Elektromobilität: Einride ordert 120 eActros bei Mercedes-Benz Trucks

Das schwedische Transport-Tech-Unternehmen Einride will die Flotte, bestehend aus eActros 300 und eActros 400“-Modellen, bei Kunden in europäischen Schlüsselmärkten einsetzen.

Der eActros wird mit den konventionellen Geschwistern im Werk Wörth produziert und erhält einen ersten Stückzahlenschub durch den Großauftrag. (Foto: Daimler)
Der eActros wird mit den konventionellen Geschwistern im Werk Wörth produziert und erhält einen ersten Stückzahlenschub durch den Großauftrag. (Foto: Daimler)
Therese Meitinger
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Nach dem Produktionsstart des batterieelektrischen Lkw „eActros im Oktober im Werk Wörth am Rhein hat Mercedes-Benz Trucks jetzt einen ersten Großauftrag über 120 Fahrzeuge verzeichnet. Das besagt eine Pressemitteilung vom 15. Dezember. Das schwedische Transport-Tech-Unternehmen Einride, Spezialist für den digitalisierten, elektrischen und autonomen Transport, will die Flotte, bestehend aus eActros 300 und eActros 400“-Modellen, bei Kunden in europäischen Schlüsselmärkten einsetzen. Die Schwaben planen, die lokal CO2-neutralen Fahrzeuge für den schweren Verteilerverkehr ab Mitte 2022 auszuliefern.

„Der Großauftrag belegt, dass der eActros das richtige Fahrzeug ist und er bestärkt uns auf unserem Weg hin zur vollständigen Dekarbonisierung der Transportbranche, erklärte Karin Rådström, Mitglied des Vorstands der Daimler Truck Holding AG, verantwortlich für die Regionen Europa und Lateinamerika und die Marke Mercedes-Benz Lkw.

Softwarelösungen mit Technologie zusammenbringen

Andreas von Wallfeld, Leiter Vertrieb & Marketing von Mercedes-Benz Trucks, verweist darauf, dass man neben dem Fahrzeug auch maßgeschneiderte Serviceangebote rund um E-Mobilität anbiete und das Servicenetz in Europa frühzeitig vorbereitet habe, genau für größere E-Flotten wie bei Einride. Ellen Kugelberg, Chief Operating Officer, Einride sieht den Auftrag im Kontext des Ausbaus der globalen Flotten an E-Nutzfahrzeugen. Dabei sei es entscheidend, dass man die eigenen Softwarelösungen mit der leistungsfähigsten Technologie zusammenbringe. Sie zeigte sich überzeugt, mit dem eActros auf das richtige Fahrzeug setzen. Man wolle durch gemeinsame Produktentwicklung auch weiterhin die Elektrifizierung der Branche vorantreiben.

Die Batterien des eActros bestehen nach Unternehmensangaben wahlweise aus drei (eActros 300) oder vier Batteriepaketen (eActros 400), die jeweils eine installierte Kapazität von 112 Kilowattstunden und eine nutzbare Kapazität von rund 97 Kilowattstunden bieten. Mit vier Batteriepaketen hat der eActros 400 dem Hersteller zufolge eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Technologisches Herzstück des Elektro-Lkw ist die Antriebseinheit, eine elektrische Starrachse mit zwei integrierten Elektromotoren und Zwei-Gang-Getriebe.

Die beiden flüssigkeitsgekühlten Motoren generieren demnach eine Dauerleistung von 330 Kilowatt sowie eine Spitzenleistung von 400 Kilowatt. Hinzu kommt, dass bei vorausschauender Fahrweise durch Rekuperation elektrische Energie zurückgewonnen werden kann. Die beim Bremsen gewonnene Energie wird in die Batterien des eActros zurückgeführt und steht im Anschluss wieder für den Antrieb zur Verfügung.

Der eActros kann mit bis zu 160 Kilowatt geladen werden: Die drei Batteriepakete benötigen an einer üblichen DC-Schnellladesäule mit 400 Ampere Ladestrom etwas mehr als eine Stunde, um von 20 auf 80 Prozent geladen zu werden. Die zwei integrierten Elektromotoren mit hohem Wirkungsgrad führen nach Herstellerangaben zu einer gleichmäßigen Leistungsentfaltung mit hohem Anfahrdrehmoment.