Ersatzteillogistik: Beumer unterstützt Start-up Sparrow

Jungunternehmen betreibt digitalen Marktplatz für Maschinenkomponenten.

Durch den „virtuellen Lagerraum“ des Start-up Sparrow sollen lange Ausfallzeiten der Vergangenheit angehören. (Foto: Beumer)
Durch den „virtuellen Lagerraum“ des Start-up Sparrow sollen lange Ausfallzeiten der Vergangenheit angehören. (Foto: Beumer)
Sandra Lehmann

Wie der Maschinenbauer Beumer Group kürzlich bekannt gab, unterstützt das Beckumer Unternehmen das Start-up Sparrow Networks. Der digitale Marktplatz ermöglicht es nach Angaben des Gründers, Meir Veisberg, jedem Teilnehmer, Komponenten aus dem eigenen Bestand anbieten und Komponenten von anderen Anbietern kaufen zu können. Innerhalb sehr kurzer Zeit hätten Nutzer das erforderliche Ersatzteil – lange Ausfallzeiten seien damit Vergangenheit.

„Auf diese Weise entsteht ein riesiger virtueller Lagerraum“, beschreibt Veisberg. „Wir ermöglichen es den Mitgliedern, Komponenten zu teilen.“

Förderung durch Beumer

Gefördert wird das Jungunternehmen über den in Berlin ansässigen Company Builder Beam, eine Ausgründung der Beumer Group. Die Beumer Group möchte mit den Firmen eigenen Aussagen zufolge neue Geschäftsfelder in der Logistik erschließen.

„Wir versuchen, einzigartige Probleme in der Logistik gemeinsam mit Gründerteams zu lösen“, erläutert Managing Director Robert Bach. „Meine Aufgabe ist es, junge Unternehmer mit für uns relevanten Geschäftsideen zu finden. Dazu wollen wir drei Start-ups pro Jahr hervorbringen und unter dem Dach der Beam in eine eigene Gesellschaft überführen. Dazu gehört nun auch Sparrow Networks.“

Gegen totes Kapital

„Ich fand in Gesprächen mit BEUMER-Fachleuten, Lieferanten und Kunden heraus, das kleine und mittelständische Unternehmen oft nicht die Größe haben, riesige Bestände zu lagern. Und wenn, befinden sich nicht immer die aktuell benötigten Komponenten darin“, sagt Veisberg.

Ein Beispiel: Rammt ein Mitarbeiter mit seinem Stapler versehentlich eine Sortieranlage und ein Motor wird beschädigt, der sich nicht als Ersatzteil im Lager befindet, kann das lange Ausfallzeiten bedeuten. Für Unternehmen stellt sich laut Sparrow die Frage: Welche Ersatzteile sollen wir lagern und in welcher Menge? Denn je nach Komponenten können diese sehr teuer sein. Werden sie dann aber nicht benötigt, ist das totes Kapital. Die Lieferzeiten können unter Umständen recht lang sein. Dazu kommt: Die Bestände der Kunden sind den Lieferanten Sparrow zufolge meistens nicht bekannt, die Produktion zu planen, sei deshalb oft nicht einfach für sie.

Unbegrenzter Pool an Ersatzteilen

Mitglieder der neuen Plattform profitieren nach Unternehmensangaben von einem nahezu unbegrenzten Pool an Ersatzteilen. Durch die hohe Verfügbarkeit käme es zu deutlich weniger Ausfallzeiten in ihren Anlagen, sie könnten ihren eigenen Bestand reduzieren und müssten zukünftig weniger Teile vorhalten. Das seien deutliche Kostenersparnisse. Und durch den ständigen Tausch werden ältere Teile immer wieder durch neue ersetzt, heißt es vonseiten des Start-ups.

Printer Friendly, PDF & Email