E-Commerce: Versand ist nur noch selten kostenlos

Laut einer Studie des EHI versenden lediglich vier Prozent der Onlinehändler in Deutschland derzeit ohne Gebühren.

Die Kosten im E-Commerce steigen. Infolge dessen erheben viele Händler in Deutschland laut dem EHI inzwischen Gebühren für den Versand von Waren. (Symbolbild: Ibravery/AdobeStock)
Die Kosten im E-Commerce steigen. Infolge dessen erheben viele Händler in Deutschland laut dem EHI inzwischen Gebühren für den Versand von Waren. (Symbolbild: Ibravery/AdobeStock)
Sandra Lehmann

Nach langen Wachstumsphasen für den Onlinehandel sind die jetzigen Prognosen alles andere als rosig. Onlinehändler müssen ihre Prozesse und Kostenstrukturen unter die Lupe nehmen und wenn nötig optimieren. Diesem Thema widmet sich auf die Studie „Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce 2023“, die vom EHI Köln herausgegeben wird. Dazu Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung im EHI:

„Der reibungslose Ablauf von Versand und Lieferung und eine effiziente Abwicklung der Retouren gehören zu den Kernanforderungen von Onlinehändlern. Schnelle Lieferzeiten, konkrete Lieferzeitfenster sowie eine kluge Kostenstrategie können entscheidende Stellschrauben im Wettbewerb sein.“

Die durchschnittlichen Logistikkosten pro Artikel sind - je nach Sortiment - sehr unterschiedlich und betragen bei einem Drittel (33 Prozent) der Onlinehändler bis zu fünf Euro, bei weiteren 41 Prozent bis zu 25 Euro und bei acht Prozent über 25 Euro, Retouren nicht mitgerechnet. Die Auslieferung beziehungsweise der Versand zu den Kunden sei der entscheidende Kostentreiber, sagen mehr als drei Viertel (78 Prozent). Die der Kundschaft in Rechnung gestellten Versandkosten liegen beim Großteil (85 Prozent) der befragten Händler zwischen zwei und zehn Euro. Nur vier Prozent berechnen keine Versandkosten.

Damit sich Kunden, während sie auf die Ware warten, nicht doch noch für ein anderes Produkt entscheiden, seien zudem schnelle Lieferzeiten bei den Händlern von hoher Relevanz. Es ist für drei Viertel (75 Prozent) eines der entscheidenden Kriterien bei der Wahl ihres Versanddienstleisters, heißt es in der Studie. Die durchschnittliche Standardlieferung liege bei 61 Prozent bei ein bis zwei Werktagen, 28 Prozent liefern innerhalb von drei bis fünf Werktagen und sieben Prozent benötigen 24 Stunden. Einzelne Onlinehändler geben an, dass sie standardmäßig noch am Tag der Bestellung oder sogar innerhalb von ein bis zwei Stunden liefern können.

Keiner der Befragten benötigt laut EHI mehr als fünf Werktage für die Auslieferung der bestellten Artikel. Für besonders schnelle Lieferzeiten nehmen die Händler teilweise einen Aufpreis. Als schnellstmögliche Lieferzeit gibt ein Unternehmen an, innerhalb von zehn Minuten zu liefern, sechs Prozent innerhalb von ein bis zwei Stunden und 30 Prozent innerhalb von 24 Stunden, so die Studienautoren. Zehn Prozent liefern noch am Tag der Bestellung. Fast die Hälfte (47 Prozent) könne innerhalb von ein bis zwei Werktagen an die Kundschaft ausliefern. Bei sechs Prozent der Befragten handelt es sich bei der schnellstmöglichen Liefergeschwindigkeit um eine Versendung innerhalb von drei bis fünf Werktagen, so das EHI in einer Pressemitteilung.

Die Studie wurde nach Angabe des EHI im Sommer 2023 im Rahmen einer Onlinebefragung unter 81 E-Commerce-Anbietern in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhoben.