EU-Politik: Drei deutsche Städte für fairen Handel ausgezeichnet

Bremen, Neumarkt und Stuttgart bekommen eine „besondere Erwähnung“ als Städte für fairen und ethischen Handel.

Faire Beschaffung spielt in Europa auch zunehmend auf kommunaler Ebene eine Rolle. (Bild: Chuck / Fotolia)
Faire Beschaffung spielt in Europa auch zunehmend auf kommunaler Ebene eine Rolle. (Bild: Chuck / Fotolia)
Therese Meitinger

Die schwedische Stadt Malmö hat den diesjährigen EU-Preis für die Stadt für fairen und ethischen Handel gewonnen, so eine Pressemitteilung. Im Rahmen der Preisverleihung am 16. Oktober im belgischen Gent zeichnete die Jury zudem die deutschen Städte Bremen, Neumarkt und Stuttgart mit einer „besonderen Erwähnung“ aus, um ihre Verdienste für fairen Handel zu würdigen. Mit dem Preis werden nach EU-Angaben die Städte für ihr Engagement gewürdigt und ein vom Preisträger ausgewähltes Projekt finanziert, das faire und ethische Lieferketten in einem Nicht-EU-Land unterstützt.

Die Jury zeichnete neben den deutschen Städten noch Göteborg (Schweden) und Jelenia Góra (Polen) mit besonderen Erwähnungen aus. Neumarkt bekam diese Auszeichnung laut Pressemitteilung für das Engagement in der Gemeinde, Bremen für globale Partnerschaften und Stuttgart für die Überwachung der Auswirkungen von fairem Handel.

Zertifiziertes Obst und faire Smartphones

Malmö habe den Wandel hin zu nachhaltigerem Konsum und nachhaltiger Produktion bereits seit vielen Jahren vorangetrieben, hieß es in der Begründung der Jury. Es habe in seinen öffentlichen Vorgaben und Handlungen Innovationen eingeführt, die in verschiedenen Bereichen der öffentlichen Beschaffung fairen und ethischen Handel befördert hätten. Hinzu kommen eine Übereinkunft für zertifiziertes Obst und Gemüse sowie eine Initiative für faire Smartphones.

Für die Auszeichnung waren der EU-Kommission zufolge 2020 insgesamt elf förderfähige Bewerbungen von Kommunalbehörden aus der gesamten Europäischen Union eingegangen. Nach einer Vorauswahl der fünf besten Bewerber habe eine Jury aus Vertretern der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft, des Internationalen Handelszentrums und der Kommission heute die schwedische Stadt Malmö als Gewinnerin des Preises ausgewählt, heißt es.

Der für Handelspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsident, Valdis Dombrovskis, sagte:

„Es war wirklich inspirierend zu sehen, was Städte in ganz Europa tun, um fairen und ethischen Handel zu fördern. Als Vorkämpfer für nachhaltigen Handel hat Malmö seine multikulturelle Gemeinschaft engagiert. Da die Städte bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie an vorderster Front stehen, werden sie auch für eine wirtschaftliche Erholung, deren Kernprinzip die Nachhaltigkeit ist, von wesentlicher Bedeutung sein.“

Die Europäische Kommission hat den Preis 2017 ins Leben gerufen, um die Initiativen der Städte, die faire und ethische Handelspraktiken fördern, zu feiern und zu unterstützen.

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