Fashionlogistik: Automatisierung bei der Landmark Group

Dematic nimmt das neue Distributionszentrum in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Betrieb.

Dematic hat ein neues automatisiertes Premium-Distributionszentrum für die Landmark Group in Dubai, Vereinigte Arabischen Emirate, fertiggestellt. (Foto: Dematic)
Dematic hat ein neues automatisiertes Premium-Distributionszentrum für die Landmark Group in Dubai, Vereinigte Arabischen Emirate, fertiggestellt. (Foto: Dematic)
Melanie Endres

Wie Dematic am 26. Januar vermeldet hat, hat der Intralogistiker ein neues automatisiertes Distributionszentrum für die Landmark Group in Dubai, Vereinigte Arabischen Emirate, fertiggestellt. Mit diesem führt der multinationale Einzelhändler die Logistikaktivitäten für einen Teil seiner fünf bestehenden manuellen Distributionsstandorte zusammen, so die Mitteilung. Das neue Distributionszentrum biete umfassende Lagerkapazitäten für bis zu 2,2 Millionen Kartons und zwei Millionen Textilien im „Dematic Garment-on-Hanger-(GOH)-System“. Außerdem sei dort das bis dato größte Dematic Multishuttle-System mit mehr als 1.200 Shuttles, 94 Liften und fast 950.000 Stellplätzen auf 33 Ebenen integriert. Dank der Automatisierung könne Landmark bis zu 15.000 Behälter pro Stunde andienen.

Das 43 Meter hohe Hochregal-Palettenlager mit 36.000 Stellplätzen ist laut Dematic zudem eines der größten seiner Art in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Verbunden sind die Subsysteme durch elf Kilometer Behälter- und Palettenfördertechnik sowie durch einen Sorter. Sowohl die Lagerverwaltungs- als auch die Materialflussoptimierung steuere die „Dematic iQ Software“.

„Dank der von Dematic entwickelten Automatisierungslösung ist unsere Supply-Chain jetzt effizienter, produktiver und transparenter. Mit der Investition fördern wir darüber hinaus den technologischen Fortschritt und nehmen in unserer Region eine Pionierposition ein“, so Mihin Shah, Chief Supply Chain Officer bei Landmark Group.

Im Containerhafen

Das neue Distributionszentrum befindet sich in der Jebel Ali Free Zone (JAFZA) in der Nähe des Containerhafens DP World Jebel Ali Port. An diesem Standort lagert und verteilt die Landmark Group Kleidungsstücke, Möbel, Spielwaren, kleine Artikel und mehr an fast 1.400 ihrer Einzelhandelsgeschäfte und von dort aus direkt an Endverbraucher.

Hasan Dandashly, Präsident und CEO von Dematic, erklärt: „Landmark bot uns die Gelegenheit, neben der Zusammenführung des Fulfillment-Betriebs auch die Umgestaltung ihres Geschäfts zu unterstützen. Das Unternehmen kann ein erstaunliches Wachstum in kurzer Zeit vorweisen und hat sich zu einem der größten Einzelhändler im Nahen Osten, in Afrika und Indien entwickelt.“ Landmark beliefert inzwischen mehr als 2.300 Geschäfte in 24 Ländern. „Wir sind stolz darauf, dass Landmark auf uns als Kooperationspartner vertraut, um seinen Betrieb zu optimieren, um sowohl die gegenwärtige Nachfrage zu erfüllen als auch sich für zukünftige Erfolge zu positionieren“, so Dandashly.

43 Meter hoch

Ein Alleinstellungsmerkmal des 265.000 Quadratmeter großen Standorts ist Dematic zufolge das 43 Meter hohe Palettenlager in Silo-Bauweise mit bis zu 36.000 Stellplätzen für den Wareneingang. Der nicht sofort für die Distribution benötigte Bestand wird palettiert und dann mit vier 41-Meter-Stapelkränen vom Modell „SR-U1500/1“ mit zwei Teleskopgabeln ein- und ausgelagert. Im klimatisierten Palettenhochregallager werden temperaturempfindliche Artikel gelagert. Es ist mit einem Brandschutzsystem mit sauerstoffreduzierter Atmosphäre ausgestattet, sodass selbst sensible und leichtentzündliche Güter gelagert werden können, so die Angaben in der Pressemeldung.

Das Dematic Multishuttle-System bietet nach Herstellerangaben zudem eine schnelle Warenbewegungen unter maximaler Raumausnutzung. Der patentierte „Inter-Aisle“-Transfer, ermöglicht laut Mitteilung einen gangübergreifenden Warenaustausch sowie eine doppeltiefe Lagerung. Mehrere Lifte pro Gang und leitschienengesteuerte Shuttles mit Hochleistungsbeschleunigung und -geschwindigkeit schaffen demnach die Voraussetzungen dafür, dass ein einzelnes Shuttle zwischen 700 und 800 Stellplätze bedient. Folglich können bis zu 15.000 Behälter pro Stunde zu den Kommissionierstationen befördert werden, womit die Anlage die größte und schnellste ihrer Art ist, die Dematic nach eigener Aussage je installiert hat.

Shah resümiert: „Mit diesem Distributionszentrum haben wir eine Logistik-Benchmark für den gesamten Nahen Osten gesetzt.“

Für hängende Textilien

Die Anlage bietet auch Kapazitäten für hängende Textilien: Das Dematic GOH-System könne bis zu zwei Millionen Kleidungsstücke aufnehmen und Durchsatzraten von bis zu 250.000 Artikeln pro Tag erzielen. Die Gesamtlösung umfasst laut Pressemeldung mehr als 200 spezifizierte Arbeitsstationen inklusive Value Added Services, darunter Dienstleistungen wie die Anpassung von Waren für bestimmte Einzelhändler durch Anbringen von Etiketten, durch Branding oder mit Werbeangeboten. Ein elf Kilometer langes Dematic-Bandfördersystem für Behälter und Paletten sowie Dematic-Sorter vervollständigen die Anlage.

Immer am richtigen Ort

Die Dematic iQ Software sorgt für den Materialfluss, damit Landmark seinen Lieferverpflichtungen gegenüber Einzelhändlern nachkommen kann. Die Software fungiert als Warehouse Management System (WMS) für die Bestandsverwaltung und umfasst ein „Warehouse Control System (WCS)“ sowie einen „Material Flow Controller (MFC)“. Die Waren werden je nach der aktuellen und prognostizierten Nachfrage in vier automatisierten Lagerbereichen und im temperaturgeregelten manuellen Lager dynamisch umpositioniert, so die Mitteilung. Die Dematic-Lösung sorge zudem für das Handling von hängender und flacher Ware innerhalb eines Systems gemäß Kundenanforderung und gewünschter Sequenzierung. Gleichzeitig stelle die Software sicher, dass sich das richtige Produkt jederzeit am richtigen Ort befindet, unter der Zusatzanforderung die Workloads ausgewogen auf die Subsysteme zu verteilen.

„Die Automatisierung bietet Skalierbarkeit und Geschwindigkeit bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Arbeitssicherheit“, sagte Shah.

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