ECR Award 2019: Kooperationen und Einzelunternehmen prämiert

Die Auszeichnung stellt die Ausrichtung der Versorgungskette an Verbraucherbedürfnissen und Kundennutzen in den Mittelpunkt.

Die Freude bei den Prämierten des ECR Awards war groß. (Foto: GS Germany)
Die Freude bei den Prämierten des ECR Awards war groß. (Foto: GS Germany)
Therese Meitinger

Am 17. September verlieh GS1 Germany in Kooperation mit PwC und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, den 17. ECR Award. Die Gala fand in der Grand Hall auf der Zeche Zollverein, Essen, statt. Die diesjährigen Preisträger in der Kategorie Unternehmenskooperation Supply Side lauten: Kaufland, Eckes Granini, Meiberg, Glatzel und Shippeo SAS. In der Kategorie Unternehmenskooperation Demand Side wurden Douglas und Skinmade zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sowie Dermatest ausgezeichnet. In der Kategorie Einzelunternehmen ging der ECR Award an Henkel Laundry & Home Care. Und als Unternehmenspersönlichkeit wurde Franz-Friedrich Müller, Vorsitzender des Verwaltungsrates von Markant, geehrt. Der ECR Award soll alljährlich beispielhaftes Engagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette auszeichnen, das die Bedürfnisse von Shoppern und Konsumenten in den Fokus rückt – ganz im Sinne des ECR-Gedankens (Efficient Consumer Response).

Unternehmenskooperation Supply Side

Kaufland, Eckes-Granini und die Speditionen Meiberg und Glatzel sowie Shippeo SAS gründeten eine Transportkooperation zwischen Industrie und Handel, die auf eine kooperative Gestaltung und Optimierung des Warenflusses innerhalb der Supply Chain abzielt. Die Projektpartner konnten nach Eigenangaben durch gemeinsam genutzten Laderaum die Produktverfügbarkeit in Zeiten von sehr schwankenden Laderaumangeboten für den Konsumenten sichern. Zusätzlich sparten sie demnach mehr als 40 Prozent aller Transporte ein und vermieden mehr als 25 Tonnen CO2 pro Jahr. Mithilfe von Echtzeitdaten, die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz generiert werden, steuern die Partner nach Eigenaussage den gesamten physischen Warenfluss und optimieren ebenso die vor- und nachgelagerten Prozesse.

 Unternehmenskooperation Demand Side

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung und Dermatest entwickelten gemeinsam eine Minifabrik im Schrankformat, die im Jahr 2018 durch Douglas und das Fraunhofer Spin-Off „Skinmade“ gelauncht wurde. Mit der Minifabrik sollen sich personalisierte Hautcremes direkt am Verkaufspunkt wirtschaftlich herstellen lassen. Skinmade-Berater und –Beraterinnen bestimmen in diesem Konzept mittels wissenschaftlicher Messsensoren direkt vor Ort den Hautzustand der Kundinnen und Kunden. Schon sieben Minuten später soll das individuelle Pflegeprodukt im persönlich gebrandeten Cremetiegel bereitstehen. Nach vier bis sechs Wochen kann der Hautzustand nach Unternehmensangaben erneut gemessen werden. Das System lerne dazu.

Einzelunternehmen

Henkel Laundry & Home Care treibt nach Eigenangaben seit Jahren die Umsetzung von ECR sowohl im Unternehmen als auch in den Prozessen mit seinen Partnern voran. So gibt der Hersteller von Wasch-, Spül- und Reinigungsmitteln an, für die Demand Side kooperativ mit Handelspartnern strategische Ziele beim Category Management zu setzen und gemeinsame Initiativen zu entwickeln. Das Unternehmen will darüber hinaus die Konsumentenbedürfnisse im Omni-Channel-Kontext beleuchten. In diesem Rahmen investiert Henkel nach Eigenangaben zum Beispiel in Omni-Channel Shopper-Marketing und baut ein agiles, shopperorientiertes und personalisiertes Kundenerlebnis auf. Auch in der Supply Chain setzt das Unternehmen auf digitale Tools – zum Beispiel beim Realtime-Tracking von Auslieferungen, die von allen Handelspartnern immer aktuell verfolgt werden können. Kooperationen mit Herstellern, Handelspartnern und Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette seien ebenfalls ein maßgeblicher Erfolgsfaktor im Bereich Nachhaltigkeit, so Henkel.

Unternehmenspersönlichkeit

Nach Ansicht der Jury lebt Franz-Friedrich Müller, Präsident des Verwaltungsrates bei Markant, den ECR-Gedanken konsequent. Bereits im Jahr 1998 führte der Moselaner den Zentralen Artikelstamm (ZAS) bei Markant ein, so die Jury. Damit habe er den Grundstein für ein digitales, effizientes und partnerschaftliches Management von Artikelstammdaten zusammen mit den Markant-Handelspartnern gelegt. Franz-Friedrich Müller stelle seit vielen Jahren immer wieder die Weichen für Kooperationen zwischen Handel und Industrie und treibt ECR-Strategien innerhalb der Markant systematisch voran, so die Jury weiter.

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