Fashion: Kartellamt stimmt Übernahme der Adler Modemärkte AG zu

Der Kauf durch den Berliner Logistikdienstleister Zeitfracht läuft laut dem Unternehmen nach Plan.

Der Logistikdienstleister Zeitfracht darf den Fashionanbieter Adler Modemärkte übernehmen. (Foto: Adler)
Der Logistikdienstleister Zeitfracht darf den Fashionanbieter Adler Modemärkte übernehmen. (Foto: Adler)
Sandra Lehmann

Das vorwiegend auf Logistikdienstleistungen spezialisierte Berliner Unternehmen Zeitfracht darf den insolventen Fashionanbieter Adler Modemärkte AG übernehmen. Diesen Plänen stimmte nun das Bundeskartellamt zu, wie Zeitfracht den Medien gegenüber mitteilte. Nachdem vor Kurzem das Insolvenzverfahren gegen die in Haibach ansässige Modekette eröffnet worden ist, laufe die Übernahme gemäß den Plänen des Logistikdienstleisters.

Onlinesegment stärken

Mit der Übernahme erweitert das Familienunternehmen Zeitfracht nach Eigenangaben seine Aktivitäten neben Medien- und Elektronikprodukten um den Bereich Textilien. Zeitfracht erwartet für die Adler Modemärkte erhebliche Synergien durch die Digitalisierung der Logistikabläufe. Weiterhin soll der größtenteils auf den stationären Vertrieb ausgerichtete Textilhandel in Zukunft auch online verstärkt werden und damit erheblich zum Umsatz beitragen.

Wolfram Simon-Schröter, für Mergers & Acquisitions zuständiges Vorstandsmitglied der Zeitfracht Gruppe:

„Wir freuen uns sehr, dass das Bundeskartellamt grünes Licht für unsere Pläne gegeben hat. Mit unserem Konzept konnten wir schon die Gläubiger der Adler Modemärkte AG überzeugen. Wir haben mehrfach bewiesen, dass wir wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen in kurzer Zeit erfolgreich neu aufstellen und Synergieeffekte innerhalb der Zeitfracht Gruppe schnell wirksam werden. Aus unserer Sicht ist Adler auch ein Logistikunternehmen mit angeschlossenem Einzelhandel.“

Bei dem Aufbau eines stärkeren Onlinegeschäfts werde die Zeitfracht-Tochter Coconad für die gesamte Palette des E-Commerce- und Onlinemarketings eine Schlüsselrolle spielen: Coconad entwickelt Zeitfracht zufolge bereits jetzt für Kunden unterschiedlicher Branchen Business-Umfelder und präsentiert die Marken und Produkte ihrer Kunden am digitalen Point of Sale. Zudem führen die Adler-Märkte bereits heute ein großes Sortiment an Nicht-Textilien und übernehmen gerade im ländlichen Raum eine Nahversorgerfunktion. Zeitfracht werde das Sortiment daher um zusätzliche Artikel erweitern.

Die Adler Modemärkte AG ist börsennotiert und mit ihrem bundesweiten Filialnetzwerk eine der größten Textil-Einzelhandelsketten vor allem in Deutschland. Sie betreibt aber auch Filialen in Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Das Unternehmen musste wegen der Coronakrise und der damit verbundenen Schließung ihrer Einzelhandelsgeschäfte Anfang des Jahres Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden.

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