E-Commerce: Gruppe der umweltbewussten Konsumenten wächst

Haustürzustellung bleibt trotz nachhaltiger Alternativen beliebteste Lieferoption.

E-Commerce erfreut sich vor allem bei umweltbewussten Kosumenten inzwischen großer Beliebtheit wie DPD in einer Studie herausfand. (Symbolbild: Rawpixel.com/Adobe Stock)
E-Commerce erfreut sich vor allem bei umweltbewussten Kosumenten inzwischen großer Beliebtheit wie DPD in einer Studie herausfand. (Symbolbild: Rawpixel.com/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

Immer mehr deutsche E-Shopper legen bei ihrem Einkauf im Netz Wert auf Nachhaltigkeit. Darauf verweist der KEP-Dienstleister DPD, Aschaffenburg, in seinem kürzlich erschienenen „E-Shopper Barometer 2019“, für das 23.000 Konsumenten in 21 Ländern befragt wurden. Demnach bevorzugen von den 1.509 deutschen Teilnehmern der Studie 66 Prozent Marken und Händler, die ihrer Verantwortung beim Thema Umweltschutz gerecht werden.

Umweltbewusste Shopper nehmen Geld in die Hand

Wie DPD mitteilt, steht für 70 Prozent der umweltbewussten Käufer der Erwerb möglichst klimafreundlicher Produkte im Vordergrund. 69 Prozent der umweltbewussten Konsumenten wären der Studie zufolge sogar bereit, für klimaschützende Waren und Services mehr Geld auszugeben. Zum Vergleich: In anderen Käufergruppen sind jeweils nur 46 Prozent der Befragten bereit, umweltbewusst einzukaufen beziehungsweise dafür einen finanziellen Mehraufwand zu leisten.

Onlinekauf bei allen beliebt

In Sachen Häufigkeit von Bestellungen steht die Käufergruppe der umweltbewussten Konsumenten anderen allerdings in nichts nach. So bestellt laut DPD die klimaaffine Klientel monatlich rund 4,1 Pakete – die sogenannten pragmatischen E-Shopper, für die Preis, Leistung und Lieferoption stimmen müssen, klicken rund 4,2 Mal im Monat auf den Bestellbutton. Übertroffen werden beide Gruppen nur von den Heavy-Onlinekäufern, die rund zehn Pakete im Monat oder mehr erhalten.

Einig sind sich diese drei größten in der Studie identifizierten Käufergruppen in einem Punkt: Sowohl die umweltbewussten (92 Prozent) als auch die Heavy (88 Prozent) und die pragmatischen Onlinekäufer lassen sich ihre Bestellungen am liebsten nach Hause liefern. Die direkte Zustellung an den nächsten Paketshop komme bislang für nur zwölf Prozent der umweltbewussten E-Shopper in Frage. Und das, obwohl diese Zustelloption nach DPD-Angaben ein wichtiger Hebel ist, um die Emissionen auf der letzten Meile weiter zu senken.

Einkaufserlebnis wird positiv bewertet

Insgesamt bewerten die deutschen Online-Käufer den Lieferprozess laut der Erhebung positiv – unabhängig von ihrem Profil. 87 Prozent aller regelmäßigen E-Shopper empfinden den Lieferprozess als einfach, so die Studie. Im Vergleich: Den Kaufprozess an sich bewerten nur 78 Prozent der E-Shopper als simpel. Für die Zustellung ihrer Einkäufe ist es Onlinekäufern DPD zufolge besonders wichtig, mehrere Lieferoptionen, Echtzeitinformationen zur Lieferung und die Möglichkeit zur Lieferung am nächsten Tag angeboten zu bekommen. Mit Blick auf die bestellten Warengruppen erwerben die umweltbewussten Online-Käufer (4,7) weniger Produkttypen als die Pragmatiker (4,9) und die Heavy E-Shopper (10,4).

Mode und Bücher beliebt

Besonders beliebt seien bei klimainteressierten Käufern Modeartikel (62 Prozent, Durchschnitt: 43 Prozent) und Bücher (48 Prozent, Durchschnitt: 38 Prozent). Diese Artikel kaufen sie auch schon mal im Ausland ein, wenn sie dort ein besonders gutes Angebot finden: 71 Prozent der umweltbewussten E-Shopper haben schon mal ein Produkt auf ausländischen Websites bestellt (Durchschnitt: 52 Prozent). Insbesondere China (53 Prozent) habe sich bei ihnen als beliebtes E-Shopping-Ziel etabliert.

„Das aktuelle E-Shopper Barometer macht einmal mehr deutlich: Das Thema Umweltschutz ist im E-Commerce endgültig angekommen und spielt bei der Mehrheit der deutschen E-Shopper eine wichtige Rolle“, so Andreas Reß, Chief Sales Officer bei DPD Deutschland.

Wie DPD berichtet, hat das Onlineshopping in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern einen gewissen Reifegrad erlangt. Tatsächlich kaufe etwa die Hälfte der deutschen E-Shopper monatlich im Internet ein. Knapp jeder fünfte Einkauf (16,8 Prozent) wird laut Studie hierzulande im Internet erledigt. Damit rangiert der Anteil der Online-Käufe in Deutschland unter den Spitzenwerten in Europa. Für deutsche E-Shopper ist der Online-Einkauf in erster Linie komfortabel und zeitsparend. Und das auch mobil: 59 Prozent kaufen regelmäßig mit dem Smartphone im Internet ein.

Retouren erwünscht

Ein passendes Retourenmangement sehen die meisten Deutschen zudem als wichtigen Teil ihres Shopping-Erlebnisses. Jedes zehnte bestellte Produkt (10 Prozent) gehe inzwischen per Rückversand zurück an den Händler. Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) empfinden auch die Rückgabe ihrer Bestellung als einfach.

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