Einzelhandelslogistik: Edeka Alpen führt im Pilotprojekt autonomen Betrieb nach Ladenschluss ein

Nach 14 Uhr ist der Edeka Alpen-Markt in Schleswig-Holstein zur Zeit im autonomen Betrieb ohne die Anwesenheit von Marktpersonal zugänglich. Zusätzlich hat der Hybridmarkt auch an Sonntagen in dieser Form geöffnet.

Im neuen Hybridmarkt von Edeka Alpen am Schönberger Strand gibt es eine Eintrittsbarriere mit Altersüberprüfung für das Alkoholsortiment im autonomen Betrieb. (Bild: Edeka Nord)
Im neuen Hybridmarkt von Edeka Alpen am Schönberger Strand gibt es eine Eintrittsbarriere mit Altersüberprüfung für das Alkoholsortiment im autonomen Betrieb. (Bild: Edeka Nord)
Gunnar Knüpffer

Mit Beginn der Frühlingssaison offeriert Edeka Alpen am Schönberger Strand ein neues Einkaufsangebot: Als erster Edeka-Pilotmarkt im Norden Deutschlands führt der Markt einen autonomen Betrieb nach Ladenschluss ein und bietet Kunden die Möglichkeit, auch nach offiziellem Ladenschluss einzukaufen, teilte Edeka Nord am 10. April in einer Presseaussendung mit. Das Absatzgebiet von Edeka Nord umfasst Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Teile Niedersachsens und Brandenburgs.

Mit der Eröffnung des ersten Edeka-Hybridmarktes in Norddeutschland reagierten Edeka Nord und die Kaufmannsfamilie Alpen auf den Wunsch nach verlängerten Öffnungszeiten und begegneten gleichzeitig dem vorherrschenden Fachkräftemangel. Seit April haben Bewohner und Strandbesucher im Käptn's Gang 3 die Möglichkeit, auch nach offiziellem Ladenschluss ihre Einkäufe zu tätigen und von verlängerten Öffnungszeiten sowie Sonntagsöffnungen zu profitieren.

Nach 14 Uhr ist der Edeka Alpen-Markt zur Zeit im autonomen Betrieb ohne die Anwesenheit von Marktpersonal zugänglich. Zusätzlich hat der Markt auch an Sonntagen in dieser Form geöffnet. Über eine Bankkarte erhalten Kunden in dieser Zeit Zugang zum Markt und können ihren Einkauf anschließend wie gewohnt erledigen. Das Alkoholsortiment steht den Kunden erst nach Einlesen des Personalausweises oder Führerscheins zur Verfügung. Die Bezahlung erfolgt vor Verlassen des Marktes über drei Self-Checkout-Kassen bargeldlos. Auf Basis bis dahin gesammelter Erfahrungen will die Kaufmannsfamilie Alpen in den kommenden Wochen entscheiden, in welchem Zeitraum der autonome Service zukünftig angeboten werden wird –  diese Flexibilität sowie Anpassbarkeit auf das Einkaufsverhalten der Kunden ist es laut Einzelhändler, was das Vertriebskonzept des Hybridmarktes ausmacht.

„Wir freuen uns sehr, unseren Kunden längere Öffnungszeiten und sogar Sonntagsöffnungen zu bieten, während wir gleichzeitig Arbeitnehmerfreundlichkeit durch kürzere Arbeitszeiten und einen früheren Feierabend für unsere Mitarbeiter gewährleisten“, sagte Sascha Firmenich, Kaufmann des Edeka Alpen-Marktes.

Damit schafften sie es, in Zeiten des Fachkräftemangels positive Anreize zu setzen und sich als Arbeitgeber vom Wettbewerb abzuheben.

„Dieses neue Vertriebsmodell für kleinere Nahversorgungsmärkte ermöglicht unseren selbstständigen Kaufleuten völlig neue Perspektiven für die Ausgestaltung ihrer Öffnungszeiten“, ergänzte Jörn Oeser, Gruppenleiter Digitale Lösungen & Organisation bei Edeka Nord.

Besonderes Potenzial habe das Konzept des Hybridmarktes daher auch für betriebswirtschaftlich schwierigere Standorte in ländlichen Gebieten beziehungsweise Märkte in ihren Urlaubsregionen mit saisonal schwankenden Kundenzahlen.

Nach Anlaufen des neuen Angebotes am Schönberger Strand wird das Konzept des Hybridmarktes auch auf den Edeka Alpen-Markt in Hohwacht ausgeweitet werden. In Zusammenarbeit mit den selbstständigen Edeka-Kaufleuten werden darüber hinaus Einsatzszenarien an weiteren Standorten im Absatzgebiet von Edeka Nord geprüft. Das Vertriebsmodell des Hybridmarktes soll ein ergänzendes Konzept zur von Edeka Nord in Hohwacht 2023 bereits eingesetzten Smart Box, einem ausschließlich autonomen Ministore, darstellen.