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Energieträger: Der Rotterdamer Hafen setzt auf LNG

Vorschriften der IMO zur Reduzierung von Schwefelmengen im Brennstoff treiben die Nachfrage nach Flüssigerdgas.

Das LNG-Importterminal "GATE" liegt am Eingang des Rotterdamer Hafens. (Foto: Port of Rotterdam)
Das LNG-Importterminal "GATE" liegt am Eingang des Rotterdamer Hafens. (Foto: Port of Rotterdam)
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Therese Meitinger

Seit 2011 existiert im Hafen Rotterdam das GATE-Terminal für den Import von Liquified Natural Gas (LNG), das als Joint Venture der Unternehmen Gasunie und Vopak betrieben wird. Drei Lagertanks mit einer Kapazität von jeweils 180.000 Kubikmetern ermöglichen nach Angaben des Betreibers das gleichzeitige Löschen von großen Mengen LNG. Dort wird das durch Kühlung auf -162 °C verflüssigte Erdgas entweder gasifiziert und über eine unterirdische Rohrleitung an das europäische Erdgasvertriebsnetz geleitet oder als LNG auf Schiffe oder Tankwagen geladen. LNG kommt als Treibstoff für Schiffe oder auch im Lastverkehr auf der Straße zum Einsatz.

Doch wie Terminal-Leiter Wim Groenendijk auf den ersten LNG-Pressetagen der Hafengesellschaft Port of Rotterdam am 4. September beschrieb, hielt sich die Nachfrage nach dem Bunkern von Flüssigerdgas lange Zeit in Grenzen. Erst 2018 stieg das Volumen der Bunkerverkäufe von 1.500 Tonnen in 2017 auf insgesamt 9.500 Tonnen an.  Dynamik gewinnt die Nachfrage nach dem Brennstoff derzeit durch Vorschriften der International Marine Organization (IMO), die ab Januar 2020 eine Reduzierung der zulässigen Schwefelmenge im Brennstoff auf 0,5 Prozent vorsehen – von aktuell 3,5 Prozent. LNG, das von allen fossilen Brennstoffen die beste Ökobilanz aufweist, enthält auch keinen Schwefel.

Bunkern von Schiff-zu-Schiff

Entsprechend der gestiegenen Nachfrage bauen auch die im Hafen operierenden LNG-Bunkerunternehmen Shell, Titan LNG und Anthony Veder ihre Aktivitäten aus: Während der Shell-Konzern mit seinem Bunkerschiff „Cardissa“ im Oktober 2018 zum ersten Mal im Rotterdamer Hafen ein anderes Schiff direkt mit LNG bevorratete, setzt Titan LNG auf die dynamisch einsetzbare Schwimmplattform „Flexfueler“. Insgesamt haben sieben LNG-Bunker-Schiffe oder -Pontons eine Betriebslizenz für den Rotterdamer Hafen.

Eine ebenfalls im Hafen angesiedelte Forschungseinrichtung des „VSL – Nederlands Metrologisch Instituut“ nahm zum 1. September ihren Betrieb auf. Sie untersucht Möglichkeiten zur genaueren Bestimmung der Volumina des Flüssigerdgases durch eine exaktere Kalibrierung der Instrumente.  Auf Kundenseite verfolgt etwa der Kreuzfahrtriese Carnival eine Strategie der forcierten Nutzung von LNG.

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