E-Commerce: Quadient gewinnt ersten Kunden in Österreich

SportOkay.com setzt auf die automatisierte Verpackungslösung CVP Impack.

 Intralogistik auf drei Ebenen: Die Zentrale von SportOkay.com in Innsbruck. (Foto: SportOkay.com)
Intralogistik auf drei Ebenen: Die Zentrale von SportOkay.com in Innsbruck. (Foto: SportOkay.com)
Melanie Wack

Quadient hat sein erstes automatisiertes 3D-Verpackungssystem in Österreich aufgebaut, das hat das Unternehmen am 17. Dezember bekannt gegeben. Seit Mitte Oktober setzt das E-Commerce-Unternehmen SportOkay.com in seinem neuen Logistikzentrum in Innsbruck auf eine Anlage des Typs „CVP Impack”, die pro Stunde bis zu 500 passgenaue Pakete produziert, heißt es in der Pressemitteilung.

„Nachdem wir dieses Jahr verstärkt in den Vertrieb in der DACH-Region eingestiegen sind, freuen wir uns sehr, dass wir mehrere Vertragsabschlüsse in Deutschland machen konnten und jetzt die erste Anlage nach Österreich verkauft haben”, betont Richard Nijboer, Director Sales and Operations bei Quadient.

Logistik auf 16 Metern Höhe

Im 16 Meter hohen Logistikzentrum von Sport Okay wird das gesamte Artikelspektrum der Firma automatisiert in Pakete verpackt – von der weichen Daunenjacke bis zum harten, faltbaren Tourenstock. Mehr als 40.000 Artikel für den Outdoor-, Berg-, Fahrrad- und Skisport von mehr als 300 bekannten Marken liegen im Distributionszentrum in Tirol auf Lager. Wer bis mittags Waren online bestellt, bekommt sie der Mitteilung zufolge in Deutschland und Österreich in aller Regel am nächsten Tag geliefert. Das Lieferversprechen wird laut Pressemeldung zu 95 Prozent eingelöst.

Ohne Füllmaterial

Damit die alpine Bekleidung und Sportausrüstung so schnell wie möglich das Lager verlassen kann, setzt SportOkay.com laut Angaben im Obergeschoss auf ein vollautomatisiertes Kleinteilelager und im Untergeschoss auf ein Robotersystem, das Regale an Kommissionierplätze fährt. Nachdem die Waren in der CVP Impack platziert sind, laufe der Verpackungsprozess schnell: Ganze sieben Sekunden dauert der Vorgang. Die Maschine schneidet, füllt, faltet, verklebt und etikettiert Transportpakete automatisch. Dank der maßgeschneiderten Kartons können Versender laut Quadient im Schnitt bis zu 30 Prozent Wellpappe und bis zu 50 Prozent des Transportvolumens einsparen. Für die Mehrzahl der Bestellungen benötigen die Unternehmen auch kein Füllmaterial mehr in den Paketen.

Für die Prozessautomatisierung

Ausschlaggebend für das Investment war für SportOkay.com neben dem hohen Durchsatz der Anlage und dem einfachen Ausgleich von saisonalen Nachfrageschwankungen die Kompetenz des Anbieters in puncto Prozessautomatisierung: „Da die Anlage rasch in Betrieb genommen wurde, konnten wir in kürzester Zeit eine enorme Leistungssteigerung verzeichnen. Nachdem die manuelle Verpackung Geschichte ist, können sich jetzt vier von ehemals sieben Mitarbeitern aus dem Verpackungsbereich anderen Aufgaben widmen”, betont Konrad Plankensteiner, CEO von SportOkay.com.

Die Anschaffung der nachhaltigen Verpackungslösung erfolgte laut Meldung kurz nachdem Plankensteiner ein Vorführmodell am Produktionsstandort im niederländischen Drachten unter die Lupe genommen hatte. SportOkay.com wolle sich mit der Prozessautomatisierung im Verpackungsbereich für das angestrebte Umsatzwachstum von 25 Prozent pro Jahr rüsten. 2019 verschickte der E-Commerce-Spezialist mehr als 250.000 Pakete in die gesamte EU.

„Weil wir unseren Kunden auch an Aktionstagen wie dem Black Friday oder der Vorweihnachtszeit sehr schnelle Lieferungen garantieren, war eine Automatisierung des Verpackungsbereichs unumgänglich”, berichtet der Firmenchef.

Prüfung bestanden

Die erste Leistungsprüfung habe die Maschine bereits bestanden. Nachdem neben dem Vorweihnachtsgeschäft zusätzlich ein Lockdown in vielen europäischen Ländern das Online-Business ankurbelt, verzeichnete SportOkay.com im November den Angaben zufolge ein Umsatzplus von 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

 „Trotz der Nachfragespitze konnten wir die bestellten Sendungen ohne Zeitverzögerung an die Paketdienste übergeben. Außerdem ist dank der CVP Impack das Risiko einer Infektion der Mitarbeiter mit Covid-19 im Verpackungsbereich gesunken, weil dort jetzt weniger als die Hälfte des ursprünglichen Personals arbeitet”, erläutert Plankensteiner.

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