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E-Commerce: Ländergrenzen spielen im Onlinehandel immer weniger eine Rolle

71 Prozent der deutschen Internetshopper bestellen bei ausländischen Shops.

Immer mehr deutsche Onlienshopper ordern auch im Ausland - sagt eine Studie von PwC. (Foto: Texelart/Fotolia)
Immer mehr deutsche Onlienshopper ordern auch im Ausland - sagt eine Studie von PwC. (Foto: Texelart/Fotolia)
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Sandra Lehmann

Die Herkunft von Konsumgütern und Handelswaren spielt im Onlinehandel immer weniger eine Rolle. Das geht aus einer Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 1.200 deutschen Internetnutzern über 18 Jahre hervor. Demnach bestellten rund drei Viertel der Umfrageteilnehmer in den vergangenen zwei Jahren im Ausland. Das sind PwC zufolge 16 Prozentpunkte mehr als noch 2016.

Nicht-EU-Shops beliebt

Dabei habe das außereuropäische Ausland ganz klar die Nase vorn, wie PwC berichtet. 86 Prozent der grenzüberschreitenden Onlinekäufer haben demnach in Nicht-EU-Ländern bestellt. Hier stünden vor allem Onlineshops aus China (59 Prozent) und den USA (36 Prozent) auf der Einkaufsliste. Mit 73 Prozent fällt der Anteil der Käufe im europäischen Ausland deutlich geringer aus, britische (47 Prozent) und österreichische Onlineshops (23 Prozent) sind bei deutschen Konsumenten jedoch beliebt.

Geoblocking-Verbot verändert Kaufverhalten

Hinzu käme, dass viele Onlineshops innerhalb der EU bis zum Verbot im Dezember 2018 das sogenannte Geoblocking nutzten, um mit der IP-Adresse des Shopbesuchers beispielsweise Dienstleistungen und Markenprodukte nur in ausgewählten Ländern oder zu unterschiedlichen Preisen anzubieten. Heute hat jeder Internetnutzer unabhängig vom Wohnsitz die Möglichkeit, Angebote in allen EU-Ländern zu vergleichen, so die Wirtschaftsprüfer. Trotz dieser Entwicklungen shoppe jedoch nicht jeder Onlinekäufer mit Absicht außerhalb der Bundesrepublik. 23 Prozent der Käufer orderten laut Studie unbewusst im Ausland, weil der Standort des Shops erst bei der Lieferung bemerkt wurde.

„Der Anteil der Käufer, die den Online-Einkauf im Ausland erst bemerken, wenn das Paket beispielsweise mit der chinesischen oder britischen Post kommt, wird in Zukunft stark wachsen. Treiber dieser Entwicklung sind einerseits funktionierende Lieferkonzepte. Andererseits steigt die Zahl ausländischer Verkäufer, die ihre Waren problemlos auf den etablierten deutschen Verkaufsplattformen anbieten können und den Käufer in seiner gewohnten Webseitenumgebung belässt“, erläutert Dietmar Prümm, Leiter des Geschäftsbereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland.

Die Mehrheit der Besteller sind laut PwC heute noch Wenigkäufer (55 Prozent), die in den vergangenen zwei Jahren nur ein- bis dreimal im Ausland eingekauft haben. Drei Viertel der Umsätze entfielen auf Gelegenheits- und Vielkäufer, die mindestens zweimal pro Jahr im Ausland kaufen. Dabei bestellen die deutschen Konsumenten nach Angaben der Autoren hauptsächlich Schuhe und Kleidung (51 Prozent). Für Unterhaltungselektronik und Medienprodukte ist der grenzüberschreitende E-Commerce im Vergleich zu 2016 zurückgegangen. Die durchschnittliche Höhe des Warenkorbs betrage bei den Auslands-Einkäufen 51 Euro, wobei Männer mit 57 Euro im Schnitt etwas mehr ausgeben würden als Frauen (45 Euro).

Auslandsshops teilweise besser bewertet
Onlinekäufer, die bisher nur in Deutschland bestellt haben, nennen die Angst vor Nichtzustellung nach Bezahlung (40 Prozent), Zweifel an Garantie und Widerruf (38 Prozent) sowie zu hohe Versandgebühren (35 Prozent) als die größten Hemmnisse für einen Kauf im Ausland. Die positiven Erfahrungen der Auslandskäufer widerlegen PwC zufolge aber genau diese Ängste der Nicht-Shopper: Die Mehrheit der befragten Nutzer von ausländischen Onlineshops bewertet die Liefertermintreue, Unversehrtheit der Verpackung und die Lieferkosten der Auslands-Shops genauso gut oder sogar besser als die der deutschen Onlinehändler. Nur 15 Prozent der Nichtkäufer sehen Umweltbelastungen durch den Versandweg als Hindernis.

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