E-Commerce-Logistik: Niederländische PostPlus Gruppe expandiert nach Deutschland

Die PostPlus Gruppe kommt nach Informationen, die LOGISTIK HEUTE exklusiv vorliegen, nach Deutschland. Der Logistikdienstleister sieht Wachstumsmöglichkeiten beim grenzüberschreitenden E-Commerce und beim Inlandsgeschäft.

Sven Schwope wird die Geschäftsleitung von PostPlus in Deutschland übernehmen. (Bild: PostPlus Gruppe)
Sven Schwope wird die Geschäftsleitung von PostPlus in Deutschland übernehmen. (Bild: PostPlus Gruppe)
Gunnar Knüpffer

Der Logistikdienstleister PostPlus Gruppe aus Amsterdam kommt nach Informationen aus dem Unternehmen, die LOGISTIK HEUTE exklusiv vorliegen, nach Deutschland und eröffnet einen Standort in Emmerich am Rhein in Nordrhein-Westfalen. Mit der Expansion reagiert die PostPlus Gruppe auf einen steigenden Bedarf an E-Commerce-Lösungen und baut seine Kapazitäten in Europa aus.

Die Unternehmensgruppe, die über eigene Logistiklinien etwa von China und den Vereinigten Staaten nach Europa verfügt, entwickelt individuelle und dynamische Zustelllösungen für Kunden. Der Logistikdienstleister ist spezialisiert auf grenzüberschreitenden E-Commerce, Mehrwertdienste und den Versand von Kleinpaketen bis zwei Kilogramm. Dabei kooperiert die Gruppe, die von ehemaligen Führungskräften der estnischen Post sowie von europäischen Logistikunternehmen gegründet wurde, sowohl mit nationalen Postgesellschaften als auch mit alternativen Carriern. Vertrieb, Technik, IT und Marketing der PostPlus Gruppe sind im estnischen Tallinn angesiedelt.

Die Geschäftsleitung in Deutschland übernimmt Sven Schwope: „Unsere Mission ist es, Verkäufer und Käufer im E-Commerce zu verbinden und ihnen den Handel zu erleichtern. Hierfür kombinieren wir verschiedene Kanäle miteinander, um zuverlässige und effiziente Logistikdienste zu gewährleisten.“

Für Deutschland sieht Schwope nicht nur großes Potenzial beim grenzüberschreitenden E-Commerce, sondern auch für das Inlandsgeschäft.

„Wir erwarten hier das höchste Paketaufkommen innerhalb der EU, aber auch in die USA. Darüber hinaus sehen wir Osteuropa als Wachstumsmarkt, für den wir interessante Lösungen anbieten wollen“, sagt Schwope.

Bei der Zustellung der Pakete greift die Unternehmensgruppe auf ein Netzwerk zurück, bestehend aus Luftfracht-, Post- und Expressunternehmen, postalischen Gesellschaften im Zielland und lokalen Dienstleistern. Begleitet wird der Service von einer individuellen Betreuung mit direkter Ansprechperson, was ein schnelles Onboarding ermöglichen soll. „Wir arbeiten nur mit vertrauenswürdigen und verlässlichen Partnern zusammen“, erläuterte Schwope.

PostPlus hat ein eigenes Terminal in der Nähe des Flughafens Amsterdam, das als zentrale Abgabestelle für alle internationalen Post- und Paketdienste fungiert. Dies soll Zustellungen in Europa innerhalb von zwei bis fünf Tagen und in den Rest der Welt innerhalb von fünf bis zwölf Tagen ermöglichen. Über das Office of Exchange realisiert der Dienstleister zudem die Einlieferung von Auslandssendungen direkt in das europäische Zielland. Dadurch sollen sich die Laufzeiten der Sendungen bei stabilen Preisen zusätzlich reduzieren lassen.

„Die Eröffnung der Räumlichkeit in Deutschland ist für uns ein strategischer Schritt, um europäische Einzelhändler – speziell im E-Commerce – dabei zu unterstützen, ihre Pakete effektiver, zuverlässiger und oft auch schneller zu verschicken“, sagte Gunnar Aru, CEO der PostPlus Gruppe.

Zu diesem Schritt bewogen hatte die Gruppe auch eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung insbesondere in der Sparte Cross-Border-Versand sowie die Bedeutung des Logistikstandorts Deutschland, des größten E-Commerce-Markts in der Europäischen Union. Aktuell befördert PostPlus mehr als drei Millionen Pakete pro Monat.

Als das Unternehmen 2019 gegründet wurde, konzentrierte es sich zunächst auf den asiatischen Markt, von wo aus die meisten Pakete nach Europa verschickt wurden. 2021 weitete PostPlus seinen Tätigkeitsbereich aus und expandierte in die USA. „Jetzt sind wir bereit, unsere Dienstleistungen auch auf dem europäischen Markt einzuführen“, sagte Aru. Zum Leistungsportfolio gehören der Transport zu Drehkreuzen, die letzte Meile, Sendungsverfolgung, Kurierdienstleistungen, Zollabwicklungen inklusive IOSS (Import-One-Stop-Shop)-Verfahren sowie sämtliche Mehrwertdienste.

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