Werbung
Werbung
Werbung

Europalettentausch: EPAL bemängelt Qualitätssicherung bei UIC-Paletten

Arbeitsgruppe des internationalen Eisenbahnverbandes weist Kritik zurück.
Gestapelte Ladungsträger - droht ein neuer Konflikt um den offenen Europalettenpool und die Tauschfähigkeit von Europaletten? (Foto: Matthias Pieringer)
Gestapelte Ladungsträger - droht ein neuer Konflikt um den offenen Europalettenpool und die Tauschfähigkeit von Europaletten? (Foto: Matthias Pieringer)
Werbung
Werbung
Matthias Pieringer

Die European Pallet Association e.V. (EPAL) sieht nach eigenen Angaben „die Einführung von Zusatzgebühren von Dachser Food Logistics beim Tausch von Europaletten in der nicht ausreichenden Qualitätssicherung von UIC-Paletten und in der mangelnden Markenrechtsverfolgung“ des internationalen Eisenbahnverbandes UIC (Union Internationale des Chemins de fer) begründet. Die mangelnde Markenrechtsverfolgung der UIC befördere „den Verkauf von minderwertigen, gefälschten UIC-Paletten über die Grenzen in die Märkte der EU“, ließ die in Düsseldorf ansässige EPAL am 14. Dezember gegenüber der Presse verlauten.

EPAL stellt Tauschfähigkeit infrage

Für die EPAL stehe fest: „Berechtigung an der Teilnahme an dem größten offenen Tauschpool der Welt kann man nur haben, wenn man die Regularien einhält. Damit die Qualität des weltweit größten Tauschpools erhalten und gestärkt wird, übernimmt die EPAL weitergehende Verantwortung und stellt die Tauschfähigkeit von UIC-Paletten zunehmend infrage“.

Zur Frage, ob man die Ansicht der EPAL teile, dass die Einführung von Zusatzgebühren beim Tausch von Europaletten „in der nicht ausreichenden Qualitätssicherung von UIC-Paletten und in der mangelnden Markenrechtsverfolgung der UIC begründet“ sei, gab Dachser Food Logistics auf Anfrage von LOGISTIK HEUTE keine Stellungnahme ab.

Laut EPAL massive Beschwerden aus Verwenderkreisen

Bereits in einer vorangehenden Pressemitteilung vom 12. Dezember hatte die EPAL verlauten lassen, dass die Kritik an der Qualitätssicherung bei UIC/EUR-Paletten wachse und die „Tauschfähigkeit immer mehr infrage“ gestellt werde. Die Frage der Qualitätssicherung bei UIC/EUR-Paletten sowie deren Tauschfähigkeit im offenen Tauschpool habe „auf Drängen der EPAL“ erneut die UIC-Arbeitsgruppe „Fragen der Palettierung“ am 9. November 2016 in Wien beschäftigt. Die Argumentation der EPAL ziele „auf die zu wenig greifenden Maßnahmen der UIC, deren Mitgliedsbahnen und Prüforganisationen, da immer mehr Verwender mit gefälschten oder mit qualitativ minderwertigen UIC-Europaletten konfrontiert werden“. Aus Verwenderkreisen habe es bei der EPAL massive Beschwerden gegeben, dass sie beim Tausch von EPAL-Europaletten nicht-normgerechte UIC/EUR-Paletten erhalten hätten. Das Treffen der Arbeitsgruppe endete der EPAL zufolge „ohne konkrete Lösungen, wie die Qualitätsmängel aufseiten der UIC behoben werden könnten“.

Eisenbahnunternehmen verweisen auf Präventionsmaßnahmen

„Mit der Marke ‚EUR‘ erfüllt UIC die strengen Qualitätsanforderungen für die Produktion und Wartung von ‚EUR‘-Holzpaletten. Unter der Lizenz der Rail Cargo Austria AG und anderer UIC-Eisenbahnunternehmen werden in Europa mit der Marke ‚EUR‘ Millionen Holzpaletten produziert. Die Anwender der Paletten profitieren von der gleichbleibend hohen Qualität der hergestellten Paletten“, nahm Rail Cargo Austria als Vorsitzendes Eisenbahnverkehrsunternehmen der UIC-Arbeitsgruppe „Fragen der Palettierung“ auf Anfrage von LOGISTIK HEUTE Stellung. Um die Qualität für die Kunden zu gewährleisten, würden „aktive Präventionsmaßnahmen gegen Fälschungen definiert und umgesetzt“. Untergeordnete Qualität habe keinen Platz im UIC-Netzwerk, heißt es in der Antwort von Rail Cargo Austria weiter. Die „EUR“-Paletten böten im Vergleich zu anderen Anbietern die gleiche Qualität. Der aktuelle UIC-Standard werde beibehalten und in Zukunft nicht geändert.

Um das Qualitätsniveau für Kunden und Partner zu gewährleisten, setze man auf unabhängige Prüfungsgesellschaften wie die SGS Germany GmbH zur Überprüfung der EUR-Paletten. „Darüber hinaus legen wir großen Wert auf ein zertifiziertes Sicherheitsmanagementsystem, das den höchstmöglichen Standard garantiert.“

Konflikt bewegte Palettennutzer

Im November 2014 hatten der Eisenbahnverband UIC und die Palettenorganisation EPAL offiziell die uneingeschränkte Tauschfähigkeit ihrer Paletten beschlossen. Der Vereinbarung war ein zwei Jahre währender Konflikt vorausgegangen, im Zuge dessen Palettennutzer aus Industrie, Handel und Dienstleistung massive Kostensteigerungen wegen eines drohenden Zerfallen des Tauschpools befürchtet hatten. (LOGISTIKHEUTEberichtete).

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung