Fashionlogistik: Sievi investiert in Automatisierung

SSI Schäfer erweitert das bestehende Warenlager des Herstellers von Sicherheitsschuhen in Finnland.

So soll das erweiterte Logistikzentrum in Finnland für Sievi aussehen. (Visualisierung: SSI Schäfer)
So soll das erweiterte Logistikzentrum in Finnland für Sievi aussehen. (Visualisierung: SSI Schäfer)
Melanie Wack

Der nordeuropäische Hersteller von Sicherheitsschuhen, Sievi, beauftragte SSI Schäfer mit der Erweiterung des bestehenden Warenlagers im gleichnamigen Ort Sievi in Finnland, das hat SSI Schäfer am 1. Juni bekannt gegeben. Das Unternehmen beliefert der Mitteilung zufolge mit seinen Produkten den lokalen Markt, exportiert aber auch in mehr als 40 Länder weltweit. Die Inbetriebnahme des Projekts ist für Dezember 2022 geplant.

Nachhaltige Erweiterung

Stets auf der Suche nach zukunftssicheren Lösungen und Innovationen sowie angetrieben vom Branchenwachstum sah Sievi laut SSI Schäfer die Notwendigkeit, in eine Lagerautomatisierung zu investieren. Das Hauptziel von Sievi sei es, eine schnelle und nahtlose Lieferung der 200 SKU (Stock Keeping Units beziehungsweise Bestandseinheiten) an die Kunden zu ermöglichen und zukünftigen Entwicklungsplänen zur Erweiterung der Produktions- und Lagerkapazitäten gerecht zu werden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wird SSI Schäfer das bestehende System von Sievi laut eigenen Angaben nachhaltig erweitern, sodass die Gesamtleistung pro Stunde verdoppelt und über 60 Prozent mehr Lagerplätze geschaffen werden können.

Die bestehende Anlage von Sievi wurde von SSI Schäfer bereits 2009 realisiert. Das gemeinsame Projekt, die Skalierbarkeit der bestehenden Lösung und die flexibel einsetzbare Software „WAMAS“ von SSI Schäfer legten laut Mitteilung den Grundstein für diese fortlaufende Partnerschaft.

„Sievi ist ein Marktführer in dieser Branche und eine der bekanntesten Marken in Finnland. Es ist großartig, die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen weiterzuführen, das starke Werte vertritt und, so wie wir, ein familiengeführtes Unternehmen ist. Wir freuen uns darauf, Teil dieser zukünftigen Erweiterung von Sievi zu sein“, so Michael Hillström, General Manager bei SSI Schäfer in Finnland und Schweden.

Leistung und Lagerkapazität

Um die Leistungsanforderungen zu erfüllen, realisiert SSI Schäfer laut Mitteilung eine Lösung für eine effizientere Sequenzierung zwischen dem automatischen Kleinteilelager und den Packstationen. Die sechs bestehenden Packstrecken werden demontiert und sechs neue Packstrecken an anderer Stelle integriert. Zudem werden vor den Packstationen insgesamt sechs Sequence-Tower installiert, die zahlreiche Puffer-Lagerplätze bieten, welche durch Heber verbunden sind. Behälter und Kartons, die aus dem automatischen Kleinteilelager ausgelagert werden, können somit SSI Schäfer zufolge effizient gepuffert und in der richtigen Reihenfolge zu den Packstationen transportiert werden.

Mögliche Lagerengpässe sollen durch ein neues Hochregallager mit vier „SSI Exyz“ Regalbediengeräten vermieden werden. Die SSI Exyz Regalbediengeräte werden sowohl Paletten mit Rohmaterialien als auch mit halbfertigen Produkten bearbeiten. Auch das automatische Kleinteilelager, in dem Schuhkartons gelagert werden, wird um drei Gassen erweitert. Die skalierbare und nachhaltige Lösung ermöglicht es Sievi Rohmaterialien und fertige Produkte in einem einzigen Warenlager an nur einem Produktionsstandort zu lagern.

Nach dem Wareneingang werden Rohmaterialien und halbfertige Produkte im neuen Hochregallager zwischengelagert und nach Bedarf in den Produktionsbereich transportiert. Die fertigen Produkte sollen danach im automatischen Kleinteilelager untergebracht werden. Schuhkartons werden zu den Sequence-Towern transportiert, wo sie gepuffert und anschließend mithilfe von Hebern und Fördertechnik in der richtigen Reihenfolge zu den Packstationen gebracht werden. An diesen Stationen werden die Schuhkartons auftragsgemäß gepackt, so die die SSI Schäfer-Angaben. Nach der Etikettierung werden sie zum Warenausgangsbereich transportiert und schließlich an die Händler geliefert. Die Auftragsgröße könne dabei von einem bis 2.000 Kartons reichen. Die Lösung wird durch die Logistiksoftware „WAMAS“ von SSI Schäfer und Fördertechnik abgerundet, so die Mitteilung.

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