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Elogistics award 2019: BMW und Daimler fahren auf das Siegerpodest

AKJ Automotive zeichnet innovative Logistik- und IT-Projekte aus, Tool award für Time:matters.

Mit dem elogistics award würdigt der Arbeitskreis AKJ Automotive innovative Projekte, die in geeigneter Weise Logistik und Informationsverarbeitung zusammenführen. (Foto: AKJ Automotive)
Mit dem elogistics award würdigt der Arbeitskreis AKJ Automotive innovative Projekte, die in geeigneter Weise Logistik und Informationsverarbeitung zusammenführen. (Foto: AKJ Automotive)
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Matthias Pieringer

Die BMW AG in der Kategorie „Digitalisierung“ und die Daimler AG in der Kategorie „Automatisierung“ haben mit ihren eingereichten Lösungen den elogistics award 2019 gewonnen. Mit dem elogistics award würdigt der Arbeitskreis AKJ Automotive innovative Projekte, die in geeigneter Weise Logistik und Informationsverarbeitung verbinden. Die Auszeichnungen wurden im Rahmen des 34. AKJ-Jahreskongresses („Drive Automotive now! – Transformation im Produkt, in der Fabrik, der Supply Chain und der Zusammenarbeit“) am 8. Mai in Saarbrücken verliehen.

Die Jury des elogistics award – bestehend aus Führungskräften der Automobilindustrie und Mitgliedern der htw saar – legte laut dem Arbeitskreis AKJ Automotive besonderes Augenmerk darauf, ob die Lösung in der Praxis eingesetzt wird und ob sich signifikante Verbesserungen in den Prozessen ergeben haben. Beurteilungskriterien des Preises sind:

  • Innovation in Bezug auf die gewählte Anwendung,
  • Originalität in Bezug auf die Anwendungsfelder in der Logistik,
  • Nutzen und Mehrwert aus Sicht der Hauptanwender,
  • Beschleunigungseffekte in der Wertschöpfungskette beziehungsweise Auftragsabwicklung,
  • Entwicklungsmöglichkeit und Nachhaltigkeit.

2019 prämierten die Juroren zwei eingereichte Lösungen mit dem elogistics award und eine Lösung mit dem elogistics tool award. So würdigte der AKJ Automotive die Ausgezeichneten:

Kategorie Digitalisierung: „Agile Digitalisierung in der Logistikplanung“ der BMW AG

Die Herausforderung: Die moderne Automobilproduktion erfordert ausgeklügelte Logistikprozesse, die teilweise unter großem Zeitdruck geplant und implementiert werden müssen. Es ist heute notwendig, die Logistikplaner mit digitalen Werkzeugen in die Lage zu versetzen, den stark gestiegenen Anforderungen an Geschwindigkeit, Genauigkeit und Beachtung einer Vielzahl von Restriktionen gerecht werden zu können.

Die Lösung: BMW hat die Logistikplanung durch verschiedene digitale Werkzeuge beschleunigt. Dazu gehört ein neues technisches Änderungsmanagement, das die Konzepte der Robotic Process Automation (RPA) nutzt und auch KI-Methoden implementiert. Vorteile dieser Lösung sind die Verringerung der Durchlaufzeit, die Erhöhung der Datenqualität, die Stabilisierung der Prozesse, die Unabhängigkeit der Anwesenheit bestimmter Mitarbeiter und verringerte Fehleranfälligkeit.

Ein weiteres digitales Werkzeug der Logistikplaner ist das virtuelle Werk, das durch Scannen der realen Fabrikstruktur entsteht. Die geometrische Punktwolke des 3D-Scans erhält durch Fotos eine Textur und kann bestehende reale Markierungen (Labels) erkennen und erfassen. Dadurch wird die reale Situation im Werk in einem wirklichkeitsnahen Rechnermodell repräsentiert, das für die Simulation geplanter Logistikprozesse genutzt werden kann.

Kategorie Automatisierung: „Full Flexible AGV System @ Body Shop“ der Daimler AG

Die Herausforderung: Im Mercedes-Benz-Werk in Tuscaloosa (USA, Alabama) sollte ein neuartiger Karosserie-Rohbaus entstehen, der auf die bisherige starre Fördertechnik verzichtet und sich wesentlich flexibler auf veränderter Anforderungen einstellen kann. Es entstand die Vision eines wandlungsfähigen Rohbaus.

Die Lösung: Der neue Rohbau integriert eine große Anzahl an lasttragenden FTF (fahrerlose Transportfahrzeuge) mit einer übergeordneten Steuerung in das Produktionsflussmanagement. Im Oktober 2018 wurde das Gesamtsystem mit 95 FTF in Betrieb genommen, das in dieser Größenordnung im Bereich Rohbau mit dem hohen Anspruch an Flexibilität im Fertigungsfluss bisher noch an keinem anderen Ort umgesetzt wurde. Das Konzept hat sich bewährt und wird auch in den Werken Kecskemét (Ungarn) und Peking (China) zum Einsatz kommen.

Tool award: „Airmates“ der Time:matters GmbH

Die Herausforderung: Nicht immer sind logistische Transportaufgaben langfristig planbar und dann muss eine flexibel und schnelle Lösung gefunden werden. Seit vielen Jahren gibt es das Konzept der Onboard-Kuriere, die eilige Warensendungen als Handgepäck im Flugzeug mit sich führen und die reibungslose Auslieferung beim Empfänger sicherstellen. Wie kann dieses Geschäftsmodell digitalisiert werden, um die Geschwindigkeit zu steigern, den Kundennutzen zu erhöhen und die Kosten zu senken?

Die Lösung: Mit der Plattform Airmates hat das Unternehmen Time:matters (eine 100-prozentige Tochter von Lufthansa Cargo) eine digitale Plattform aufgebaut, auf der Kunden eine Online-Anfrage für einen Transportauftrag stellen können – innerhalb von wenigen Sekunden werden die Optionen aufgelistet (mit den unterschiedlichen Preisen und Ankunftszeiten der Sendung beim Empfänger). Eine Beauftragung kann dann sofort per Knopfdruck erfolgen. Airmates transformiert das Geschäftsmodell der Onboard-Kuriere in das digitale Zeitalter und verknüpft Kunden, Kuriere und das Back-Office von Time:matters in Echtzeit. In der Zukunft werden auch KI-Methoden zum Einsatz kommen, die eine bessere Prognose verschiedener Parameter (zum Beispiel Laufzeiten) ermöglichen.

AKJ Automotive als Plattform zum Austausch

Der Arbeitskreis AKJ Automotive beschäftigt sich seit seiner Gründung im Jahr 1985 mit Strategien und Lösungen für die Neuausrichtung und Optimierung der Kernprozesse und Lieferbeziehungen in der Automobil- und Zulieferindustrie. Er versteht sich als Plattform zum Austausch von Erfahrungen für die drei beteiligten Parteien in der automobilen Wertschöpfungskette (OEM, Lieferanten und Logistikdienstleister).

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