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E-Commerce: Zalando startet Testlauf für Mehrwegversandverpackung

In Finnland, Norwegen, Dänemark und Schweden müssen Kunden Versandtaschen zurück in den Kreislauf führen.

Zalando startet in vier skandinavischen Ländern einen Testlauf für Mehrwegversandverpackungen. (Symbolbild: Malp/Adobe Stock)
Zalando startet in vier skandinavischen Ländern einen Testlauf für Mehrwegversandverpackungen. (Symbolbild: Malp/Adobe Stock)
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Sandra Lehmann

Die Online-Fashionplattform Zalando startet nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen einen vierwöchigen Piloten zum Test von wiederverwendbaren Verpackungen für die Lieferung von Kundenbestellungen. Demnach sollen 10.000 Kunden in Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark ihre Zalando-Bestellungen in Versandtaschen bekommen, die immer wieder genutzt werden können. Damit wird dem Unternehmen zufolge Verpackungsmüll reduziert, da ein und dieselbe Verpackung wiederholt zum Versenden und zur Retoure eingesetzt werden kann.

Zusammenfalten und verschicken

Die Test-Versandtasche des finnischen Start-ups RePack sei vergleichbar mit den bestehenden Zalando-Versandtaschen. Versendet würden die Mehrwegverpackungen aus dem Zalando-Logistikzentrum in Brunna, in der Nähe von Stockholm. Der Kreislauf funktioniert nach Unternehmensangaben, indem die Kunden die Versandtasche zusammenfalten, sie mit dem Rücksendeaufkleber versehen und diese in den Briefkasten werfen. Die Tasche gehe zurück an eine zentrale Stelle und werde von dort an die Logistikzentren verteilt.

Veränderung für Kunden

Wie Zalando berichtet, stellt die neue Verpackung vor allem eine Veränderung für Kunden der Plattform dar. Einerseits sei das Auspackerlebnis ein anderes als beim klassischen Paket, andererseits bedarf es einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Verpackung. Denn, um diese wiederverwenden zu können, muss sie dem Kreislauf wieder hinzugefügt werden. Das bedeute, dass Käufer die Verpackung auch dann zurücksenden müssen, wenn nichts retourniert wird. Eine internationale Verbraucherumfrage mit 4.000 Teilnehmern aus dem Frühjahr 2019 zeigt Zalando zufolge jedoch, dass es hierzu eine Bereitschaft gibt: 83 Prozent der Deutschen und 67 Prozent der finnischen Teilnehmer versuchen die Kunststoffmengen im Alltag zu reduzieren. Die Verwendung von Mehrwegverpackungen könnte hierauf einzahlen.

Die Herausforderung sieht Uwe Streiber, Team Warehouse Consumables bei Zalando, vor allem in den vereinzelten Lösungsansätzen: Um das Konzept wiederverwendbarer Verpackung skalierbar zu machen, braucht es die gesamte E-Commerce-Industrie. Es benötigt standardisierte Prozesse und zentrale Abgabemöglichkeiten für wiederverwendbare Verpackungen”, sagt er. „Durch Mehrwegverpackungen wird das Material von Abfall zu Wertstoff. Ein einheitliches System, bei dem Kunden die Verpackung nicht zurückschicken, sondern beispielsweise im Supermarkt abgeben können, würde die Veränderung für alle erleichtern”, so Streiber.

Bereits im Mai hatte Zalando Neuerungen im Bereich nachhaltige Verpackung angekündigt. Neben den bereits bestehenden Ansätzen wie die Verwendung von Zalando-Boxen aus 100 Prozent recyceltem Papier und Versandtaschen aus 80 Prozent Post-Consumer recyceltem (PCR) Material, wurden laut dem Händler vor Kurzem die Kosmetiktaschen von Plastik auf 100 Prozent recyceltes Papier umgestellt. Gleichzeitig wurden die Polybags – dünne Schutzhüllen um die Textilien – aus über 60 Prozent recyceltem Plastik eingeführt. Durch diese Änderungen reduziert sich nach Zalando-Angaben der Verbrauch an nicht recyceltem Plastik um etwa 625,6 Tonnen im Vergleich zu 2018.

Wissen, was ist

Der Logistikverantwortliche will bekanntermaßen weder etwas suchen noch etwas finden müssen. Er will wissen, was ist. Das Idealbild liegt in der vollständigen Transparenz der Lieferketten. Datenbrüche verhindern diese Transparenz.

Eine klassische Problemstelle im Supply Chain Management ist der Übergang vom Außen- in den Innenbereich – oder anders gesagt: vom Transport ins Logistikzentrum.

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