Erbe Elektromedizin: Hersteller investierte 90 Millionen Euro in neu eröffneten Standort in Rangendingen

Der 25.000 Quadratmeter große Neubau des Medizintechnikherstellers, der Produktion, Produktentwicklung, Logistik und Verwaltung vereint, erfüllt die Anforderungen des KfW-Effizienzhausstandards 40 Plus. 

Erbe Elektromedizin setzt bei seinem neuen Standort in Rangendingen auf Nachhaltigkeit. Dieser benötigt laut Unternehmen höchstens 40 Prozent der Betriebsenergie eines Referenzgebäudes nach herkömmlicher Bauart. (Bild: Erbe Elektromedizin)
Erbe Elektromedizin setzt bei seinem neuen Standort in Rangendingen auf Nachhaltigkeit. Dieser benötigt laut Unternehmen höchstens 40 Prozent der Betriebsenergie eines Referenzgebäudes nach herkömmlicher Bauart. (Bild: Erbe Elektromedizin)
Gunnar Knüpffer

Erbe Elektromedizin hat nach drei Jahren Bauzeit ein neues Produktions- und Entwicklungsgebäude in Rangendingen eingeweiht. Bei dieser feierlichen Eröffnung am 3. Mai waren Bundesfinanzminister Christian Lindner und die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut anwesend. Der 25.000 Quadratmeter große Neubau ist dabei mit 90 Millionen Euro die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte: Das Gebäude vereint Produktion, Produktentwicklung, Logistik und Verwaltung.

Am Standort Rangendingen wird Erbe nun medizintechnische Instrumente für Kunden in aller Welt entwickeln und produzieren. Planung und Bau folgten dabei der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Mit Erreichen des KfW-Effizienzhausstandards 40 Plus setzt Erbe Elektromedizin einen neuen Standard für nachhaltige Industriegebäude.

„Unser neuer Produktionsstandort in Rangendingen ist die größte Einzelinvestition in unserer 173-jährigen Unternehmensgeschichte“, sagte Christian O. Erbe, CEO der Erbe Elektromedizin. „Dies ist unser Bekenntnis zur Stärkung und Sicherung des Standorts Deutschland und gleichzeitig auch unser Entschluss, in die zukünftige Entwicklung des Landes zu investieren.“

Als Generalplaner übernahm die Heidelberger Firma io die Objektplanung, die Prozess- und Logistikplanung sowie die Küchen- und Reinraumplanung. Nach einem intensiven Planungsprozess begannen die Bauarbeiten im Sommer 2021. Bereits ein Jahr später fand das Richtfest statt. Der Einzug erster Teams aus den Bereichen Entwicklung und Produktion erfolgte im Herbst 2023.

Erbe Elektromedizin setzt auf den Baustoff Holz

Planung und Konstruktion des Gebäudes folgten einem Ziel aus der Konzernstrategie des Unternehmens: ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit in einem modernen Industriegebäude zu kombinieren. Um diesem Ziel gerecht zu werden, setzte Erbe auf die Verwendung ökologischer Baustoffe für das Tragwerk und die Fassade, die Nutzung regenerativer Energietechnik sowie die Umsetzung zahlreicher Maßnahmen für eine bessere Arbeitsumgebung der Mitarbeitenden.

Holz und Holzwerkstoffe sind im Dachtragwerk, in der Fassade und im Ausbau eingesetzt und prägen auch optisch den Charakter des Gebäudes. Allein für die Holzrahmenbauwand wurden 9.500 Quadratmeter Holz verwendet. Die Holzfassade umfasst 5.500 Quadratmeter. Insgesamt wurden 1.100 Quadratmeter Brettschichtholz verbaut. Diese Gebäudehülle senkt die jährlichen Betriebskosten für den Wärmeenergiebedarf um 120.000 Euro.

Erbe hat nach eigenen Angaben eine der größten Fotovoltaikanlagen der Region auf dem Neubau installieren lassen. Die 2.800 Module auf dem Dach mit einer Leistung von 1 Megawatt produzieren jährlich 610.000 Kilowattstunden und ermöglichen die Deckung eines Drittels des Bedarfs an benötigter Energie für den Betrieb. Als Ergänzung steht ein mit CO2-neutralem Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk zur Verfügung.

„Wir orientierten uns an den anspruchsvollsten Standards für Energieeffizienz und haben die KfW-Effizienzhausstufe 40 Plus erreicht“, sagte Christian O. Erbe. Damit zähle ihr neues Gebäude zu den Pionieren dieser Art von Industriegebäuden in Deutschland. Durch die intelligente Architektur, den Einsatz klimaschonender Baustoffe und vor allem die Nutzung regenerativer Energietechnik erfülle das Gebäude die strengen Kriterien. Es benötigt laut Erbe Elektromedizin dementsprechend höchstens 40 Prozent der Betriebsenergie eines Referenzgebäudes nach herkömmlicher Bauart. Die angewendeten umweltfreundlichen Gebäudetechnologien senken den CO2-Fußabdruck um 400 Tonnen pro Jahr.

Im Gebäude gibt es Bewegungsinseln

In dem Neubau wird Erbe Elektromedizin medizintechnische Instrumente für Kunden auf der ganzen Welt entwickeln und produzieren. Bis zu 500 Mitarbeiter werden vor Ort beschäftigt sein. Sie sollen profitieren von einer mitarbeiterzentrierten Arbeitsumgebung profitieren. Dies beinhaltet nicht nur architektonische Aspekte wie das helle Atrium im Zentrum des Gebäudes, das als lebendiger Kommunikationsort alle Abteilungen verbindet. Dort befindet sich außerdem eine moderne Kantine für bis zu 200 Gäste. Zur sozialen Verantwortung des Unternehmens zählt zudem ein ausgeprägtes Gesundheitskonzept für Mitarbeitende, unter anderem betriebsärztliche Versorgung, Gesundheitswochen und die finanzielle Förderung sportlicher Betätigung. Es gibt im Gebäude Bewegungsinseln für die Fitness, Tischtennis, einen Raum für Yoga, Freizeitaktivitäten und einen Ruheraum für Momente der Stille.

Kernelement der Instrumentenproduktion ist der große Reinraumbereich. Dieser entspricht der Klasse ISO 8 nach DIN EN ISO 14644-1 und erfüllt damit die für die Produktion komplexer medizinischer Produkte spezifischen Anforderungen an Faktoren wie Hygiene, Dichtigkeit und Raumklima. Industrie und Nachhaltigkeit Erbe Elektromedizin sieht die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland nicht nur in Einklang mit innovativer Medizintechnik, sondern insbesondere als Vorreiter für nachhaltiges, verantwortungsbewusstes Unternehmertum. „Wir haben mit unserem Projekt in Rangendingen die Weichen für einen neuen Standard gestellt“, sagte Marcus Felstead, Chief Commercial Officer. „Denn die Kunden von morgen werden noch mehr Wert auf nachhaltige Produktion legen als wir es heute bereits tun. Diesen Ansprüchen wollen wir gerecht werden.“