E-Commerce: DHL setzt beim Bestand auf künstliche Intelligenz

Algorithmen sollen dem Dienstleister helfen, Bestellzyklen zu beschleunigen und Nachfrageschwankungen abzufedern.

DHL will die Auftragsabwicklung im Onlinehandel weiter verbessern | Foto: Deutsche Post DHL Group
DHL will die Auftragsabwicklung im Onlinehandel weiter verbessern | Foto: Deutsche Post DHL Group
Sandra Lehmann
(erschienen bei Transport von Torsten Buchholz)

Die Corona-Pandemie beschert dem ohnehin schon vorher stetig wachsenden Onlinehandel weiteren Auftrieb. Vor allem Waren des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, Medikamente und Drogerieprodukte, werden häufiger im Internet bestellt als vor der Pandemie. Dieser Trend stellt Händler weltweit vor Herausforderungen. Denn: Insgesamt hat sich die Anzahl der Bestellungen erhöht, die Sendungen sind aber auch kleinteiliger geworden. Zudem steigt die Anzahl der Lagereinheiten, die die Händler vorhalten müssen. Und überdies erwarten die Onlinekunden schnelle, teilweise sogar taggleiche Lieferung mit hoher Transparenz und Nachverfolgbarkeit.

IT-basierte Vorhersagetools

Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, setzt der Kontraktlogistiker DHL Supply Chain eigenen Angaben zufolge verstärkt auf intelligente, IT-basierte Vorhersage- und Analysetools, um beispielsweise die Lagerhaltung und die Auftragsabwicklung der Onlinebestellungen im Namen der großen Webshops, zu vereinfachen und zu beschleunigen. Markus Voss, CIO & COO bei DHL Supply Chain, sagt:

„Die Covid-Krise hat gezeigt, dass unvorhergesehene Volumenschwankungen bei einzelnen Produkten die Lieferketten enorm stressen können. Unklarer Lagerbestand und falsche Verfügbarkeiten führen zu Engpässen bei einzelnen Produkten und in der Folge zu Lieferverzögerungen bei den Endkunden. Gemeinsam mit unseren Kunden, den Betreibern von Onlineshops und Versandhäusern, arbeiten wir hier an stressresilienteren und verlässlicheren Algorithmen und Tools, um Nachfrageschwankungen besser vorherzusehen, den Einsatz von Arbeitskräften zu optimieren und dabei den Warendurchsatz und die Bestellzyklen zu beschleunigen.“

Dietmar Steins, EVP Solutions Design bei DHL Supply Chain, ergänzt:

„Unser Analysetool IDEA ist eine unserer zahlreichen Antworten auf diese Herausforderungen im e-Commerce. Diese ‚künstliche Intelligenz‘ hilft durch ihren Algorithmus dabei, die Routen bei der Kommissionierung innerhalb des Lagers zu optimieren. Zudem werden Bestellungen logisch gebündelt, was ebenfalls die Bearbeitung durch die Mitarbeiter optimiert. Durch die integrierte, intelligente Auftragsverteilung lassen sich zudem Auslastungen im Lager und Bestellungen mit hoher Priorität optimal verteilen. Dass IDEA zudem die Fehlerraten reduziert und die Anlernzeiten der Mitarbeiter verkürzt, unterstreicht den Nutzen in der Praxis.“

Geringe Kosten, deutlicher Effekt

Insgesamt könne man durch den ergänzenden Einsatz von "IDEA" in DHL geführten Warenlagern die Prozesse in der Kommissionierung deutlich verbessern. Der Kosteneinsatz sei vergleichsweise gering, da die von DHL entwickelte Software mit fast allen gängigen Lagerverwaltungssystemen kompatibel sei und sich gut in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren lasse.

Kürzere Wege

Laut DHL konnten in ersten Einsätzen die im Warenlager zurückgelegten Distanzen der Mitarbeiter um bis zu 50 Prozent reduziert und die Produktivität einzelner DHL-Standorte um bis zu 30 Prozent gesteigert werden. Die Software IDEA ist eine Lösung, die DHL Supply Chain eigens für den Einsatz in E-Fulfillment Lagern entwickelt und konzipiert hat. Dabei stützt sich der Kontraktlogistikspezialist auf ein eigenes Team aus rund 350 Entwicklern, Ingenieuren und Solutions Designer, die für die Kunden an der Entwicklung und Optimierung von Prozessen in der Lagerlogistik arbeiten.

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