E-Mobilität: Heineken nutzt batteriebetriebenes Binnenschiff

Betrieben wird die Alphenaar mit „ZESpacks“ genannten Energiecontainern, die mit Batterien gefüllt sind, die mit Ökostrom geladen werden.

Die Brauerei Heineken gehört zu den ersten Nutzern von ZES. (Foto: Heineken)
Die Brauerei Heineken gehört zu den ersten Nutzern von ZES. (Foto: Heineken)
Therese Meitinger

Am 7. September hat das niederländische Unternehmen Zero Emission Services (ZES) die „Alphenaar“ in Betrieb genommen – das nach Firmenangaben erste niederländische Binnenschiff, das für den Antrieb austauschbare Energiecontainer einsetzt und damit emissionslos fährt. ZES wurde 2020 vom französischen Energiekonzern Engie, der Frankfurter ING-bank, dem finnischen Technologiekonzern Wärtsilä und dem Hafenbetrieb Rotterdam gegründet. Das Gemeinschaftsunternehmen, das vom niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft unterstützt wird, hat sich der emissionsfreien Binnenschifffahrt verschrieben.

Die „Alphenaar“ verkehrt laut einer Pressemitteilung zwischen Alphen aan den Rijn und Moerdijk für die Brauerei Heineken. Es handele sich um die erste Inbetriebnahme des Energiesystems von ZES für die Binnenschifffahrt, so die Mitteilung. Die „ZESpacks“ genannten Energiecontainer sind dem Anbieter zufolge 20-Fuß-Standardcontainer, die mit Batterien gefüllt sind, die mit Ökostrom geladen werden. Die ersten beiden ZESpacks werden nach Unternehmensangaben an der ersten Ladestation im CCT-Terminal in Alphen aan den Rijn geladen und ausgetauscht. ZES plant im Rahmen der Expansionsstrategie bis 2030 die Realisierung von 30 emissionsfreien Schifffahrtsrouten.

Auch Wasserstoff als Antrieb denkbar

Heineken ist nun zusammen mit dem Carrier CCT der erste Kunde von ZES mit einem Zehnjahresvertrag. ZES sei aus dem Projekt Groene Cirkels zur Realisierung eines klimaneutralen Container-Shuttles zwischen der Heineken-Brauerei in Zoeterwoude und dem Rotterdamer Hafen entstanden, so die Mitteilung.

 „Das von ZES auf den Markt gebrachte Energiekonzept trägt direkt zur Verringerung der Emissionen bei, indem es pro Schiff und Jahr etwa 1.000 Tonnen CO2 und sieben Tonnen NOx einspart. Außerdem erzeugen Schiffe, die mit ZES fahren, weder Feinstaub noch Lärm", sagt Willem Dedden, CEO von ZES.

Das Konzept umfasst nach Unternehmensangaben auch die Organisation der notwendigen Ladeinfrastruktur und eine Pay-per-Use-Lösung, die es den Schiffsführern ermöglicht, nur für die Nutzung der Energie zu bezahlen. Die Investition in ZESpacks wird von ZES übernommen.

Das System der ZESpacks versteht sich als niedrigschwellige Open-Access-Innovation: Die heute verwendeten ZESpacks funktionieren laut ZES mit Lithium-Ionen-Batterien, in Zukunft können sie – so der Anbieter – aber auch mit Wasserstoff, Ammoniak oder einem anderen System funktionieren. Man gebe die Profile für den Stecker kostenlos frei, damit der Markt mit verschiedenen Anbietern von Energiecontainern zusammenarbeiten könne, so der Anbieter.

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