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Fahrerlose Transportfahrzeuge: Mit FLIP in die infrastrukturlose Intralogistik

Fraunhofer IML präsentierte auf der LogiMAT 2019 einen FTF-Prototyp mit spezieller Lastaufnahme.

Das Fraunhofer IML zeigte in Stuttgart den Protoytpen des neuen FTF namens FLIP. (Foto: Tobias Schweikl)
Das Fraunhofer IML zeigte in Stuttgart den Protoytpen des neuen FTF namens FLIP. (Foto: Tobias Schweikl)
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Matthias Pieringer

Mit dem „Flexible Lifter for Intralogistics and Production“, kurz FLIP, hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML auf der LogiMAT 2019 (vom 19. bis 21. Februar in Stuttgart) ein neues schmales fahrerloses Transportfahrzeug (FTF) vorgestellt. FLIP zeichnet sich dadurch aus, dass er mit einer Breite von 560 Millimeter fast so schmal ist wie die Behälter, die er aufnimmt. Vergleichbare Fahrzeuge seien, wie das Fraunhofer IML auf der Intralogistik-Leistungsschau mitteilte, „nach aktuellem Stand der Technik deutlich breiter“. Möglich macht dies den Logistikforschern zufolge eine Lastaufnahme, die von ihrer Bewegung her an die Beine eines Grashüpfers erinnert.

Aufnahme- und Hubbewegung synchron

So funktioniert das neue fahrerlose Transportfahrzeug: FLIP nimmt Behälter und Behälterstapel direkt vom Boden auf, indem er sie während des Fahrens mit seinen Schenkeln umschließt und durch das Anziehen seiner Beine automatisch gleichzeitig anhebt. Damit finden Aufnahme- und Hubbewegung zur selben Zeit statt.

Dadurch wird nach Fraunhofer-IML-Angaben eine sehr kompakte Bauart erreicht und Übergabepositionen lassen sich auch bei engen Platzverhältnissen realisieren. FLIP benötige zudem keine Übergabestation und sei in der Lage, Behälter jederzeit an beliebiger Position abzuladen und aufzunehmen – das stellt den Dortmunder Logistikwissenschaftlern zufolge einen weiteren Schritt auf dem Weg in die „infrastrukturlose Intralogistik“ dar.

Industriepartner erwünscht

Der Prototyp, der mit Lithium-Eisenphosphat-Akkus ausgestattet ist, soll allerdings nach Fraunhofer IML-Angaben nicht als komplettes Fahrzeug verkauft werden, sondern in erster Linie das neue – bereits zum Patent angemeldete – Lastaufnahmeprinzip veranschaulichen. Als nächsten Schritt suchen die Wissenschaftler nach einem Industriepartner, um das Lastaufnahmemittel in Richtung eines marktfähigen Produktes weiterzuentwickeln.
 

 

In der aktuellen Version ist FLIP für eine Nutzlast von 60 Kilogramm konzipiert. In Abhängigkeit von seiner Beladung kann er so gemäß Fraunhofer IML zwei bis drei Standardkleinladungsträger (KLT) übereinander transportieren. Bei geringerer Beladung seien entsprechend mehr KLT stapelbar. Als Einsatzzweck für FLIP sehen die Logistikforscher vor allem Anwendungen mit vielen Quellen und Senken, deren Ausstattung mit jeweils einer Übergabestation mit erhöhten Kosten verbunden wäre und eine Übergabe auf dem Boden daher vorteilhaft ist, zum Beispiel in der Spritzgussfertigung.

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