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Fashion: Gerry Weber strukturiert Konzern um

Modehändler streicht 150 Stellen in Logistik und Verwaltung.
Gerry Weber strukturiert sich um und hat Stellenstreichungen in der Logistik beschlossen. (Foto: Jäckle)
Gerry Weber strukturiert sich um und hat Stellenstreichungen in der Logistik beschlossen. (Foto: Jäckle)
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Sandra Lehmann

Der Modehändler Gerry Weber plant umfassende Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns, die auch mit einem Stellenabbau in der Zentrale des Unternehmens in Halle/Westfalen sowie in der dortigen Logistik verbunden sind. Das gab der Fashionanbieter am 13. Juni der Öffentlichkeit bekannt.

Digitalisierung im Fokus

Demnach möchte Gerry Weber sein Geschäftsmodell grundlegend umbauen und hat dazu nach eigenen Angaben ein umfangreiches Performance-Programm für nachhaltiges Wachstum aufgelegt. Im Mittelpunkt des neuen Konzepts ständen eine Go-to-Market-Strategie, die Verschlankung aller relevanten Prozesse sowie die Digitalisierung aller wichtigen Geschäftsbereiche. Das Programm umfasse insgesamt acht Teilprojekte – Produktentwicklung, Beschaffung, Retail, Wholesale, Logistik, IT, Support und Digital – und verfolge konsequent einen vertikalen Prozessansatz. Besonderes Augenmerk möchte das Unternehmen eigenen Aussagen zufolge auf den Aufbau eines Omnichannel-Modells legen, das die Verzahnung aller Verkaufskanäle ermöglicht.

15 Millionen Euro sollen gespart werden

Neben der inhaltlichen Umstrukturierung forciert das Unternehmen massive Einsparungen im Sach- und Personalkostenbereich, um den Konzern weiter zu verschlanken. Wie Gerry Weber selbst berichtet, sollen in den Bereichen Logistik, Beschaffung, Verwaltung und Produktentwicklung in den kommenden Jahren 13 bis 15 Millionen Euro eingespart werden. Hierfür plant der Modehändler in den kommenden zwei Jahren den Abbau von 140 bis 150 Vollzeitstellen in der Konzernzentrale sowie im Logistikzentrum des Unternehmens im Ravenna Park in Halle/Westfalen. Der Logistikstandort war erst Ende 2015 in Betrieb genommen worden und hat das Unternehmen rund 90 Millionen Euro gekostet (LOGISTIK HEUTE berichtete in Ausgabe 9/2016).

Nachhaltiges Wachstum als Ziel

„Gerade als traditionelles Familienunternehmen fallen uns die notwendigen Einschnitte, um Gerry Weber zurück auf die langjährige Erfolgsspur zu bringen, nicht leicht. Die Ergebnisse des ersten Halbjahrs 2017/18 haben jedoch gezeigt, dass wir trotz der positiven Effekte aus dem bereits abgeschlossenen Programm „FIT4GROWTH“ fundamental und konsequent gegensteuern müssen. Unser Ziel bleibt es, wieder nachhaltig zu wachsen – bei Umsatz und Ergebnis“, sagte Ralf Weber, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Der Konzern bemühe sich, den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Umsatz rückläufig

Grund für die geplante Veränderung des Geschäftsmodells und die Stellenstreichungen sind die rückläufigen Umsatzzahlen für das erste Halbjahr 2018. Wie Gerry Weber berichtet, erwirtschaftete der Konzern bis zum 30. April 404, 7 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (427,8 Millionen Euro) entspricht das einem Rückgang von 5,4 Prozent. Deshalb habe der Modehändler auch die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr korrigiert. Statt einem Umsatz von 870 bis 890 Millionen Euro strebt der der Konzern nun eine Zielmarke von 830 bis 840 Millionen Euro an.

Potenziale heben

In den kommenden drei bis fünf Jahren sollen die Erlöse laut dem Unternehmen wieder deutlich gesteigert werden. Durch die geplanten Einsparungen verspricht sich der Konzern ein zusätzliches Potenzial von 35 bis 40 Millionen Euro.

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