ERP: Elf Trends für den Mittelstand

Mit diesen Themen sollten sich Geschäftsführer und ERP-Verantwortliche ProAlpha zufolge jetzt befassen.

Welche Trends stehen in Puncto ERP für 2020 an? (Symbolbild: Jakub Jirsak/ AdobeStock)
Welche Trends stehen in Puncto ERP für 2020 an? (Symbolbild: Jakub Jirsak/ AdobeStock)
Melanie Endres

Welche Trends 2020 in puncto Digitalisierung und ERP-Modernisierung für den Mittelstand entscheidend sind, das hat der Software-Anbieter ProAlpha kürzlich in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Die Herausforderungen fasst ProAlpha in elf Punkten zusammen.

  1. Für immer mehr Unternehmen wird laut ProAlpha die Nutzung von Big Data zur Top-Priorität. Das zeigt der Pressemitteilung zufolge eine Studie des Branchenverbands Bitkom vom April 2019. Der Anteil der Unternehmen, die sich mit diesem Thema befassen, sei demnach von 51 Prozent 2017 auf 59 Prozent in 2019 geklettert. Ein Weckruf für die verbleibenden 40 Prozent. Denn gerade für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) sind umfangreiche Daten und passende Analysemethoden notwendig, so der Software-Anbieter.
     
  2. Dazu passt ProAlpha zufolge der stärkere Fokus auf Datenqualität. Denn mit der verstärkten Digitalisierung und Automatisierung der Prozesse spüren Unternehmen laut Mitteilung mehr und mehr die Abhängigkeit von gut gepflegten Daten. Auch Gartner sehe Transparenz als einen wichtigen Trend für 2020, mit einer hohen Datenqualität als Basis. „Denn nur mit qualitativ hochwertigen Daten wird die Digitalisierung zum Erfolg“, heißt es in der Mitteilung.
     
  3. Informationen bilden die Basis für automatisierte Prozesse oder Robotic Process Automation (RPA), so ProAlpha. Verfahren wie Process Mining machen Abläufe in den Unternehmen sichtbar, mit allen sich bietenden Chancen zur Verbesserung. Prozesse lassen sich dadurch der Mitteilung zufolge optimieren und vollkommen automatisieren.
     
  4. Das (Industrial) Internet of Things ist, so die Bitkom Studie, das zweitwichtigste Technologie-Thema für die deutschen Unternehmen. Voraussetzung dafür ist laut ProAlpha jedoch, dass Maschinen untereinander und mit anderen Systemen kommunizieren können. Der Standard OPC UA over TSN soll den Austausch weiter beflügeln. Angesichts der langen Nutzungszeiten mancher Anlage wird es jedoch noch Jahre dauern, bis alle Geräte im Maschinenpark web-enabled sind, heißt es von Seiten des Softwareanbieters.
     
  5. Überhaupt stehe bei den Unternehmen das Thema Vernetzung und Enterprise Application Integration (EAI) hoch im Kurs. Viele hätten in der Vergangenheit erfahren, wie unkontrollierbar sich Schnittstellen vermehren können. Daher sind Alternativen wie die „Integration Workbench“ von ProAlpha nach Eigenangaben weiter auf dem Vormarsch. Auf der Basis einer Service-orientierten Architektur (SOA) diene hier ein Enterprise Service Bus (ESB) als Bindeglied zwischen allen Anwendungen und Systemen. Mit integrierbaren Systemen könnten sich Unternehmen eine wichtige Basis auf ihrem Weg hin zur Plattformökonomie schaffen.
     
  6. Kunden, ob im B2B oder im B2C, wollen immer mehr individualisierte Produkte, sei es der bunte Sportschuh oder die individuell angepasste Maschine, so die Mitteilung. Dieser Wunsch verschaffe dem Thema Konfiguratoren Rückenwind: Sie sind das digitale Bindeglied zwischen dem Kundenwunsch und einer Fertigung in kleinen und kleinsten Losgrößen. Auch der VDMA hat Variantenkonfiguratoren als einen der Top 10 Investitionsbereiche des deutschen Maschinenbaus identifiziert. Zwei Jahre zuvor war das Thema ProAlpha zufolge noch abgeschlagen auf Platz 18 zu finden.
     
  7. Eine wachsende Kundenorientierung zeigt sich auch an anderer Stelle. Der VDMA listet den Service auf Platz 5 der IT-Investitionsbereiche bis 2020. Wichtig für Unternehmen ist laut ProAlpha dabei: keine neuen IT-Silos schaffen. Eine nahtlose Integration mit den Daten aus dem Vertrieb, eine vollständige Produkthistorie und direkter Zugriff auf Wartungsanleitungen und Vertragsunterlagen seien entscheidende Voraussetzungen für eine gelungene Digitalisierung im Kundenservice.
     
  8. Was das Thema "Mobiles Arbeiten" angeht, hat sich in den letzten Jahren viel getan: Technische Hürden gibt es so gut wie keine mehr, so der Software-Anbieter. Interne und externe Arbeitsplätze liesen sich heute problemlos digital anbinden – zumindest theoretisch. Demnach verfügen 44 Prozent der Arbeitnehmer über einen Laptop. Bisher schöpfen die Unternehmen die Potenziale des mobilen Arbeitens jedoch noch nicht voll aus, sei es in der Verwaltung oder in der Produktion, so die Mitteilung.
     
  9. Deutsche Unternehmen setzen trotz zunehmender Risiken und Unsicherheiten im globalen Handel weiter auf eine Internationalisierung ihres Geschäfts, so die Pressemeldung von ProAlpha. Dies bestätige eine Studie der Commerzbank. Der Mittelstand sei auf die Unwägbarkeiten durchaus eingestellt und setze, je nach Größe, auf Kernprodukte, den Vertrieb im EU-Binnenmarkt oder auf Innovation und internationale Diversifizierung. Für die ERP-Anbieter bedeute das, nicht nur Benutzeroberflächen in Landessprache anzubieten. Die Software hat auch, so ProAlpha, lokale Gesetze und Regularien zu berücksichtigen. Außerdem müsse sie ein nahtloses Stammdatenmanagement und den Austausch von Bewegungsdaten zwischen der Zentrale und den Niederlassungen ermöglichen.
     
  10. Apropos Benutzerfreundlichkeit: In der Bitkom Studie „Digital Office im Mittelstand 2019“ bestätigten 88 Prozent der befragten Unternehmen unter 500 Mitarbeitern, dass für sie Software-Ergonomie ein äußerst relevanter Trend ist. Entsprechend legen einige Hersteller Wert auf Anwenderzentrierte Usability und lassen ihre Anwender bereits in der Designphase neuer Releases und Branchenlösungen mitbestimmen, so die Angaben von ProAlpha.
     
  11. 63 Prozent der deutschen Unternehmen arbeiten aktuell daran, weitere Applikationen in ihre Cloud zu migrieren, so die Studie IT-Trends 2019 von Capgemini. Dabei gehe es primär um Private und kaum um Public Cloud-Angebote. Anlass zum Wechsel liefern für die meisten Unternehmen laut ProAlpha ganz praktische Gründe. Begrenzten Ressourcen in der IT gepaart mit einer Zunahme an Cyberangriffen lassen viele umdenken und die Cloud kommt zum breiteren Einsatz.
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