EU-Kommission: Deutschland darf Wasserstoffproduktion mit 350 Millionen Euro unterstützen

(dpa) Die EU-Kommission sieht in den Investitionen ein geeignetes Mittel, um die Energieimporte aus Russland weiter zu verringern.

Sachsen-Anhalt, Leuna: Leitungen für flüssigen Wasserstoff. (Foto: Jan Woitas/dpa)
Sachsen-Anhalt, Leuna: Leitungen für flüssigen Wasserstoff. (Foto: Jan Woitas/dpa)
Therese Meitinger

Deutschland darf nach einer Entscheidung der EU-Kommission die Produktion von klimafreundlichem Wasserstoff mit Staatshilfe in Höhe von 350 Millionen Euro unterstützen, so die Nachrichtenagentur dpa. Dies werde dazu beitragen, die Energieimporte aus Russland weiter zu verringern und die EU-Klimaziele zu erreichen, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Konkret werde mit der genehmigten Regelung der Bau einer Elektrolysekapazität von bis zu 90 Megawatt unterstützt.

Die Zuschüsse können über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren gewährt werden. Die Maßnahme werde einen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland seine inländische Elektrolysekapazität bis 2030 auf mindestens 10 Gigawatt ausbauen könne. Zur Größeneinordnung: Auf dem Gelände des Shell Energy und Chemical Parks bei Köln steht beispielsweise eine PEM-Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von „grünem“ Wasserstoff mit einer Leistung von zehn Megawatt. Diese Anlage kann jährlich bis zu 1300 Tonnen Wasserstoff produzieren. Der Gesamtbedarf an Wasserstoff in Deutschland wird derzeit auf 1,65 Millionen Tonnen geschätzt.

Zentrale Rolle im künftigen Wirtschaftssystem

Klimaneutral erzeugter Wasserstoff soll im künftigen Wirtschaftssystem eine zentrale Rolle spielen. Als Energieträger soll er in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. In der Industrie soll er etwa bei der Stahlherstellung Kohlenstoff ersetzen und so große Mengen klimaschädliches Kohlendioxid vermeiden.

Staatshilfe unterliegt in der EU strengen Regeln, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Damit soll verhindert werden, dass finanzstarke Länder wie Deutschland und Frankreich ihren Unternehmen unverhältnismäßige Vorteile gegenüber Unternehmen aus kleineren Ländern verschaffen könnten.