Fachtagung: Neue Geschäftsmodelle gesucht

Fraunhofer IFF diskutiert Folgen der Digitalisierung für Produktion und Logistik.
Prof. Dr. Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer IFF, stellte auf den IFF-Wissenschaftstagen die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle für Industrie und Logistik in den Mittelpunkt. (Foto: Fraunhofer IFF)
Prof. Dr. Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer IFF, stellte auf den IFF-Wissenschaftstagen die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle für Industrie und Logistik in den Mittelpunkt. (Foto: Fraunhofer IFF)
Sandra Lehmann

Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb- und automatisierung (IFF), hat im Rahmen der jährlich in Magdeburg stattfindenden IFF-Wissenschaftstage die Folgen der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft auf den Anlagen- und Maschinenbau, die Prozessindustrie und die Logistikwirtschaft diskutiert. Das gab das Institut am Schlusstag der Veranstaltung, dem 23. Juni 2016, bekannt.

Chancen und Risiken der Digitalisierung

Demnach kamen zu den beiden in die Veranstaltung integrierten Fachtagungen „Magdeburger Logistiktage“ und „Anlagenbau der Zukunft“ rund 400 Experten aus Wirtschaft und Forschung, um gemeinsam die Chancen und Risiken von Digitalisierung und Industrie 4.0 zu diskutieren und sich über neue Lösungen und Technologien aus dem Bereich Industrie 4.0 zu informieren.

Hersteller werden zu Dienstleistern

Zentrales Kernthema war dabei laut IFF die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und deren Anwendung auf produzierende Unternehmen. So sagte Prof. Dr. Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer IFF, anlässlich der Veranstaltung: „Die Wirtschaft steht mit Einzug der Industrie 4.0 vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel. Die durchgängige Digitalisierung sämtlicher Prozesse wird zwangsläufig ganz neue Geschäftsmodelle hervorbringen. Hersteller werden zu Dienstleistern und Kunden zu Datenproduzenten.“

Von Google und Co. lernen

Firmen wie Google, Amazon und Facebook würden aus Sicht des Fraunhofer IFF bereits vormachen, wie sich mit Daten erfolgreich Geld verdienen lasse. Die umfassende Vernetzung von Unternehmen, Produkten und Produktionssystemen erlaube es, die Konzepte der Digitalpioniere auch in die Fabrikhallen und Fertigungsstätten zu holen.

Herausforderungen für KMU

Herausfordernd sei der Trend zur Digitalisierung allerdings für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Wie insbesondere diese mit zunehmender Vernetzung und Automatisierung umgehen können, war ein weiteres wichtiges Gesprächsthema der 19. IFF Wissenschaftstage. Obwohl KMU durch die Einführung digitaler Produktions- und Logistikprozesse signifikant Kosten einsparen könnten, seien die benötigten Investitionssummen häufig ein hohes Risiko für Mittelständler. Zudem fehle es etlichen Produktionsbetrieben am nötigen Know-how für die Implementierung neuer Technologien. Hier sei, so das IFF, vor allem die Initiative der Politik gefragt. Beispielsweise, wenn es um einen besseren Wissens- und Technologietransfer von der Forschung in kleine und mittlere Unternehmen gehe.