luftfracht an deutschen Flughäfen, so der Verband der Air Cargo Abfertiger Deutschlands (VACAD) in einer Pressemitteilung. Mit dem Ausfall zahlreicher Passagierflüge entfallen auch erhebliche Beiladekapazitäten. Diese sogenannte Belly-Fracht macht nach Verbandsangaben rund die Hälfte des verfügbaren Laderaumes im Luftverkehr aus. Stockende Abfertigungen von Fracht strapazierten hierbei das Luftfrachtsystem (Personal und Infrastruktur), argumentiert VACAD. Parallel dazu würden systemkritische Liefer- und Wertschöpfungsketten beeinträchtigt.

Belly-Kapazitäten fehlen

Insbesondere zeiteilige und empfindliche Güter werden laut VACAD über den Luftweg nach Deutschland im- und exportiert. Dies sind zum Beispiel temperaturempfindliche Pharmazeutika oder wichtige Maschinenersatzteile für Produktionsstätten. Auch wenn das Personal der Luftfrachtabfertiger nicht bestreikt werde, wirkten sich die aktuellen Streiks direkt auf die Abfertigung von Aircargo-Gütern aus, so der Verband. Fallen demnach zahlreiche Passagierflüge aus und somit auch Frachtkapazitäten, entstehen daraus Abfertigungsblockaden – die zusätzliche Staus verursachen. Insbesondere in Stoßzeiten kommen die Abläufe von Luftfrachtabfertigern somit aus dem Takt, da ungewöhnlich hohe Tonnagespitzen bewältigt werden müssen. Nicht nur spannt nach Ansicht von VACAD dieser Streik die ohnehin kritische Personalsituation an deutschen Flughäfen weiter an. Direkte Folge sind somit massive Verzögerungen in den Lieferketten der oftmals eiligen und wichtigen Güter.

„Das Streikrecht ist ein wichtiges und fundamentales Recht, also aus sehr gutem Grund fest im deutschen Grundgesetz verankert. In Anbetracht der infrastrukturellen Relevanz der Luftfracht für die Gesellschaft in Deutschland sollten Streiks jedoch das allerletzte Mittel sein. Nicht nur kommen wichtige Lieferketten ins Stocken, auch wird der Arbeitsdruck auf das ohnehin stark belastete Personal in der Frachtabfertigung weiter erhöht. Wir würden es daher begrüßen, wenn die Gewerkschaften wieder auf Verhandlungen setzen würden“, sagt Claus Wagner, Vorstandsvorsitzender des VACAD.

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