EU-Kommission: Europäische Unternehmen kümmern sich wenig um faire Lieferketten

Eine entsprechende Studie untersucht Regulierungsoptionen für eine EU-Gesetzgebung zu Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette.

Wie können europäische Unternehmen dazu angehalten werden, Menschenrechte und Umweltschutz entlang der Lieferkette zu berücksichtigen? (Bild: Chuck, Fotolia)
Wie können europäische Unternehmen dazu angehalten werden, Menschenrechte und Umweltschutz entlang der Lieferkette zu berücksichtigen? (Bild: Chuck, Fotolia)
Therese Meitinger

Nur jedes dritte Unternehmen in der EU prüft seine globalen Lieferketten sorgfältig mit Blick auf Menschenrechte und Umweltauswirkungen. Das ergibt eine am 24. Februar von der EU-Kommission veröffentlichte Studie, die Regulierungsoptionen für Sorgfaltspflichten in der Lieferkette untersucht.

„Unternehmen haben uns gesagt, dass sie glauben, dass EU-Vorschriften hier für Rechtssicherheit und einen harmonisierten Standard für die Pflicht der Unternehmen sorgen würden, um Menschen und den Planeten zu respektieren“, so EU-Justizkommissar Didier Reynders. „Da die Arbeit für Klimaneutralität zu den obersten Prioritäten dieser Kommission gehört, werde ich dafür sorgen, dass die Ergebnisse dieser wichtigen Studie bei der künftigen Arbeit berücksichtigt werden.“

Allgemeine Sorgfaltspflicht kann Vorteile für Unternehmen bringen

„Due Diligence“ heißt in diesem Zusammenhang, dass ein Unternehmen seine Lieferanten und Betriebe überprüft, um sicherzustellen, dass es „keinen Schaden“ anrichtet. Es könnte bedeuten, dass ein Unternehmen überprüfen muss, ob seine Lieferanten keine Kinderarbeit einsetzen oder ob sie keine Abfallprodukte in die Flüsse schütten. 70 Prozent der 334 Befragten der Unternehmensumfrage stimmten laut der EU-Kommission der Aussage zu, dass eine Regelung auf EU-Ebene über eine allgemeine Sorgfaltspflicht bei der Prüfung von Menschenrechten und Umweltauswirkungen Vorteile für die Unternehmen bringen könnte.

Die Studie wurde nach Behördenangaben im Dezember 2018 als Teil des Aktionsplans der Kommission für ein nachhaltiges Finanzwesen lanciert. Sie untersucht demzufolge Optionen für die Regulierung der Sorgfaltspflicht in den eigenen Betrieben und in den Lieferketten von Unternehmen im Hinblick auf negative Auswirkungen auf die Menschenrechte und die Umwelt, auch in Bezug auf den Klimawandel.

Diese Studie unterstreiche auch die Ziele des europäischen "Grünen Deals", so die EU-Kommission. Demnach solle Nachhaltigkeit stärker in die Corporate-Governance-Regeln in der EU eingebettet werden, da sich viele Unternehmen im Vergleich zu ihren langfristigen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsaspekten zu sehr auf die kurzfristige finanzielle Performance fokussierten.

Printer Friendly, PDF & Email