Elektromobilität: Daimler Truck bündelt Lade- und E-Infrastruktur-Aktivitäten in Marke TruckCharge

(dpa) Viele E-Lastwagen sind derzeit noch nicht auf den Straßen zu sehen. Ob sich die leisen Brummis durchsetzen, hängt auch von der Infrastruktur ab. Hersteller Daimler Truck will dabei nun mehr helfen.

Karin Rådström ist Vorstandsmitglied der Daimler Truck AG und verantwortlich für Mercedes-Benz Trucks. (Foto: Uli Deck/dpa)
Karin Rådström ist Vorstandsmitglied der Daimler Truck AG und verantwortlich für Mercedes-Benz Trucks. (Foto: Uli Deck/dpa)
Therese Meitinger

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck will seinen Kunden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa unter anderem beim Ausbau von E-Ladesäulen in Zukunft stärker unter die Arme greifen. Alle Angebote zum Thema Infrastruktur und zum Laden von E-Lastwagen werden in der Marke „TruckCharge“ gebündelt, wie das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen am Dienstag mitteilte. Damit wolle man sowohl Logistikunternehmen als auch Betriebe aus der Industrie mit und ohne eigenen Lkw-Fuhrpark ansprechen. Von welchem Hersteller die eingesetzten E-Lastwagen der Firmen stammen, spielt demzufolge keine Rolle.

Daimler-Truck-Vorständin Karin Rådström sagte: „Wir wollen unsere Kunden grundsätzlich beraten, wie sie vorgehen können. Auch für sie ist das eine große Umstellung. Es geht nicht nur darum, neue Fahrzeuge zu kaufen.“ Es müssten Ladesäulen auf den Depots eingerichtet und verwaltet werden. Darüber hinaus wolle man Logistiker beraten, wie der Transport neu organisiert werden kann, und sie unter anderem mit Routenplanung unterstützten. Außerdem gehe es darum, Unternehmen mit Netzbetreibern in Verbindung zu bringen oder sie auf Fördermittel hinzuweisen. „Einige Kunden brauchen vielleicht nur Ladesäulen und kümmern sich um alles andere selbst. Andere brauchen viel mehr Unterstützung“, sagte Rådström.

Infrastruktur als Engpass bei der Elektromobilität

Die Infrastruktur – vor allem der Aufbau von Ladeparks – ist aktuell einer der Engpässe für die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs. „Die Entwicklung beschleunigt sich. Das Problem ist aber: Selbst mit mehr Tempo geht es zu langsam“, sagte Rådström. Europaweit seien jeden Monat 400 neue Ladepunkte für E-Lkw nötig, um die Elektrifizierung so voranzutreiben, wie es das Unternehmen in Hinblick auf die CO2-Ziele plane. Davon sei man weit entfernt.

Bei Daimler Truck ist der Wandel zum E-Motor im vollen Gange. Der Lastwagen „eActros 600“ des Unternehmens soll Ende 2024 in Serienproduktion gehen. Der Lkw schafft demnach 500 Kilometer ohne Zwischenladen. Im April konnte Daimler Truck einen Erfolg beim Schnellladen von E-Lkws vermelden. Außerdem plant das Unternehmen seit Längerem zusammen mit den Konkurrenten Volvo und Traton, gemeinsame Hochleistungs-Ladestationen an Autobahnen und Knotenpunkten zu errichten und zu betreiben.