Fashionlogistik: Tchibo schickt Kleidung in den Kreislauf

Gemeinsam mit der Secondhand-Plattform Sellpy testet das Hamburger Handelsunternehmen den Verkauf getragener Kleidung.

Ein Herz für Secondhand-Mode: Tchibo testet gemeinsam mit der Plattform Sellpy den Verkauf von gebrauchter Kleidung. (Foto: Tchibo)
Ein Herz für Secondhand-Mode: Tchibo testet gemeinsam mit der Plattform Sellpy den Verkauf von gebrauchter Kleidung. (Foto: Tchibo)
Sandra Lehmann

Das Hamburger Einzelhandelsunternehmen Tchibo testet seit Anfang Juli erneut, wie gut gebrauchte Kleidung bei den Verbrauchern ankommt. Gemeinsam mit der Berliner Second-Hand-Plattform Sellpy hat der Händler einen online Pop-up-Store eröffnet, in dem Kunden getragene Tchibo-Fashion in gutem oder neuwertigem Zustand erwerben können. Nach eigenen Aussagen ist der Omnichannel-Anbieter die erste Mainstream-Marke, die auf Sellpy einen eigenen Shop eröffnet. Der Testlauf ist zunächst für drei Monate ausgelegt.

Bereits von 2018 bis 2021 testeten die Hanseaten einen Mietservice für Kinderkleidung und andere Tchibo-Produkte, um eine nachhaltigere Konsumvariante auszuprobieren.

„Trotz großen medialen Interesses haben wir Tchibo Share nach drei Jahren einstellen müssen. Warum? Wir erreichten nicht die Kundenanzahl, die das Geschäftsmodell tragfähig gemacht hätte. Das Mieten von Alltagsmode war eben noch sehr neu und nicht üblich“, erläutert eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber LOGISTIK HEUTE. „Ein Learning daraus ist, dass das Kaufen von Secondhandware eine gängigere und gelernte Alternative ist, um Produkte im Kreislauf zu halten. Genau das möchten wir in unserem Piloten mit Sellpy einmal testen.“

Die Ware für den Pop-up-Store stammt dem Unternehmen zufolge aus der für 2020 eingelagerten Ware für Tchibo Share. Diese wurde an Sellpy zum Abverkauf weitergegeben. Darüber hinaus haben Kunden die Möglichkeit weitere Tchibo-Artikel an die Secondhand-Plattform weiterzugeben. Dazu kann über die Sellpy-Website gegen eine Gebühr von 2,45 Euro eine spezielle Versandtasche bestellt werden. Dort können Konsumenten Waren von Tchibo, aber auch vielen weiteren Anbietern einlegen und an die Plattform senden. Dafür sollte die Kleidung in gutem, sehr gutem oder neuwertigem Zustand sein sowie gewaschen und gebügelt.

Gegen eine Anzeigengebühr übernimmt Sellpy nach Eigenangaben alle weiteren Schritte vom Sortieren der Ware über das Aufbereiten für den Verkauf, das Fotografieren der Artikel, das Einstellen auf der Plattform sowie den Versand an die Käufer.

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