E-Commerce: Onlinehandel legt im dritten Quartal deutlich zu

Sektor weist für die Monate Juli bis September ein Plus von 13,3 Prozent auf.

Der Onlinehandel in Deutschland hat im dritten Quartal 2020 ein Plus von 13,3 Prozent erwirtschaftet. (Symbolbild: Vege /Fotolia)
Der Onlinehandel in Deutschland hat im dritten Quartal 2020 ein Plus von 13,3 Prozent erwirtschaftet. (Symbolbild: Vege /Fotolia)
Sandra Lehmann

Das Wachstum des Sektors E-Commerce hält auch im dritten Quartal weiter an. Wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) e.V. am 4. Oktober bekannt gab, legte der Onlinehandel in der Bundesrepublik in den Monaten Juli, August und September mit einem Plus von 13,3 Prozent erneut deutlicher zu als im Vorjahreszeitraum (plus 11,6 Prozent). Zurückzuführen sei dies insbesondere auf ein anhaltendes starkes Wachstum bei Gütern des täglichen Bedarfs.

Wachstum insgesamt leicht unterdurchschnittlich

Kumuliert erhöhte sich der E-Commerce-Umsatz laut bevh seit Jahresbeginn im Vergleich mit den ersten neun Monaten 2019 um 10,6 Prozent auf 56.034 Millionen Euro. Aufgrund des Corona-bedingten Einbruchs im ersten Quartal liege das im Jahr 2020 aufgelaufene Wachstum prozentual jedoch noch leicht unter dem Schnitt der Vorjahre.

Digitale Dienstleistungen weiter im Hintertreffen

Von Juli bis September 2020 verzeichneten die Unternehmen nach Angaben des Verbands im Online-Handel 19.329 Millionen Euro inklusive Umsatzsteuer (Vorjahreszeitraum 2019: 17.063 Millionen Euro). Im gesamten Interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) kauften im dritten Quartal 2020 die deutschen Verbraucher Waren für 19.650 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 2019: 17.467 Millionen Euro). Demnach habe der Onlinehandel inzwischen einen Anteil von 98,4 Prozent am Gesamtumsatz des Interaktiven Handels. Die digitalen Dienstleistungen wie elektronische Tickets, Downloads, Hotelbuchungen etc. verloren dem bevh zufolge weiterhin massiv und erreichten mit einem Umsatz von 1.702 Millionen Euro nur noch ein Drittel des Vorjahreswertes von 5.099 Millionen Euro.

„Obwohl seit Juli alle Läden wieder geöffnet haben, verlassen sich viele Verbraucher weiter auf die belastbaren Lieferstrukturen des Online- und Versandhandels,“ so Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh. „Im Vergleich der Vertriebskanäle ist erneut sichtbar geworden, dass die reinen Distanzhändler den größten Teil des Marktwachstums im E-Commerce an sich ziehen konnten.“

Um 34 Prozent sei allein das Onlinevolumen des Warengruppen-Clusters „Täglicher Bedarf“ gestiegen und liege mit einem Gesamtumsatz von 1.733 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 2019: 1.294 Millionen Euro) wie schon im ersten und zweiten Quartal an der Wachstumsspitze. Das Warensegment Lebensmittel erreichte laut bevh dabei mit 633 Millionen Euro im dritten Quartal 2020 ein Plus um mehr als die Hälfte im Vorjahresvergleich (plus 52,9 Prozent gegenüber 414 Millionen Euro im dritten Quartal 2019).

Medikamente als Online-Renner

Das Geld, das nicht in Reisen fließen konnte, investierten die Deutschen nach Verbandsangaben auch im dritten Quartal gern in Haus- und Gartenmöbel. Der Cluster Einrichtung legte mit 19,5 Prozent auf 3.205 Millionen Euro zu (Vorjahreszeitraum 2019: 2.682 Millionen Euro). Überdurchschnittlich oft hätten die Deutschen auch ihre Medikamente online bestellt. Diese Warengruppe wuchs dem bevh zufolge von 220 Millionen Euro im dritten Quartal 2019 auf 312 Millionen Euro im dritten Quartal dieses Jahres.

Bekleidungssektor wieder bei normalem Wachstum angekommen

Mit einem Wachstum um 12,2 Prozent auf 5.042 Millionen Euro hat der E-Commerce-Umsatz mit Bekleidung und Schuhen wieder sein normales Wachstumstempo erreicht (Vorjahreszeitraum 2019: 4.496 Millionen Euro), berichtet der Verband. Schaue man nur auf den Online-Handel mit Bekleidung, also ohne Schuhe, sei dieser im dritten Quartal leicht überdurchschnittich um 13,9 Prozent auf 3.962 Millionen Euro gestiegen (Vorjahreszeitraum 2019: 3.477 Millionen Euro). Aufgelaufen seit Jahresbeginn liegt der Umsatz laut bevh im Cluster Bekleidung bei 13.868 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 2019: 12.899 Millionen Euro) und damit bei einem Wachstum von 7,5 Prozent.

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