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Fahrermangel: Digitaleres Denken gefragt

BVL-Themenkreis „Digitalisierung der Transportlogistik“ tagte erstmals.

Um dem Fahrermangel entgegenzuwirken müssen einem neuen BVL-Themenkreis zufolge die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden. (Foto: James Thew/Fotolia)
Um dem Fahrermangel entgegenzuwirken müssen einem neuen BVL-Themenkreis zufolge die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden. (Foto: James Thew/Fotolia)
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Matthias Pieringer

Für die Transport- und Logistikdienstleister ist der Fahrermangel eine Wachstumsbremse. Neben einer Aufwertung des wenig angesehenen Berufsbildes in der Öffentlichkeit kann eine durchgängige Digitalisierung entlang der Lieferkette der Ressourcenknappheit entgegenwirken: Zu diesem Ergebnis kamen laut der Bundesvereinigung Logistik (BVL) die rund 30 Teilnehmer beim ersten Treffen des BVL Themenkreises „Digitalisierung der Transportlogistik“ am 14. Mai im „hubraum“, dem Berliner Kreativzentrum der Deutschen Telekom.

„Ein branchenübergreifender und regelmäßiger Austausch eröffnet für alle Akteure interessante Blickwinkel und ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit. Denn die Digitalisierung bietet viele Ansatzpunkte für eine Optimierung der Transportkette. Es geht im Kern darum, respektvoller mit der Arbeitszeit der Berufskraftfahrer umzugehen“, betonte Dr. Christian Grotemeier, Geschäftsführer der BVL.digital GmbH sowie Initiator und Sprecher des Themenkreises, in seiner Einführung.

In ihren Impulsvorträgen zeichneten der BVL zufolge Michael Gierke vom Bundesamt für Güterverkehr, Hendrik Janke von der Nagel-Group und Can Akin von der digitalen Spedition Cargonexx ein ähnliches Bild von der aktuellen Marktsituation: Der Mangel an Berufskraftfahrern, verbunden mit einem stetigen Wachstum der Gütermenge, führe zu Umsatzeinbußen bei den Logistikdienstleistern. Die Entwicklung erhöhe zudem den Druck, die Supply Chain weiter zu optimieren.

Erste Vorschläge entwickelt

In drei Arbeitsgruppen entwickelten die Teilnehmer, so die BVL, erste Vorschläge für den Umgang mit den wachsenden Herausforderungen – vor allem mit Blick auf den Fahrermangel. So könne eine nutzerfreundliche Smartphone-App nicht nur für den Fahrer wichtige Auftragsdaten zur Verfügung stellen, sondern auch zum Dialog beitragen. Denn gerade der persönliche Austausch mit Kollegen und die Pflege sozialer Kontakte seien für die Zufriedenheit der Fahrer, die häufig tagelang unterwegs sind, von großer Bedeutung. Außerdem könnten sie Rampen oder Rastplätze bewerten und so für mehr Gehör sorgen.

Eine Idee zur Steigerung der Effizienz in der Transportkette ist nach BVL-Angaben der offene und plattformübergreifende Austausch von Daten, der zu mehr Transparenz und besserer Planbarkeit führt – vor allem bei den Entladestationen. Mehr Kommunikation zwischen Fahrer und Verladestation, eine automatisierte Be und Entladung sowie eine durchgängig papierlose Quittung könnten zudem die Situation an den Rampen verbessern und Schnittstellen vermeiden. „Die Arbeitsergebnisse zeigen, dass es auf dem Weg zur Digitalisierung der Transportkette noch viel zu tun gibt“, fasst Dr. Christian Grotemeier zusammen.

Bereits im September wollen sich die Teilnehmer zum nächsten Mal treffen. Dann wollen sie die Diskussionen vertiefen und weitere Lösungsvorschläge erarbeiten.

„Unser Ziel ist es, Position zu beziehen und konkrete Initiativen auf den Weg zu bringen“, erläutert Themenkreis-Sprecher Dr. Christian Grotemeier. Eine dieser Initiativen ist gemäß BVL eine gemeinsam mit T-Systems durchgeführte Studie, die untersucht, wie der Fahrzeug- und Fahrereinsatz durch mehr Transparenz in der Supply Chain optimiert werden kann. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen auf dem Deutschen Logistik-Kongress im Oktober in Berlin präsentiert werden.

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