E-Mobilität: Erstmals Ladekorridor für Mittel- und Schwerlastverkehr eröffnet

E-Lkw können zwischen Schwegenheim und Dortmund künftig an acht 300-kW-Ladestationen von Aral pulse grünen Strom beziehen.

Lückenlos wird der Rhein-Alpen-Korridor zwischen dem südpfälzischen Schwegenheim bis ins Ruhrgebiet nach Dortmund mit Lkw-Ladestationen ausgestattet. (Grafik: Aral AG)
Lückenlos wird der Rhein-Alpen-Korridor zwischen dem südpfälzischen Schwegenheim bis ins Ruhrgebiet nach Dortmund mit Lkw-Ladestationen ausgestattet. (Grafik: Aral AG)
Sandra Lehmann
(erschienen bei Transport von Claus Bünnagel)

Mit Europas erstem Ladekorridor für den Mittel- und Schwerlastverkehr investiert Aral nach eigenen Angaben in den Hochlauf der Elektromobilität im Logistikverkehr. Wie aus einer Pressemeldung der BP-Tochter hervorgeht, soll über die E-Marke Aral pulse die 600 Kilometer lange, stark befahrene Logistikroute des Rhein-Alpen-Korridors elektrifiziert werden, die unter anderem die Großräume Rhein-Neckar und Rhein-Main mit der Metropolregion Rhein-Ruhr verbindet. Aktuell umfasse der Ladekorridor sechs an die Maße von Lkw angepasste, gut beleuchtete und sichere 300-kW-Ladestationen. Diese befinden sich an Aral-Autohöfen in Schwegenheim, Bensheim, Rüsselsheim, Rheinböllen, Düsseldorf und Dortmund. In den kommenden Monaten wird je eine weitere Ladestation in Bad Honnef an der A3 und in Köln den Ladekorridor vervollständigen.

Strom für 200 Kilometer

Pro Tag und Ladesäule können bei Aral pulse mehr als 20 Lkw während der gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpause von 45 Minuten grünen Strom für eine Reichweite von bis zu 200 Kilometer beziehen. Pkw könnten diese Ladestationen ebenfalls nutzen.

 

„Die Diskussion rund um die E-Mobilität fokussiert sich aktuell sehr stark auf den Pkw-Bereich. Aber auch der Mittel- und Schwerlastverkehr steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Das zeigen insbesondere die Ankündigungen der Hersteller. Unsere Strategie ist darauf ausgelegt, diese Nachfrage mit einem entsprechenden Angebot zu bedienen. Der erste europäische Ladekorridor ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg, denn damit ermöglichen wir das Aufladen von E-Lkws, die derzeit meist in ihr Heimatdepot zum Laden zurückkehren müssen“, so Alexander Junge, Aral-Vorstand für E-Mobilität.

Als Muttergesellschaft von Aral übernimmt BP den Ausbau der Ladeinfrastruktur außerhalb Deutschlands.

„Die heutige Einweihung des Ladekorridors ist ein wichtiger Baustein zur Dekarbonisierung des Lkw-Transports und zugleich eine Blaupause dafür, wie eine leistungsfähige Lkw-Ladeinfrastruktur für Europa aussehen könnte“, sagt Nigel Head, EV Truck Director Europe bei bp pulse. „Mit dem Aufbau eben solcher Ladenetze für Flotten entlang wichtiger Logistikkorridore schafft bp die Voraussetzung dafür, dass die Elektrifizierung mittlerer und schwerer Nutzfahrzeuge zügig gelingen kann.“

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