Europäische Wasserstoffbank: 800 Millionen Euro für erneuerbares H2

Die Hersteller von erneuerbarem Wasserstoff können sich um eine Förderung in Form einer festen Prämie pro Kilogramm produzierten Wasserstoffs bewerben.

Die Prämie, um die sich Wasserstoffhersteller bewerben können, soll unter anderem die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben. (Symbolbild: Deemerwha studio / AdobeStock)
Die Prämie, um die sich Wasserstoffhersteller bewerben können, soll unter anderem die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben. (Symbolbild: Deemerwha studio / AdobeStock)
Therese Meitinger

Bei der ersten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank stehen 800 Millionen Euro für die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff bereit. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 23. November. Die Hersteller von erneuerbarem Wasserstoff können sich demnach um eine Förderung in Form einer festen Prämie pro Kilogramm produzierten Wasserstoffs bewerben. Die Prämie soll laut der EU die Lücke schließen zwischen dem Produktionspreis und dem Preis, den die Verbraucher derzeit zu zahlen bereit sind - auf einem Markt, auf dem nicht-erneuerbarer Wasserstoff noch billiger zu produzieren ist. Bieter können sich bis zum 8. Februar 2024 über das EU-Finanzierungs- und Ausschreibungsportal bewerben. Die Fördermittel stammen aus den Einnahmen durch den Emissionshandel.

„Beim heutigen Start geht es darum, Angebot und Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff zu verbinden. Es geht darum, Transparenz bei den Preisen zu schaffen, was dazu beitragen wird, einen europäischen Wasserstoffmarkt in Gang zu bringen. Dies wiederum wird dazu beitragen, den Übergang der EU zu sauberer Energie zu beschleunigen und gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die Position Europas als führende globale Wirtschaftsmacht zu sichern“, sagte der für den Europäischen Grünen Deal zuständige Exekutiv-Vizepräsident Maroš Šefčovič.

Lücke zwischen Produktionskosten und Konsumentenpreis schließen

Die Wasserstoffbank ergänzt der Mitteilung zufolge andere politische Instrumente, um einen Markt für erneuerbaren Wasserstoff zu schaffen, Investitionen in die Produktionskapazität zu fördern und die Produktion in großem Maßstab zu ermöglichen. Erneuerbarer Wasserstoff spielt eine entscheidende Rolle im künftigen Energiemix Europas, insbesondere bei der Dekarbonisierung der Schwerindustrie und einiger Verkehrssektoren, indem er fossile Brennstoffe ersetzt. Indem die Pilotauktion eine schnellere Einführung innovativer Wasserstofftechnologien ermöglicht, trägt sie zum Ziel des REPowerEU-Plans bei, bis 2030 10 Millionen Tonnen Wasserstoff im Inland zu produzieren.

Im Rahmen der Pilotauktion können Hersteller von erneuerbarem Wasserstoff Gebote für eine EU-Förderung für eine bestimmte Menge an Wasserstoffproduktion abgeben. Die Gebote sollten auf einem vorgeschlagenen Preisaufschlag pro Kilogramm produzierten erneuerbaren Wasserstoffs basieren, der bis zu einer Obergrenze von 4,5 Euro/Kilogramm reichen kann. Gebote bis zu diesem Preis, die auch andere Qualifikationsanforderungen erfüllen, werden in der Reihenfolge des niedrigsten bis zum höchsten Gebotspreis eingestuft und erhalten den Zuschlag in dieser Reihenfolge, bis das Auktionsbudget erschöpft ist. Die ausgewählten Projekte erhalten die bewilligte Förderung zusätzlich zu den Markteinnahmen, die sie aus dem Wasserstoffverkauf erzielen, und das bis zu zehn Jahre lang. Sobald die Projekte ihre Zuschussvereinbarungen unterzeichnet haben, müssen sie innerhalb von fünf Jahren mit der Produktion von erneuerbarem Wasserstoff beginnen.