Ehrung: Prof. Dr. Dr. h.c. Michael ten Hompel erhält das Bundesverdienstkreuz

Ausgezeichnet wurde der Forscher für seine herausragenden Verdienste in der Wissenschaft.

Thomas Westphal (li.), Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, überreichte das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Dr. h.c Michael ten Hompel überreicht. (Foto: Stadt Dortmund)
Thomas Westphal (li.), Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, überreichte das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Dr. h.c Michael ten Hompel überreicht. (Foto: Stadt Dortmund)
Sandra Lehmann

Der Bundespräsident hat Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik ausgezeichnet. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Dortmund hervor. Michael ten Hompel hat demnach aufgrund seines herausragenden Engagements im wissenschaftlichen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben.

Der studierte und promovierte Elektrotechniker ist seit dem Jahr 2000 Universitätsprofessor am Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen an der technischen Universität Dortmund und geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML – bis 2018 auch für Software und Systemtechnik (ISST).

Die Entwicklung Dortmunds als Wissenschafts- und Technologiestandort hat ten Hompel in besonderem Maße und weit über sein berufliches Wirken hinaus mitgestaltet und mit großem persönlichen Einsatz nachhaltig geprägt. Dortmund habe sich in vergangenen Jahrzehnten mit über 54.000 Studierenden, sieben Hochschulen, 19 Forschungsinstituten und über 11.000 Beschäftigten zu einem attraktiven, zukunftsfähigen und international ausgerichteten Wissenschafts- und Technologiestandort entwickelt.

Einsatz für die Logistik der Zukunft

Schwerpunkte der Arbeit von ten Hompel liegen heute in den Bereichen Industrie 4.0, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz in der Logistik, Planung von Logistiksystemen, Logistiksoftware, Warehouse Management Systemen, Robotik sowie in der Entwicklung von Materialflusssystemen. Der Wissenschaftlicher ist außerdem Begründer digitalen Silicon Economy, die über die Idee der Plattformökonomie Geschäftsmodelle für die Logistik der Zukunft ermöglichen soll. Darüber hinaus ist ten Hompel mit dem Fraunhofer IML Gründungsmitglied der dazugehörigen gleichnamigen digitalen Infrastruktur, die über das Open-Source-Konzept Lösungen für die Umsetzung der Plattformökonomie anbietet und unterschiedliche Player der Logistikwirtschaft zusammenbringt.

Neben der technologischen Komponente ist vor allem die gesellschaftlich-ethische Ausrichtung ten Hompels von Bedeutung. Er zählt seit Jahrzehnten zu den Verfechtern von Nachhaltigkeit im Hinblick auf die Mobilität von Menschen und Gütern sowie der sozialen Verantwortung im Zeitalter von Robotik und Datenökonomien. Ein großer Verdienst war auch seine Nachhaltigkeitsinitiative, in der er die Logistikwirtschaft bereits Anfang der 2010er Jahre aufforderte, jährlich ein Prozent ihres Rohertrages in die Logistikforschung zu investieren, um den Transport von Gütern durch den Einsatz innovativer Technologien nachhaltiger und umweltschonender zu gestalten.

Ehrenämter und interdisziplinäre Forschung

Seit zehn Jahren ist er ehrenamtliches Mitglied im Kuratorium des Masterplans Wissenschaft, einem breit angelegten Netzwerk in der Stadt Dortmund, das die weitere Profilierung als Wissenschaftsstadt zum Ziel hat. Mit seinem Engagement hat er den Prozess von Beginn an aktiv mitgestaltet und die interdisziplinäre Vernetzung der Wissenschaftseinrichtungen untereinander vorangetrieben. Laut einer unabhängigen Evaluation im Jahr 2018 ist der Masterplan Wissenschaft europaweit einzigartig und ein Vorbild für andere Städte.

Ten Hompel fördert zudem den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Mit viel Empathie und Begeisterung vermittelt er Bürgern komplexe wissenschaftliche Sachverhalte auf verständliche Art und Weise. So engagiert er sich regelmäßig mit anschaulichen, dialogorientierten Vorträgen, Diskussionsbeiträgen und Vorführungen am Dortmunder Wissenschaftstag und der Dortmunder Wissenschaftskonferenz, zuletzt im November 2020 zum Thema „Künstliche Intelligenz“.

Mit seiner exzellenten interdisziplinären Forschung habe er maßgeblich dazu beigetragen, die Logistik als eines von sieben wissenschaftlichen Kompetenzfeldern in Dortmund zu etablieren und darüber hinaus das Ruhrgebiet als anerkanntes Zentrum für Logistik und IT auch international sichtbar zu machen.

Innovationen vorantreiben

Darüber hinaus engagiert sich der Forscher seit 2014 ehrenamtlich in den Gremien Jury und Council der Logistics Hall of Fame. Ziel der Logistics Hall of Fame ist es, als weltweite Plattform die Meilensteine der Logistik zu dokumentieren und ihre Macher auszuzeichnen, um so die Bedeutung der Logistik für Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstreichen und Innovationen anzustoßen. Die Digitalisierung des Logistikstandortes Dortmund hat er mit Leuchtturmprojekten wie dem Effizienz Cluster Logistik Ruhr maßgeblich vorangetrieben. Als Wegbereiter des „Internet der Dinge“ (IoT) in Deutschland hat ten Hompel Europas bedeutendstes Logistikforschungscluster inhaltlich definiert und in die Praxis umgesetzt. Dabei habe er nie nur die technologischen Innovationen, sondern auch den verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien und die sichere Interaktion von Mensch und Maschine im Blick behalten.

Zudem begleitet er Unternehmen der Löhr Beteiligung GmbH (LB GmbH) sowie die LB GmbH selbst seit vielen Jahren als Ideengeber und Berater. Durch eine Vielzahl von ausgezeichneten Publikationen, seine Mitgliedschaft in der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), die Auszeichnung als „Bürger des Ruhrgebietes 2018“ sowie seine Aufnahme in die „Hall of Fame der Logistik“ ist das Wirken von Prof. ten Hompel weit über die regionalen Grenzen sichtbar und erfährt große Wertschätzung, hieß es im Rahmen der feierlichen Übergabe des Bundesverdienstkreuzes durch den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Thomas Westphal am 22. März 2023.