Flächenmangel: Logistik trifft Kita

Warum die Mischnutzung von Logistikimmobilien auch in Deutschland kommen wird.

Die unvermindert hohe Nachfrage nach stadtnahen Logistikflächen wird laut GSE die Suche nach innovativen Immobilienkonzepten in den kommenden Jahren vorantreiben. (Symbolbild: AdobeStock/ alzay)
Die unvermindert hohe Nachfrage nach stadtnahen Logistikflächen wird laut GSE die Suche nach innovativen Immobilienkonzepten in den kommenden Jahren vorantreiben. (Symbolbild: AdobeStock/ alzay)

In Frankreich bereits gang und gäbe, in Deutschland noch unterentwickelt: Die Mischnutzung von stadtnahen Logistikimmobilien, so die Ansicht von GSE Deutschland. Bei der Mischnutzung trifft Logistik beispielsweise auf Bäcker, Friseur oder Kita. Denn: Die unvermindert hohe Nachfrage nach stadtnahen Logistikflächen wird laut GSE die Suche nach innovativen Immobilienkonzepten in den kommenden Jahren vorantreiben. Mit einer kreativen Architektur, die in die (Stadt-)Landschaft passt, und mit einer modernen, nachhaltigen Bauweise, die multifunktionale Nutzungsformen ermöglicht, werden solche Hybridlösungen nicht nur eine Antwort auf den Flächenmangel liefern, sondern auch gute Argumente, die im Ansiedlungswettbewerb zwischen Logistik und anderen gewerblichen Nutzungsformen punkten, heißt es von Seiten des Projektentwicklers.

„Der wachsende Flächenmangel in Metropolregionen wird künftig viele kreative Lösungen hervorbringen, die nicht dem bisherigen Bauordnungsprinzip entsprechen“, erklärt Dany Brodhag, Geschäftsführer von GSE Deutschland.

Kommunikation ist wichtig

Die Chancen für die zunehmende Akzeptanz von Logistikansiedlungen werden mit dem gesellschaftlichen Verständnis einer systemrelevanten Dienstleistung, die in der Pandemie die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt und selbst im Lockdown „den Laden am Laufen hält“, wachsen, so GSE in einer Meldung weiter. Die offene und frühzeitige Kommunikation mit Städten und Gemeinden werde noch mehr Bedeutung gewinnen, um stadtnahen Logistikprojekten den Boden zu bereiten. Denn sicher ist, dass die Anforderungskataloge der Kommunen noch umfangreicher werden, was beispielsweise Themen wie Klimaneutralität betrifft.

„Die zunehmende Durchmischung von Logistik, Industrie und Wohnen führt zu neuen Nutzungsformen und damit zu Immobilienkonzepten, für die es auf dem Bauantragsformular kein Kästchen gibt“, so Brodhag. „Als Immobilienentwickler müssen wir Städten und Gemeinden den Werkzeugkasten liefern, der es den beteiligten Gremien leichter macht, Freigaben voranzutreiben und mögliche Kompromisse schließen zu können. Mit dem Konzept built-to-suit-for-cities hat GSE Deutschland eine Antwort auf zentrale Anforderungen bei städtischen Ansiedlungsvorhaben entwickelt, die wir im kommenden Jahr weiter ausbauen werden.“

Rahmenbedingungen müssen passen

Vordringliche Aufgabe der Länder werde es sein, die regulatorischen Rahmenbedingungen für Sonderbauten dieser Art zu schaffen und - auch durch beschleunigte Genehmigungsverfahren - den Weg für zukunftsweisende Logistikimmobilienprojekte frei zu machen.

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