E-Commerce: Onlinehandel erlebt wachstumsstärkstes drittes Quartal seit 2017

Vor allem Multichannel-Händler legten von Juli bis Oktober kräftig zu.

Der E-Commerce-Sektor ist nach aktuellen Zahlen des bevh auch im dritten Quartal wieder gewachsen. (Symbolbild: Vege/Fotolia)
Der E-Commerce-Sektor ist nach aktuellen Zahlen des bevh auch im dritten Quartal wieder gewachsen. (Symbolbild: Vege/Fotolia)
Sandra Lehmann

Ungeachtet der schrittweisen Wiederbelebung des öffentlichen Lebens, und obwohl das dritte Quartal saisonal bedingt als schwächstes des Jahres gilt, sind die Umsätze im E-Commerce mit Waren von Juli bis Oktober um 14,8 Prozent auf 22,194 Milliarden und im Interaktiven Handel um 14,3 Prozent auf 22,467 Milliarden Euro gestiegen. Für den E-Commerce ist es das wachstumsstärkste dritte Quartal seit fünf Jahren und führt eine seit 2017 stattfindende Beschleunigung der Umsatzzuwächse fort. Das berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) in einer Pressemitteilung vom 6. Oktober 2021.

Multichannelhändler mit starkem Wachstum

Der digitale Direktvertrieb durch Hersteller sei gesamtheitlich betrachtet nach wie vor der stärkste Verkaufskanal und bleibe der einzige Vertriebsweg, der seit Pandemieausbruch in jedem Quartal im komfortablen zweistelligen Bereich gewachsen sei. Spitzenreiter im dritten Quartal ist jedoch ein anderer Kanal: Von Juli bis Oktober können die Multichannel-Händler auf das stärkste Wachstum zurückblicken. Das überrascht aus Sicht des bevh, da diese erstmals seit Jahresbeginn wieder ein gesamtes Quartal durchgängig die Geschäfte für Kunden öffnen konnten, die Kunden aber trotzdem weiterhin gerne online bestellen. Der Handel auf Onlinemarktplätzen, den zum weit überwiegenden Teil stationäre und Onlinehändler tragen, erhöht sein Volumen im langfristigen Trend weiter kräftig und werde nach Einschätzungen des Verbands 2021 erstmals in jedem Quartal deutlich mehr als zehn Milliarden Euro umsetzen.

„Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung der Multichannel-Händler, die zu den starken Ergebnissen der Branche beigetragen haben. Unter ihnen befinden sich viele Unternehmen, die ehemals rein stationär waren und sich in der Pandemie unter hohem Druck ein digitales Standbein aufgebaut haben. Das macht uns optimistisch und zeigt, dass sich viele dieser Händler erfolgreich im Digitalhandel festsetzen,“ sagt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh.

Stärkste Wachstumstreiber unter den Warengruppen waren laut der Interessenvertretung im dritten Quartal 2021 Lebensmittel, DIY & Blumen, Hobby & Freizeitartikel. Wachstumsstärkstes Warencluster waren Artikel des täglichen Bedarfs, worunter neben Lebensmitteln auch Drogerieprodukte und Tiernahrung fallen.

Digitale Dienstleistung schwächeln weiterhin

Die Umsätze mit digitalen Dienstleistungen, zu denen etwa auch Reisebuchungen gehören, stiegen von Juli bis Oktober um 31 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro und verlieren im Vergleich zur Jahresmitte (Q2/2020: 61,3 Prozent) wieder an Schwung. Zudem handele es sich noch immer um Nachholeffekte, die den Einbruch aus dem Vorjahr (Q3/2020: minus 66,6 Prozent) nicht aufholen könnten. Unter dem Strich deute das darauf hin, dass die Menschen in den Sommermonaten zwar wieder online Reisen und Konzerttickets gebucht haben, ihr Geld für Unternehmungen jedoch noch immer vorsichtiger ausgeben als vor Pandemie-Ausbruch.

Die 100 Milliarden-Euro-Marke rückt näher

In den ersten neun Monaten des Jahres sind laut bevh im E-Commerce Gesamtumsätze von rund 67,4 Milliarden Euro aufgelaufen. Der gesamte Interaktive Handel einschließlich Dienstleistungen erreichte in diesem Zeitraum 74 Milliarden Euro. Ein starkes letztes Weihnachtsquartal eingerechnet, befindet sich der Wirtschaftszweig E-Commerce damit weiter auf dem Weg, in diesem Jahr erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro zu brechen, heißt es von Seiten des Verbands.

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